549 Taferlklassler starten im Bezirk Schärding in einen neuen Lebensabschnitt
BEZIRK SCHÄRDING. Am 10. September beginnt das neue Schuljahr 2018/2019. 549 Kinder im Bezirk Schärding drücken als Taferlklassler erstmals die Schulbank. Für sie beginnt ein neuer, spannender Lebensabschnitt.

Der Eintritt in die Schule ist für Kinder, aber auch für Eltern ein großer Schritt. Der neue Alltag des Kindes verändert den Rhythmus der Familie. „Das Einspielen auf diesen ist enorm wichtig, damit das Kind sich auf die neue Situation gut einstellen kann“, erklärt Schärdings Pflichtschulinspektorin Eva Panholzer.
Vorfreude aber auch Angst
Der Schuleintritt bedeutet Vorfreude – aber auch Ängste können vorkommen. Eltern sollten daher laut Panholzer keinen Leistungsdruck auf die Kinder ausüben, viel mit ihnen über den neuen Lebensabschnitt sprechen und auf alle Fragen des Kindes eingehen. „Vor dem Schuleintritt ist eine spielerische Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt sehr hilfreich. Etwa durch das gemeinsame Durchblättern von Bilderbüchern, die sich mit dem Thema Schule beschäftigen, Spielen, auf Fragen eingehen oder das Üben von Hand- und Fingerfertigkeiten wie ausmalen oder Figuren ausschneiden“, rät die Pflichtschulinspektorin.
Neues System – neue Regeln
Kinder müssen sich in der Schule einem neuen System mit neuen Regeln anpassen. „Eltern sollten den Pädagogen daher vertrauen, ihnen Rückendeckung geben und mit der Schule an einem Strang ziehen. Sollten tatsächlich einmal Fragen bzw. Unstimmigkeiten auftauchen, ist es wichtig, diese umgehend mit der Lehrperson zu besprechen. So können Probleme zur Zufriedenheit aller gelöst werden“, erklärt Eva Panholzer und meint weiter: „Wichtig ist aus meiner Sicht auch ein eigener Arbeitsplatz, an dem das Kind in aller Ruhe seine Hausübungen machen, aber auch lesen, zeichnen und basteln kann.“ Der Schulweg sollte im Vorfeld besprochen und geübt werden, egal ob das Kind mit dem Bus fährt oder zu Fuß geht.
Den ersten Schultag feiern
Aber am wichtigsten ist natürlich, dass die Kinder Lust auf die Schule und aufs Lernen kriegen. „Die Eltern können hier sehr viel Positives bewirken, indem sie zum Beispiel sagen: Du wirst coole Freunde finden, tolle Bücher lesen und ganz viel Neues lernen. Deshalb sollte meiner Meinung nach der erste Schultag auch gebührend gefeiert werden, denn so einen Tag erlebt man schließlich nur einmal im Leben – das darf lange in Erinnerung bleiben“, so die Pädagogin über den ersten Schultag.
Übergang von den Ferien in die Schule richtig meistern
Aber nicht nur die Taferlklassler starten am 10. September ins neue Schuljahr, auch für alle anderen Schüler enden die Sommerferien. Das Entspannen in den Ferien ist, so Panholzer, für die Schüler enorm wichtig. Das Auskosten der Freizeit ist für das Aufladen der „Batterien“ unerlässlich. Dann gilt es aber wieder, den Übergang zum Schulalltag entsprechend zu gestalten. „Zum Einstieg ins neue Schuljahr ist es ideal, die Aufgaben und Übungen aus den letzten Wochen vor Schul-ende anzusehen und in Erinnerung zu bringen, damit der Anschluss gut klappt“, rät Panholzer den Schülern.
Schwerpunktthema im neuen Schuljahr: Digitalisierung
Pädagogisch wird die Schulen des Bezirkes das Thema Digitalisierung mit all ihren Vor- und Nachteilen in diesem Schuljahr weiter begleiten. „Ich persönlich sehe hier in den Schulen schon noch großen Handlungsspielraum, weil ein kompetenter Umgang mit Medien eine bedeutende Schlüsselkompetenz für eine zeitgemäße Bildung darstellt“, so die Pflichtschulinspektorin. Verpflichtende Schulleistungstest in verschiedenen Bereichen werden auch in diesem Schuljahr flächendeckend in den Schulen durchgeführt, um das Leistungspotential und die Kompetenzen jedes einzelnen Kindes optimal fördern zu können. Die Umsetzung des Bildungsreformgesetzes 2018 wird die Schulen laut Panholzer auch beschäftigen.
Älteste, jüngste, kleinste und größte Schule im Bezirk
Eine der ältesten urkundlich erwähnten Schule des Bezirkes ist die 1395 gegründete „Lateinschule“ in Schärding, aus der sich bis 1863 eine dreiklassige Trivialschule und ab 1864 eine vierklassige gemischte Volksschule entwickelt hat. Im Jahr 1890 wurde daraus die jetzige Kaiser-Franz-Joseph-Volksschule. Als Gegensatz dazu ist die Neue Mittelschule St. Aegidi (ehemals Hauptschule St. Aegidi) die jüngste Schule des Bezirkes. Die Wirksamkeit der selbstständigen Neuen Mittelschule St. Aegidi ist mit Beginn des Schuljahres 1989/90 eingetreten. Die größte Schule des Bezirkes ist die Neue Mittelschule Schärding, wohingegen die kleinste Schule die Volksschule Engelhartszell ist. Immer wieder wird diskutiert, Kleinstschulen zu schließen. Das Bildungsreformgesetz 2017 umfasst die Neuordnung der Schulbehörde, den Ausbau der Schulautonomie, sowie die Weiterentwicklung der Objektivierung im Rahmen der Besetzung von leitenden Funktionen im Schuldienst und die Möglichkeit des Clusterns von Schulen. „Das bedeutet, dass von der Schließung von kleineren Schulen zum momentanen Zeitpunkt eher abgesehen wird und keine Zusammenlegungen geplant sind. Der Unterschied zur jetzigen Situation ist aber, dass ein Leiter für mehrere Schulen (Cluster) zuständig ist. Der (Cluster)Leiter ist dann nicht mehr täglich als Ansprechpartner vor Ort“, erklärt Panholzer abschließend.


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