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ROITHAM/WELS. Wegen Tierquälerei an rund 63 Schweinen über einen Zeitraum von zumindest einem Jahr stand heute Vormittag ein Landwirte-Ehepaar aus Roitham und deren Tierärztin vor dem Landesgericht Wels. Die Frau wurde zu vier Monaten bedingter Freiheitsstrafe sowie einer Geldstrafe von 960 Euro verurteilt, die beiden anderen wurden freigesprochen. 

Das Urteil fiel am Landesgericht Wels. Foto: Weihbold
Das Urteil fiel am Landesgericht Wels. Foto: Weihbold

Da bereits mehr als 37 bereits Tiere länger verhungert und verdurstet waren und die noch lebenden in einem extrem schlechten Zustand waren und an den toten Schweinen ihren Hunger zu stillen versuchten, musste wie berichtet  im April dieses Jahres alle Schweine auf einem Roithamer Bauernhof im Auftrag des Amtstierarztes notgeschlachtet werden.  

Grauenhafte Zustände im Stall

Die Tränkevorrichtungen seien schon länger nicht mehr funktionsfähig gewesen. Ein Helfer bei der Nottötung sprach von katastrophalen Zuständen und sagte aus, dass er so etwas noch nie gesehen habe. Der Amtstierarzt sprach von einem „Gruselkabinett“. Die Schweine hätten einander nicht nur kannibalisiert, sondern in ihrer Not auch die aufgestaute Gülle getrunken. Man habe mindestens 15 bis 20 Scheibtruhen Knochen aus dem Stall gebracht. Er sei oft am Betrieb vorbeigefahren, aber es sei von außen nichts auffällig gewesen.

Die Landwirtin bekannte sich unumwunden schuldig, bestand jedoch bis zum Schluss auf der Aussage, dass ihr Mann seit über einem Jahr den Stall nicht betreten hätte und unschuldig sei. Sie sei überfordert gewesen und hätte auch niemanden um Hilfe gebeten, weil sie sich so über die Zustände im Stall geschämt hätte. Als im April alles aufgeflogen ist, sei sie „erleichtert gewesen, dass der Albtraum vorbei ist“. Die Frau wurde zu vier Monaten bedingter Freiheitsstrafe sowie einer Geldstrafe in Höhe von 960 Euro verurteilt, die beiden anderen wurden freigesprochen. 


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Robert Derflinger
Robert Derflinger
06.09.2019 15:21

Gerechtigkeit?

960 Euro für das Quälen von zumindest 63 Schweinen im Zeitraum von zumindest einem Jahr; ergibt pro Schwein 15,23 Euro / Jahr, bzw. 0,041 Euro / Tag - das ist der Preis, daß man mit "Strafe" in Österreich Tierquälerei betreiben darf?


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