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SCHÄRDING. Im September 1993 fiel die Entscheidung, am Landeskrankenhaus Schärding einen Notarztstützpunkt zu betreiben, um die Bevölkerung des Bezirkes notfallmedizinisch bestmöglich zu versorgen. Zwischen drei und vier Einsätze pro Tag – so lautet die Bilanz des Notfallteams Schärding. Allein im Vorjahr war das NEF-Team 1.311 Mal unterwegs.

Die Notfallsanitäter des Roten Kreuzes und die Notärzte des LKH Schärding waren 2017 insgesamt 1.311 Mal im Einsatz. Foto: gespag

Das Notfallteam Schärding absolvierte seinen ersten Einsatz am 15. Dezember 1993. Bereits im Juli 1995 wurde der 1.000ste Notfallpatient versorgt und das erste Baby im Notarztwagen geboren. 2002 wird ein zweites Sonderrettungsmittel, der Notarzthubschrauber Christophorus Europa 3 in Suben stationiert, ein Gemeinschaftsprojekt von ÖAMTC, ADAC und dem Roten Kreuz, der Rettungseinsätze grenzüberschreitend, allerdings nur tagsüber, durchführt. Auch Notärzte aus dem LKH Schärding und Notfallsanitäter des Notarztstützpunktes Schärding gehören zur Crew.

Umstellung auf Notarztwagen

2010 erfolgt in Schärding die Umstellung vom Notarztwagen (NAW) auf das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF-System). Der Vorteil des jetzigen Systems liegt in der größeren Flexibilität. Zahlreiche Patienten können nach der notärztlichen Versorgung der Rettungsmannschaft übergeben werden und das Notfallteam steht für weitere Einsätze zur Verfügung.

Ablauf eines Einsatzes

Der Notruf geht bei der Rettungsleitstelle Innviertel, unter der Notrufnummer 144, beim Roten Kreuz ein. Die Informationen werden an das Notfallteam (Notarzt und Notfallsanitäter) weitergeleitet. Ein elektronisches Display zeigt den genauen Einsatzort und Auftrag an. Mit im Gepäck sind unter anderem: ein EKG zur Messung der Herzaktivität, ein Defibrillator, der dem Herz bei Bedarf Elektroschocks verabreicht, ein Thoraxkompressionsgerät (Lukas), das die Herzdruckmassage durchführt, ein Blutdruckgerät, eine Sauerstoffmaske und diverse Notfallmedikamente. Doch das Wichtigste, was das Notfallteam mitbringt, sind Routine und Erfahrung. „Wenn ich einen Patienten genau ansehe, mit ihm spreche und mit meinen Händen den Puls fühle und den Blutdruck spüre, kann ich die Lage bereits einschätzen“, so Oberärztin Claudia Feichtinger, Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH Schärding sowie ärztliche Leiterin des Notarztstützpunktes.

Seite an Seite für das Leben des Patienten

„Bei akuten lebensbedrohenden Notfällen und Unfällen sind gute Teamarbeit und rasche Entscheidungen von großer Bedeutung. Ersthelfer, der Allgemeinmediziner vor Ort, Rettungsmannschaft, Polizei, Feuerwehr und das Notfallteam kämpfen manchmal Seite an Seite für das Leben eines Patienten“, so der leitende Notfallsanitäter und Bezirksrettungskommandant des Roten Kreuzes Schärding Josef Hamedinger.

Positive Jahresbilanz 2017

Zwölf Notfallsanitäter des Roten Kreuzes und elf Notärzte des Schärdinger Krankenhauses waren 2017 insgesamt 1.311 Mal im Einsatz. Das bedeutet ein Plus von etwa 100 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr und somit das einsatzreichste Jahr seit Bestehen des Teams. Dabei wurden bei den diversen Fahrten über 45.000 Kilometer zurückgelegt, das mehr als den gesamten Erdumfang entspricht. Hauptursachen für die Alarmierung des Notarztteams waren akute Erkrankungen, Verkehrs- und Arbeitsunfälle. Bei den Diagnosen dominierten Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schlaganfälle und Lungenerkrankungen. Weiters musste in 17 Fällen auf Grund von Alkoholvergiftungen ausgerückt werden. Zu den schönsten Erinnerungen zählen sicherlich die fünf Entbindungen, bei denen Notfallsanitäter und Notärzte die werdenden Mütter begleiten durften.

Rasche Hilfe bedeutend

Im NEF kommen ausschließlich Fachärzte für Anästhesie und Intensivmedizin des LKH Schärding zum Einsatz, das zu einer äußerst hohen Versorgungsqualität der Bevölkerung beiträgt. Wie wichtig rasche Hilfeleistung durch erfahrene Notfallsanitäter und Notärzte ist, zeigt eine Statistik der Schwere der Verletzungen und Erkrankungen. In 1.141 Fällen handelte es sich um mäßig bis schwere gesundheitliche Störungen bzw. akute Lebensgefahr oder eine Reanimation. In 39 Fällen kam leider jegliche medizinische Hilfe zu spät. Auch um Nachwuchsförderung kümmert sich das Notfallteam. So wurden drei angehenden Notfallsanitätern beim Roten Kreuz Praktika ermöglicht, um den Nachwuchs zu sichern.


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