In diesen Feldern summt es: Ein Loblied auf die Bio-Landwirtschaft
SARLEINSBACH. „Das Saatkorn ist keine laute G'schicht, aber eine ganz wichtige“, sagt Josef Eder, der den Welttag der Stimme am 16. April dafür nutzte, um dem Saatgut und der biologischen Landwirtschaft eben eine Stimme zu geben. Dazu holte er sogar eine Opernsängerin an seine Seite.

Seit vielen Generationen wird auf dem Mauracher Hof in Sarleinsbach Brot gebacken. Das Korn dazu wächst auf den Feldern rund um den Hof, die seit 1980 biologisch bewirtschaftet werden, oder kommt von regionalen Biobauern. Und wird frisch und direkt in die Teigschüssel gemahlen. „Das ist die Basis für unsere Produkte. Nur mit wertvollem Saatgut entsteht unser nährendes, handgearbeitetes Biobrot. Das wichtigste Gut einer Gesellschaft ist eine selbständige Pflanze, die keine agrochemischen Stützen braucht“, machte Geschäftsführer Josef Eder auf den Wert der biologischen Landwirtschaft aufmerksam.
Der Klang der biologischen Felder
In seinen Feldern voller Roggen, Dinkel, Buchweizen, Nackthafer, mitsamt den Beipflanzen, die der Acker braucht, summt es, ergänzt der Biopionier. „Biologische Felder haben einen Klang. Dort findet man die Stimmen von Bienen, Käfer, Würmern, hunderten Insekten. Das ist ein Segen.“ In der Landwirtschaft müsse man jedem seinen Wert geben, dann kriegt es Kraft, ist Eder überzeugt.
Herausforderungen nehmen zu
Als Biobauer hat er allerdings auch mit vielen Herausforderungen und schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. „Heute haben wir 20 Prozent biologische Landwirtschaft in Österreich. Das klingt viel versprechend. Aber die Lage hat sich verschärft in den letzten Jahren. Viele Bauern fragen sich, ob sie die Landwirtschaft weiter an die nächste Generation übergeben sollen.“ Es steigen die Herstellungskosten in der Produktion und die Preise sinken. „Umweltrelevante Kosten werden nicht eingerechnet und die Qualität der Produkte leidet darunter. Was daraus entsteht, sind flächenentkoppelte Massentierhaltung und Intensiv-Landwirtschaft“, sagte Josef Eder.
Er bricht eine Lanze für die Kleinstlandwirtschaft, die die „effektivste weltweit“ ist. „Früher haben es die Landwirte verstanden, eigene Sorten und Samen weiterzuentwickeln, das war eine fortwährende Selektion. Heute haben wir eine ständige Verarmung – das müssen wir wieder umdrehen“, betonte der Biobauer.
Natürlicher Kreislauf
Den Weg des Saatkorns – von der händischen Aussaat bis in die Backstube – durften auch die Gäste mitgehen, die zum Klang-Fest auf den Mauracherhof gekommen waren. Unter ihnen die aus Schweden stammende Opernsänger Catarina Lybeck, die gemeinsam mit Wolfgang Huala am Keyboard ihre Klang-Kraft eindrucksvoll zeigte und damit dem Saatgut eine Stimme gab. „Es liegt mir am Herzen, wenn etwas mit Liebe angebaut wird“, meinte sie, als alle gemeinsam am Feld Dinkel aussäten. Als Symbol, dass die biologische Landwirtschaft den Menschen Arbeit gibt und Chancen für neue Arbeitsplätze schafft.


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