Deutschkurse sichern Integration und ein selbstbestimmtes Leben der Asylwerber
BEZIRK SCHÄRDING. Erstmals wird im Rahmen einer Fluchtbewegung die Integration offensiv vorangetrieben. „Deutsch ist die Grundvoraussetzung für die Teilhabe an der österreichischen Gesellschaft und für ein selbstbestimmtes Leben samt Aufnahme in den Arbeitsmarkt“, ist sich Landesrat Rudi Anschober sicher. Auch im Bezirk Schärding werden derzeit acht Deutschkurse angeboten.

Erstmals wird seit Frühling 2016 Deutschtraining auch für Asylwerber angeboten. Zusätzlich unterrichten auch hunderte Freiwillige Deutsch, das Integrationsressort übernimmt die Prüfungsgebühren.
Deutschkurse im Bezirk
Derzeit werden im Bezirk Schärding acht Deutschkurse für Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit auf allen Sprachniveaus (von Alpha bis B1) von Trainern der lokalen Bildungsträger abgehalten. Für Asylwerber sind die Kurse freiwillig. „Die Mitarbeiter der Caritas-Flüchtlingshilfe sorgen dafür, dass die Asylwerber einen Platz in einem entsprechenden Kurs bekommen“, erklärt Caritas-Mitarbeiterin Karin Rachbauer. Asylberechtigte, die einen positiven Bescheid haben, können bei Bedarf vom Arbeitsmarktservice zu Deutschkursen verpflichtet werden, weil entsprechende Sprachkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für einen Arbeitsplatz sind.
Integrationsinitiativen und -projekte im Bezirk
Zusätzlich zu den vom Land OÖ geförderten Sprachkursen gibt es zahlreiche Freiwillige im Bezirk, die die Flüchtlinge beim Deutschlernen unterstützen. Sie unterrichten oder organisieren auch so genannte Sprachcafés, in denen die Flüchtlinge Gelegenheit haben, das Gelernte zu vertiefen und die österreichische Kultur kennen zu lernen. „Es gibt in vielen Gemeinden Initiativen, um die Flüchtlinge in das Gemeindeleben zu integrieren, wie beispielsweise den „Begegnungschor“ in Schärding oder den Integrationsverein „Du & Ich“ in Taufkirchen. Richard Pichler hat die Initiative „Fakten gegen Hetze“ ins Leben gerufen, die unwahrer oder hetzerischer Berichterstattung über Flüchtlingen die Stirn bietet“, zählt Rachbauer nur ein paar der zahlreichen Initiativen im Bezirk auf.
ReKI – Regionales Kompetenzzentrum
In Schärding koordiniert die Caritas auch das ReKI (Regionales Kompetenzzentrum für Integration und Diversität). Im Auftrag der Integrationsstelle des Landes OÖ unterstützen die Mitarbeiterinnen Karin Rachbauer und Valentina Roa-Schmolz Gemeinden bei der aktiven Gestaltung des Zusammenlebens von Menschen mit Migrationshintergrund. Karin Rachbauer steht den Gemeinden im Bezirk Schärding als Begleiterin bei Integrationsvorhaben und -projekten sowie bei allen Fragen rund um Integration und Vielfalt zur Verfügung. Sie begleitet Gemeindesteuerungsgruppen und vernetzt darin Bürgermeister, Quartiergeber, (mobile) soziale Flüchtlingsbetreuer und Freiwillige. Valentina Roa-Schmolz betreut das Dolmetscherprojekt in Kooperation mit dem ZIS (Zentrum für Inklusion und Sprachförderung) und das Projekt „Lernförderung“ für Kinder mit Migrationshintergrund. „In Zusammenarbeit mit dem Familien- und Sozialzentrum Schärding/Andorf und Ehrenamtlichen werden auch Integrationsangebote wie internationale Frauencafés, multikulturelle Kochabende und Sprachcafés veranstaltet“, so Rachbauer.
Hilfe beim Start in eineigenständiges Leben
Das Caritas Projekt I-C-E (Integrations-Caritas-Express) unterstützt Asylberechtigte, die nach einem positiven Asylbescheid im Bezirk Schärding bleiben möchten, beim Start in ein eigenständiges Leben. ICE hilft anerkannten Asylwerbern bei Behördenkontakten, bei der Wohnungssuche und bei der Vermittlung von Qualifizierungsmaßnahmen.
Steuerungsgruppe FlüKO
Auf Bezirksebene tagt nach wie vor die Steuerungsgruppe FlüKO – Flüchtlings-Koordination unter der Leitung von Bezirkshauptmann Rudolf Greiner und die Arbeitsgruppe „Asyl – was nun?“, die vom ReKI und Friedrich Burgstaller, dem Flüchtlingskoordinator der Bezirkshauptmannschaft, ins Leben gerufen wurde. Die Schwerpunkte der Arbeit haben sich allerdings verlagert. „Im Vordergrund steht nicht mehr die Schaffung von Flüchtlingsunterkünften für neu angekommene Asylwerber, die erst das Asylverfahren durchlaufen müssen, sondern Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie leistbaren Wohnraum für Asylberechtige (Menschen, deren Asylverfahren positiv entschieden wurde, die aus den Flüchtlingsunterkünften ausziehen und auf eigenen Beinen stehen müssen) zu schaffen“, erklärt Friedrich Burgstaller. Beispielsweise gibt es nun das Arbeitscoaching „IdA“ (Integration durch Arbeit) von der Volkshilfe, das an zwei Wochentagen im Familien- und Sozialzentrum stattfindet.


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