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Schärding. „Oma hat sich verändert. Sie fragt oft die selben Fragen – mehrmals täglich. Sie wirkt traurig, ein anderes Mal wieder glücklich. Mehrmals hatte sie uns beschuldigt ihr Sachen wegzunehmen. Ihre Schuhe versucht sie im Geschirrspüler zu waschen, das Fenster bleibt geöffnet – auch im Winter. Sie ist 85 Jahre alt. Oma ist dement.“ ...

Nähe ist im Umgang mit dementen Menschen besonders wichtig. *Foto: Sozialhilfeverband
Nähe ist im Umgang mit dementen Menschen besonders wichtig. *Foto: Sozialhilfeverband
... so ähnlich könnten die Schilderungen von Angehörigen an Demenz erkrankter Personen ausfallen. Besonders ältere Menschen ab 80 sind gefährdet dement zu werden. Der Körper verliert an Kraft, das Umfeld verändert sich. Die Lawine an „Verlusten“ und die miteinhergehende Überforderung versuchen die Betroffenen mit Desorientierung zu überwinden. „Es ist eine Strategie, damit Menschen alles unter Kontrolle haben. Gefühle, die bis ins hohe Alter noch nicht verarbeitet wurden, kommen dann wieder hoch. Es ist eine Art Aufarbeitung des Lebens, um Frieden zu schließen und in Ruhe sterben zu können“, erklärt Tina Demmel- bauer, Pflegedienstleiterin im Alten- und Pflegeheim Andorf. Demenz belastet nicht nur die Erkrankten, besonders für die Angehörigen ist es eine enorme Belastung diese Menschen zu pflegen. Zwei Linzer Kunstuni-Studenten wagten sich in Zusammenarbeit mit den Sozialhilfeverbänden an ein berührendes Filmprojekt mit dem Titel „Wenn der Verstand geht und die Gefühle bleiben“. Gedreht wurde im Alten- und Pflegeheim Andorf mit Bewohnern und Pflege- kräften. In Oberösterreichs leiden mehr als 100.000 Menschen an Demenz. Ein Großteil davon sind Frauen. Bis 2050 wird sich diese Zahl verdoppeln – gerade deshalb gäbe es jetzt Handlungsbedarf. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber es kann mit ihr gelebt werden. Wichtig sei, dass die Betroffenen richtige Hilfe bekommen. Daher soll der Film Informationsarbeit leisten, um mit dem immer präsenter werdenden Thema richtig umzugehen oder vielleicht auch erste Anzeichen erkennen zu können. Der 25-minütige Film ist kostenlos und auf Gemeinden oder Pflege- heimen erhältlich.

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