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ROITHAM. Peruanische Frauen, die zu einem fairen Lohn arbeiten und bei Bedarf auch Kinderbetreuung erhalten, dazu mehrere Sozialprojekte: Susanne Frühmanns „fairknits“ ist mehr als nur ein Modelabel. Ab Herbst bietet die Roithamerin auch Damenoberbekleidung an.

Foto: Markus Frühmann, lefti.at
Foto: Markus Frühmann, lefti.at

„Es reicht uns nicht, für jeden Kopf die passende Mütze zu machen – es muss auch das Umfeld passen, in dem sie entsteht!“ Das ist die Überzeugung von Susanne Frühmann. Die zweifache Mutter verkauft seit zweieinhalb Jahren über ihre Website www.beanie.at Mützen, Stirnbänder, Handschuhe und mehr – alles auf sozial faire Weise aus Babyalpakawolle gestrickt.

Start mit „Beanies“

Begonnen hat alles vor ein paar Jahren mit Hauben, sogenannten „Beanies“. Gemeinsam mit ihrer Familie fertigte Frühmann über mehrere Jahre jeden Winter Häkelmützen „wie am Fließband“. Als Ausgangsstoff dient feine, hypoallergene Baby-Alpakawolle aus den peruanischen Anden. 

Nachhaltige Produktion

Als Frühmann im Jahr 2015 die Produktion erweitern wollte, bekam sie zunächst Angebote von Firmen aus Osteuropa und Asien. „Maschinell gestrickte Mützen, minderwertige Materialien oder unmenschliche Arbeitsbedingungen führen natürlich zu niedrigen Preisen. Aber ich dachte mir: Es muss auch anders gehen!“, erzählt Frühmann.

Fairtrade Gütesiegel

 Bei einem Besuch in den Anden beim Sozialprojekt SOLID fand sie schließlich die Produzenten für ihre Produkte: Junge Mütter in Aycucho, der zweitärmsten Region Perus, fertigen seither ihre Designs. „Sie erhalten einen fairen Lohn, eine Anstellung und eine Kinder­betreuung am Arbeitsplatz“, erklärt Susanne Frühmann. Zudem werden über das Strickprojekt auch ein Frauenhaus für minderjährige Mütter und ein Projekt zum Aufbau biologischer Landwirtschaft mitfinanziert. Groß war die Freude, als das Projekt „fairknits“ vor einem Jahr mit dem Fairtrade Gütesiegel der World Fair Trade Organisation ausgezeichnet wurde. 

Sortiment wird erweitert

In der kommenden Wintersaison will die Roithamerin ihr Sortiment erweitern: „Wir werden erstmals auch Westen, Pullis und Mäntel anbieten – also der erste Schritt Richtung Damen-Oberbekleidung.“ Die Schnitte dazu entstanden in Zusammenarbeit mit einer belgischen Strickdesignerin. 

Knappes Zeitbudget

Die meisten Prototypen strickt Frühmann immer noch selbst, ehe sie in Produktion gehen. Die Zeit dazu war in den letzten Monaten allerdings knapp: Der jüngste Sohn Jonathan ist mittlerweile zehn Monate alt, „einen Winter zu pausieren stand aber nicht zur Debatte“, betont die Unternehmerin. Trotz vielfältiger Unterstützung aus dem Familienkreis ist sie mit Familie und ihrem Projekt rundum ausgefüllt: „Zeit für weitere Hobbys bleibt da nicht, die Arbeit macht mir aber großen Spaß!“


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