Plastikmüll verschmutzt Gewässer und verursacht teils enorme Kosten
BEZIRK SCHÄRDING. Immer wieder hört und liest man in den verschiedensten Medien sowie auf Social Media Kanälen von den Unmengen an Plastik, die die Weltmeere verschmutzen, somit das Ökosystem Meer gefährden und zahlreichen Meerestieren das Leben kosten. Aber wie sieht es mit Plastikmüll in den heimischen Gewässern aus und wie viel Plastik wird ordnungsgemäß in den Altstoffsammelzentren recycelt? Tips hat bei den Verbund-Kraftwerken sowie beim Bezirksabfallverband genauer nachgefragt.

Die Verschmutzung der Gewässer wird vor allem an den Kraftwerken deutlich. „Die Kraftwerke tragen dank der Entnahme und Entsorgung von Treibgut aber zu sauberen Flüssen bei“, erklärt Wolfgang Syrowatka von den Verbund-Kraftwerken. 2017 wurden an Verbund-Kraftwerken insgesamt mehr als 23.000 Tonnen Müll gesammelt, geborgen und an zertifizierte Entsorger zur fachgerechten Behandlung übergeben. Neben einem Großteil an Holz verschiedenster Größe fand sich darunter vor allem Plastik und sonstiger Zivilisationsmüll.
Inn- und Donaukraftwerke
Im Bereich der Innkraftwerke fielen 2017 rund 3.813 Tonnen Rechengut an. Bei den Grenzkraftwerken, bei denen die Kraftwerke Schärding-Neuhaus bzw. auch Jochenstein erfasst werden, sind im Vorjahr 3.572 Tonnen angefallen. „Die angefallenen Mengen werden von Verbund gegen Entgelt an zertifizierte Entsorger zur fachgerechten Behandlung übergeben“, erläutert Wolfgang Syrowatka, was mit dem gesammelten Müll bei den Verbundkraftwerken passiert.
Über 2.000 Tonnen Plastikmüll jährlich
Apropos Entsorger: Der Bezirksabfallverband (BAV) konnte im Jahr 2017 eine gesammelte Menge an Plastikmüll von 2.075,5 Tonnen (davon 1124,8 Tonnen Gelber Sack, 339,8 Tonnen Kunststoff-Verpackungen, 216 Tonnen Kunststoff-Altstoff und 394,9 Tonnen Landwirtschaftliche Folien inklusive Netze) verzeichnen. „Die Sammelmengen zum Beispiel beim Gelben Sack sind seit Jahren annähernd gleich“, erklärt Roland Wohlmuth, Vorsitzender des Landes- und Bezirksabfallverbandes.
Recycling-Kreislauf
Ist der Plastikmüll erst einmal in den Altstoffsammelzentren (ASZ) gelandet, wird ein Großteil davon in das zentrale Logistiklager nach Wels geschickt. Von dort wird das Material dann an die Recyclingfirmen weitergeleitet. „Alle Kunststoffe werden im ASZ verdichtet und im Altstoff-Logistikzentrum Wels zum sortenreinen Weitertransport zu den einzelnen Verwertungsbetrieben umgeladen. Folien werden zwei Straßen weiter bei der WKR (Welser-Kunststoff-Recycling) zu Granulat verarbeitet, das wiederum für die Produktion von Abdeckfolien oder Restabfallsäcken eingesetzt wird. PS/PP wie zum Beispiel Joghurtbecher oder Blumentöpfe werden in Kärnten zu Rohstoff für Kleiderbügel oder Schuhabsätze verarbeitet. 90 Prozent der im ASZ gesammelten Kunststoffe werden stofflich recycelt, das heißt der Kunststoff wird im Kreislauf geführt. Nur zehn Prozent werden als Ersatzbrennstoff zum Beispiel in der Zementindustrie genutzt“, erläutert Wohlmuth den Recycling-Kreislauf.
Problem: Littering und Mikroplastik
Immer wieder kommt es auch vor, dass Plastik achtlos auf der Straße oder in der Natur entsorgt wird. Littering, also achtloses Wegwerfen von Verpackungen, verursacht laut Wohlmuth österreichweit jährliche Reinigungs- und Sammelkosten von 15 bis 20 Millionen Euro. Aber nicht nur Plastikverpackungen verschmutzen die Umwelt, auch Mikroplastik wird zunehmend zu einem Problem. „Mikroplastik gelangt ja meistens über die Kanalsysteme in Flüsse und Meere. Sehr viele Kosmetika enthalten diese winzigen Partikel. Auf dem Umweg über Fische, Säugetiere und zum Beispiel Gemüse gelangt es auch in den menschlichen Organismus“, gibt Wohlmuth zu bedenken.


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