Monsun: Zwei Schärdinger erlebten Überflutungen in Indien hautnah mit
ANDORF/ST. AEGIDI/FREINBERG. Bereits zum zweiten Mal machte sich Michaela Meindl aus Freinberg im August auf die Reise, um die Cluny-Ordensschwestern in Salem, Indien, als Volontärin zu besuchen. Auch NMS-Lehrer aus St. Aegidi Manfred Fröhler verbrachte zeitgleich vier Wochen in diesem Projekt, das seit 2015 von der Andorfer Hilfsorganisation ora international unterstützt wird.

Wieder zurück in Österreich berichten beide mit leuchtenden Augen von dem unermüdlichen Einsatz der Ordensschwestern von „Anbu Illam“ – das ist Tamil für „Haus der Liebe“ –, so heißt das Kloster, das eine Schule für Kinder mit Beeinträchtigungen, einen Kindergarten, Kinderparlamente, eine Ambulanz, Nähkurse und Spargruppen für Frauen anbietet.
Sintflutartige Regenfälle
Zwischendurch erlebten die beiden Österreicher, gemeinsam mit zwei spanischen Freiwilligen, einen verregneten, aber schönen Ausflug nach Alleppey im Bundesstaat Kerala. Sie hatten Glück, denn nur wenige Tage später steht die Region komplett unter Wasser: es handelt sich im wahrsten Sinne um eine Sintflut. Gemeinsam mit den Ordensschwestern vor Ort startet ora international einen Aufruf für Spenden für die Katastrophenhilfe in Kerala.
Infrastruktur zerstört
Durch den ungewöhnlich starken Monsunregen mussten etliche Dämme in Südindien geöffnet werden. Es sind die schlimmsten Überschwemmungen in Kerala seit 100 Jahren. Über 400 Menschen kamen in den Wassermassen und Muren seit Mitte August ums Leben, geschätzt eine Million Menschen haben Zuflucht in Notunterkünften gefunden. Nun geht das Wasser zurück, doch die Infrastruktur ist vielerorts zerstört, etliche haben ihre Arbeit, ihr Zuhause und ihr Hab und Gut verloren und die Folgen für Landwirtschaft und Tourismus sind verheerend.
Hilfe dringend nötig
ora-Kontaktfrau vor Ort, Ordensschwester Ephrem, schreibt aus Indien: „Jeden Tag erreichen uns Hilferufe. Wenn das Wasser zurückgeht, dann benötigen die betroffenen Menschen besonders unsere Hilfe. Wir helfen mit Essen und Trinkwasser, Kleidung, Hygieneartikeln, medizinischer Versorgung, sicheren Unterkünften und wir haben ein offenes Ohr für jene, die alles verloren haben. Ich erbitte eure Unterstützung – wenn es euch möglich ist.“ Auf dem ora-Spendenkonto sind gleich einige großzügige Spenden eingegangen, sodass sofort 5.000 Euro für ersten Maßnahmen weitergeleitet werden konnten. „Das mag nicht nach viel Geld klingen, doch hiervon können Schwester Ephrem und ihr Team bereits etlichen armen Familien ganz konkret unter die Arme greifen“, erklärt ora-Geschäftsführerin Katharina Mantler.
Reise ins Katastrophengebiet
Anfang September reisen die Schwestern aus Salem ins Katastrophengebiet von Vandipariyar und Munnar, um gemeinsam mit den Cluny-Schwestern vor Ort den Ärmsten der Armen beizustehen. Denn wenn die Schulen wieder öffnen, werden die Kinder neue Hefte, Stifte und Schul- uniformen brauchen. Die Familien benötigen Töpfe, Bettlaken, Kleidung und allerlei alltägliche Dinge. Und was ebenso nötig ist, sind psychologische Begleitung, Gebet und Ermutigung.
Sichere Heimkehr von Michaela und Manfred
„Hinter uns die Sintflut“ – Michaela und Manfred haben die Krisenregion sicher verlassen können. Doch hunderttausenden Menschen war dies nicht möglich. Deshalb bittet ora um Spenden für die Katastrophenhilfe in Kerala. „Im Namen von Schwester Ephrem und den Familien in Indien danken wir bereits jetzt allen, die diesen Einsatz finanziell und im Gebet unterstützen“, so Katharina Mantler aus Andorf. Mehr Informationen auf www.ora-international.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden