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SANDL. Vollmilch, Kakao, Erdbeer-, Bananen- und Vanillemilch – die Schüler und Kindergartenkinder im Bezirk haben eine große Auswahl an gesunden Milchprodukten für die Pause. Die leckere Milch bekommen sie unter anderem von den Kühen der Schulmilchbauern Ernestine und Willibald Holzer.

  1 / 4   Den Kindern schmeckt die Schulmilch besonders gut, wenn sie wissen, dass die Milch von glücklichen Kühen stammt.

Während noch alle Schulkinder brav schlafen, schaltet sich um vier Uhr in der Früh am Hof der Familie Holzer bereits der Pasteur ein, der die Milch kurz erhitzt, damit sie länger haltbar ist. Nachdem das Melken und die Stallarbeiten von den Betriebsführern erledigt wurden, kümmert sich Willibald Holzer um das Ausliefern der Milchgläser. Wenn er von seiner Tour zu den Schulen und Kindergärten im nördlichen Teil des Bezirks (Freistadt, Grünbach, Leopoldschlag, Rainbach, Sandl, St. Oswald und Windhaag) zurück ist, beginnt die Produktion für den nächsten Tag.

Nach einem stärkenden Kaffee wird die automatisch pasteurisierte Milch in den verschiedenen Geschmacksrichtungen abgefüllt. Das passiert ebenfalls automatisch. „Am beliebtesten ist der Kakao bei den Kindern. 50 Prozent unserer Schulmilch wird als Kakao getrunken“, erklärt Holzer. Die anderen 50 Prozent setzen sich aus der Vollmilch, dem koffeinfreien Eiskaffee und der Fruchtmilch (Erdbeer-, Vanille- und Bananenmilch abwechselnd) zusammen. Rund 200 Liter Milch in Viertelliter-Gläsern liefert Familie Holzer täglich. Was er wohin liefern muss, wird von den Schulen und Kindergärten über E-Mail, Fax oder Telefon bestellt. „In Windhaag können die Kinder wöchentlich ein anderes Produkt trinken. Ich bekomme die Liste vom Schulwart aber von Monat zu Monat“, sagt Holzer. Während der Automat abfüllt und etikettiert, wäscht Ernestine Holzer die Gläser. Die Hygiene steht im Schulmilchbetrieb natürlich an erster Stelle. „Viele Schulmilchbauern liefern bereits in Bechern, das ist zwar weniger Arbeitsaufwand, aber es fällt mehr Müll an“, sagt Willibald Holzer. Die Lebensmittelbehörde und die AMA prüfen den Betrieb und die Milch regelmäßig. „Unsere Produkte müssen mindestens einen 90-prozentigen Milchanteil aufweisen. Der Rest ist Frucht-, Kaffee- oder Schokoanteil.“

Vorbereitung am VortagDamit am nächsten Tag wieder alles reibungslos läuft, werden am Abend zwischen 19 und 20 Uhr bereits die Vorbereitungen für den nächsten Tag getroffen. „Ich stelle mir nach der jeweiligen Bestellliste die Kisterl mit der Milch zusammen, damit ich sie nächsten Tag nur mehr verladen muss. Die Milch im Pasteur, der sich nächsten Tag in der Früh wieder einschaltet, wird ebenfalls vorbereitet“, erklärt der Schulmilchbauer den Ablauf der Produktion.

Seit fast 20 Jahren Schulmilchbauer„1995 haben wir das erste Mal von der Schulmilchproduktion gehört. Bei einer Veranstaltung, bei der alles genau erklärt wurde, haben wir uns dazu entschlossen, damit zu starten. Nach einem Umbau haben wir in den Semesterferien 1996 mit der Produktion begonnen“, erinnert sich Holzer zurück. Ausschlaggebend war auch die Geburt von Sohn Werner, der mit Downsyndrom zur Welt kam. „Ich hab damals Lohndrusch im großen Stil betrieben, habe das aber reduziert, um meine Frau daheim mehr zu unterstützen. Jetzt habe ich meinen Arbeitsplatz ganz daheim.“25 Kühe sorgen derzeit täglich für frische Milch. Der Betrieb wird biologisch von Ernestine Holzer mit tatkräftiger Unterstützung von Ehemann und Sohn Werner geführt.

WISSENSWERTES:Bereits 1930 wurde in Wien eine Schulmilch-Aktion ins Leben gerufen. 1992 wurde rund ein Viertel aller Schüler in Österreich mit 22.359 Tonnen Schulmilchprodukten versorgt.

Im Bezirk Freistadt gibt es drei Schulmilchbauern, in Oberösterreich 23.

Welt-Schulmilchtag ist der letzte Mittwoch im September, heuer ist das der 30. September.Das beliebteste Schulmilchprodukt ist der Kakao.


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