Schärding. „Ein Sonnenstrahl, der meinen Weg erhellt“ so könnte man den Namen „Artam“ übersetzen. Artam ist zwei Wochen alt und gemeinsam mit seinen Eltern Elham und Ali wirken sie „fast“ wie eine perfekte, kleine Familie. Artam ist Schärdings erstes Flüchtlingsbaby.

In ihrer Heimat Iran wurden sie wegen ihrer Religion verfolgt und mit dem Tod bedroht. So entschlossen sich Ali und Elham nach Österreich zu fliehen. Mehrere Tausend Euro zahlten sie einem Schlepper, der sie nach Wien brachte. Ali war im Iran ein erfolgreicher Geschäftsmann. Er hat viel und gerne gearbeitet. Seit sechs Monaten leben sie im ehemaligen Altenheim in Schärding und warten nun mehr als zwei Jahre auf einen positiven Asylbescheid. Seither ist Ali zum Nichtstun verdammt. Ohne positiven Bescheid darf er nicht arbeiten. Nach ihrer Flucht sind die beiden froh in Sicherheit zu sein. Dennoch nagt die Situation an den Nerven. „Jetzt ist es gut, aber es gibt auch viele Probleme. Ich bin seit zwei Jahren arbeitslos, wir haben kaum Geld, um einzukaufen“, erklärt Ali und zeigt auf eine leere Packung von Babymilchpulver. „Es ist schon wieder leer, es reicht gerade einmal für zehn Tage.“
Pro Person bekommen sie 160 Euro im Monat und müssen sich damit selbst versorgen, Aber trotz der ungewissen Zukunft macht eines die beiden besonders glücklich. Vor zwei Wochen erblickte Artam, das erste Schärdinger Flüchtlingsbaby, das Licht der Welt. Mit ihm wird der Wunsch der Eltern noch größer bald in Österreich ein geregeltes Leben zu führen.
Lily Part engagiert sich für die Flüchtlinge und besucht die junge Familie oft. „Sie haben mich gefragt, ob ich Wahloma werden will“, erzählt die Schärdingerin stolz. Zur Geldnot kommt für die Familie die Angst, wieder weg zu müssen. „Sie fühlen sich oft isoliert und haben das Gefühl, dass die Leute Angst vor ihnen haben, weil so wenige an sie herantreten“, erklärt Part, die gerne eine Wohnung für die Drei finden möchte.
Wer den Flüchtlingen oder der jungen Familie helfen möchte, kann gerne Reis, Zucker, Öl, Mehl oder Toilettenpapier im Flüchtlingsheim vorbeibringen, denn an solchen Dingen fehlt es oft. Ebenso ist man gerade auf der Suche nach Wasserkochern für die Bewohner.


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