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Mordalarm in Taufkirchen an der Pram: Lehrerin (28) in der Schulbibliothek erschossen

Online Redaktion, 13.06.2026 04:56

TAUFKIRCHEN AN DER PRAM. (Update) Eine 28-jährige Lehrerin ist am Freitagabend tot in der Bibliothek der Mittelschule gefunden worden. Das Landeskriminalamt Oberösterreich ermittelt gegen einen 29-jährigen Kollegen, der später ebenfalls tot in einem Unfallwrack entdeckt wurde.

  1 / 2   Die Mittelschule in Taufkirchen an der Pram, in deren Bibliothek die 28-jährige Lehrerin tot aufgefunden wurde (Fotocredit: Team Fotokerschi/CHRISTIAN DOMS)

Eine 28-jährige Lehrerin ist am Freitagabend leblos in der Bibliothek der Mittelschule in Taufkirchen an der Pram im Bezirk Schärding aufgefunden worden. Die Ermittler gehen von einem mutmaßlichen Femizid aus, das Landeskriminalamt Oberösterreich führt die Untersuchungen.

Angehörige meldeten Frau als vermisst

Die Frau war zuvor von Angehörigen als vermisst gemeldet worden, weil sie nicht wie erwartet nach Hause gekommen war. Im Zuge der Suchmaßnahmen wurde ihre Leiche schließlich in den Schulräumen entdeckt.

Nach bisherigen Informationen arbeiteten sowohl die Verstorbene als auch der mutmaßliche Täter als Lehrkräfte an derselben Schule. Im Fokus der Ermittlungen steht ein 29-jähriger Lehrer. Entgegen ersten Meldungen hatten die beiden Lehrerkollegen nie eine Beziehung gehabt. Der Mann dürfte der Pädagogin laut dem Umkreis aber Avancen gemacht haben.

Verdächtiger erschoss sich während der Fahrt

Nach der Tat dürfte der Mann mit seinem Auto vom Gelände der Schule weggefahren sein. Wenige Kilometer später kam es zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem der Wagen gegen einen Baum prallte. Einsatzkräfte fanden den Verdächtigen tot im Wrack des Fahrzeugs. Nach Angaben der Polizei hatte er Schussverletzungen im Kopfbereich. Die Ermittler gehen derzeit von Suizid aus.

Das Motiv ist noch unklar und wird weiter geprüft. Wegen der früheren Beziehung zwischen der Frau und dem Verdächtigen vermutet die Polizei einen persönlichen Hintergrund. Die Polizei und das Landeskriminalamt Oberösterreich setzen die Ermittlungen fort. 

Update

„Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand steht ein 29-jähriger Lehrerkollege im Verdacht, die Frau mit einer Stichwaffe sowie einer legal besessenen Schusswaffe getötet zu haben. Der Tatverdächtige verließ anschließend den Tatort und wurde später im Gemeindegebiet von Freinberg tot in seinem Fahrzeug aufgefunden. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ist von einem Suizid auszugehen. Die mutmaßlich verwendeten Tatwaffen wurden sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis ordnete die Obduktionen der Verstorbenen an. Als mögliches Tatmotiv wird derzeit ein persönlicher Beziehungskonflikt geprüft. Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertung von Spuren sowie Zeugenbefragungen, laufen“, berichtet die Polizei Samstagvormittag.

Update 2: Hilfe für Betroffene

Nach dem tragischen Vorfall an der Bilger-Breustedt Mittelschule Taufkirchen an der Pram wurden umgehend Maßnahmen zur Unterstützung der Schüler, des Lehrpersonals sowie der Angehörigen eingeleitet. Die zuständigen Stellen arbeiten eng zusammen, um eine bestmögliche Betreuung der Schulgemeinschaft sicherzustellen und die weiteren Schritte abgestimmt zu koordinieren. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden Kriseninterventionsmaßnahmen eingeleitet. Die Krisenhilfe Oberösterreich führte noch am Freitagabend eine Erstintervention durch.

Info über Schulbetrieb folgt

Am Sonntag findet ein Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Krisenhilfe Oberösterreich, der betroffenen Schule, der Gemeinde sowie der Bildungsdirektion statt, um die weiteren Maßnahmen zu koordinieren. Über die Ausgestaltung des Schulbetriebs am Montag werden die Eltern im Anschluss informiert. Die psychosoziale Unterstützung der Schulgemeinschaft durch die Krisenhilfe Oberösterreich und die Schulpsychologie ist sichergestellt.

„Die schrecklichen Nachrichten aus Taufkirchen haben uns zutiefst erschüttert. Was geschehen ist, macht uns fassungslos und erfüllt uns mit großer Betroffenheit. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei allen Angehörigen sowie der Schulgemeinschaft. Ihnen möchten wir unser aufrichtiges und tief empfundenes Mitgefühl aussprechen“, betonen Bildungslandesrätin Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer.

Hilfe für Gewaltbetroffene gibt es hier

Hilfe in Krisen

Für Menschen in Krisensituationen und deren Angehörige gibt es eine Reihe von Anlaufstellen. Unter suizid-praevention.gv.at finden sich Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken. Gesprächs- und Verhaltenstipps insbesondere für Kinder und Jugendliche bietet bittelebe.at.

Telefonische Hilfe gibt es auch österreichweit bei:

  • Telefonseelsorge (0–24 Uhr, kostenlos): 142
  • Männernotruf (0–24 Uhr, kostenlos): 0800 246 247
  • Frauenhelpline (0–24 Uhr, kostenlos) 0800 222 555
  • Rat auf Draht (0–24 Uhr, für Kinder und Jugendliche, kostenlos):147
  • Kindernotruf (0–24 Uhr, kostenlos): 0800 567 567
  • Kriseninterventionszentrum (Mo–Fr 10–17 Uhr): 01 / 406 95 95
  • Amike-Telefon der Diakonie (für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund in Farsi, Arabisch, Deutsch, Englisch und Russisch, beschränkte Telefonzeiten)
  • Spezielle Nummern und Anlaufstellen in den Bundesländern finden Sie hier.

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