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BEZIRK SCHÄRDING. Das kulturelle Leben ist aufgrund der Corona-Pandemie seit Monaten auf Eis gelegt. Tips sprach mit Franz Schmid, Obmann des Kulturvereines Schärding, und Walter Zauner, Obmann der Kultur AG Münzkirchen, über die Herausforderungen des letzten Jahres und die Zukunftspläne der Kulturvereine.

  1 / 3   Kunst und Kultur noch auf Eis Der Kulturverein Schärding und die Kultur AG Münzkirchen wären startbereit für die Durchführung von Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Konzert von Cobario am 14. Mai im Schlosspark. (Foto: Peter Wieser)

Tips: Seit mittlerweile einem Jahr müssen wir alle mit Corona leben: Welches Resümee können Sie über dieses Jahr ziehen?

Franz Schmid: Natürlich mussten auch wir alle Veranstaltungen im Frühling bis hin zum Sommer absagen. Eigentlich haben wir im Sommer eine Pause. Diesmal nicht. Wir schoben zwei Veranstaltungen ein, eine Lesung und einen Liederabend, die gut besucht waren. Die Klavierkonzert-Matinee am 27. September mit Peter Walchshäusl zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethoven war ein großer Erfolg. Leider kamen zur Lesung am 29. Oktober von Marlen Schachinger in der Schlossgalerie Schärding kaum mehr Leute.

Walter Zauner: Wir haben dieses Jahr nie aufgehört Veranstaltungen zu planen. Vieles musste zwar abgesagt werden und doch konnten wir ein paar Veranstaltungen wie etwa die Sommerwanderung mit Musik, ein Online-Weinseminar und den Kinder- und Jugendliteraturpreis „die augustine“ im Rahmen unseres geplanten sozialkulturellen Forums „context sauwald“ durchführen.

Tips: Welche Bedeutung hat Kunst und Kultur für viele Menschen?

Zauner: Ich möchte dies mit einem Zitat beantworten: „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen“ (Aristoteles) d.h. gerade in dieser Zeit der sozialen Distanz und Absonderung wäre Kultur und Kunst sehr wichtig um Freude in den Alltag zu bekommen. Viele Menschen leiden derzeit unter dieser sozialen Einsamkeit und ich denke, dass hier geradezu ein Vakuum bzgl. Kontakten entsteht. Leider wird aber die nach wie vor sehr angespannte gesundheitliche Gesamtsituation die Euphorie ins Konzert bzw. zur Lesung, einer Ausstellung zu gehen noch weiterhin dämpfen.

Schmid: Ich bin überzeugt, dass vielen Menschen etwas fehlt, wenn sie keinen Zugang mehr zu Kunst und Kultur haben. Gerade wenn man etwas nicht mehr hat, was sonst leicht und oft im Übermaß verfügbar war, merkt man fast körperlich, wenn es fehlt. Kultur erzeugt Identität. Kultur eignet sich z.B. für eine Stadt sehr gut um nachhaltig für Besucher interessant zu sein. Die Verbindung von Genuss, Kulinarik und Kunst für Schärding finde ich besonders spannend. Picasso hat recht, wenn er meint: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“. Das können wir gerade in diesen Zeiten gut gebrauchen.

Tips: Wäre es Ihrer Ansicht nach möglich wieder Veranstaltungen über die Bühne gehen zu lassen?

Schmid: Mit Test wie beim Frisör, FFP2-Maske und den sonst bekannten Maßnahmen müssten wir wieder starten dürfen. Unsere Erfahrungen zeigten, dass die allermeisten Leute da gerne mitmachen. Ich denke mir, dass wir noch eine Durststrecke bis Mitte Mai haben, dann müsste doch endlich auch zu spüren sein, dass viele schon geimpft sind.

Zauner: Veranstaltungen wären gerade im Kulturbereich mit einem COVID-19-Präventionskonzept gut möglich. Wir hatten diese Situation vor dem Lockdown im Herbst. Maske und ein Meter Abstand und Eingangskontrollen wären hier leicht umsetzbar. Leider sind nicht alle Veranstaltungssäle so groß um auf eine taugliche Kapazität an Sitzplätzen um eine Veranstaltung kostendeckend machen zu können. Für die Kultur AG würde das z.B. heißen, dass wir statt 300 Personen nur ca. 70 Personen in der Saal der Musikschule einlassen dürften. d.h. ohne zusätzliche Förderungen wäre ein Jahresprogramm wie wir es gewohnt waren nicht möglich. Wir müssen in Zukunft meiner Meinung nach ca. die nächsten 3 Jahre auf andere Veranstaltungsformate und Angebote setzen.

Tips: Wie sehen eure Planungen für das Jahr 2021 aus?

Schmid: Unsere nächste Veranstaltung ist/wäre die Lesung von Brita Steinwendtner am 22. April in der Schlossgalerie aus ihrem neuen Roman „Gesicht im blinden Spiegel“. Sie erzählt uns die spannende und berührende Geschichte von Johannes, dessen Leben zwischen 1850 und 1914 abläuft. Es verschlägt ihn von Deutsch Böhmen über Oberösterreich nach Venedig. Hervorragend recherchiert und mit Anteilnahme erzählt, gehört dieses Buch zu den Highlights der aktuellen Neuerscheinungen. Nach heutiger Sicht schaut es nicht gut aus für diese Veranstaltung. Unsere weiteren Planungen: 9. Mai Muttertags Matinee mit den Basil Coleman Solisten im Kubinsaal; 14. Mai: Konzert mit Cobario im Schlosspark; 16. Mai: Ausstellungseröffnung – Von Kindeshand; 25. Juni: 7. Schärdinger Kriminacht in der Arena Schärding; 12. bis 15. Juli: Zeichenseminar mit Martin Staufner; 23. Juli: Vernissage der Ausstellung Konrad Schmid & Andreas Sagmeister.

Zauner: Unser Jahresprogramm steht, wir sind vorbereitet, sobald es wieder möglich ist Veranstaltungen zu machen, sind wir startbereit. Gerade ein Thema, das durch die Pandemie einen großen Boom ausgelöst hat „Bewegung im Freien“ könnten wir mit unserem „repair-café“ ALLES RUND UM DAS RAD mit e-Bike-Ausstellung befeuern, der Kinder- und Jugendliteraturpreis „die augustine“ und unser vom Herbst verschobenes sozial kulturelles Forum am 4. und 5. Juni 2021 sind eigentlich fixiert. Sollte dies alles leider der Pandemie geschuldet nicht stattfinden können, dann freuen wir uns zumindest auf die „Wanderung mit Musik“ Ende Juli. Die sollte dann zumindest im Freien wieder möglich sein und wir laden jetzt schon alle sehr herzlich dazu ein.


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