In den vergangenen zwei Jahren wurden 30 Projekte unterstützt
INNVIERTEL. Die LEADER-Region Sauwald-Pramtal ist eine Anlaufstelle für Menschen mit regionalen Projektideen, die durch ihre Initiativen die Region nachhaltig entwickeln möchten. Tips hat mit Geschäftsführer Johannes Karrer gesprochen.

Tips: Herr Karrer, wie viele neue Projekte wurden in den vergangenen zwei Jahren von LEADER unterstützt? Welches von diesen finden Sie besonders erwähnenswert?
Karrer: Seit November 2019 haben wir 30 neue Projekte mit regionalen LEADER Mitteln unterstützt. Damit wurden Initiativen aus den Bereichen Wertschöpfung, Gemeinwohl, Inklusion und Kultur gefördert. Alle Projekte tragen einen Mehrwert zur Entwicklung der Region bei und jedes hat einen wichtigen Stellenwert. Sehr interessant war die Diskussion im Projektauswahlgremium zum Projekt „Pramtaler Wurmzucht“ der Andorfer Wurmkiste. In dem Projekt sind technische Innovationen verbunden mit einer Kooperation mit regionalen Landwirten. Gemeinsam werden importierte Ressourcen – die Würmer – durch regional erzeugte Würmer ersetzt. Ein innovatives Projekt, das einen direkten Mehrwert für die Landwirte und die Wurmkiste bringt und dazu einen ökologischen Vorteil für die Konsumentinnen, Konsumenten und die Umwelt.
Tips: Gab es Projekte, die Corona zum Opfer fielen?
Karrer: Ja, gleich zu Beginn, im Frühjahr 2020 fielen einige Projekte aus. Teilweise wurden diese später in kleinerer Version eingebracht, teilweise gänzlich aufgegeben. Einige Projekte sind wohl auch gestoppt worden, bevor sie uns erreicht haben.
Tips: Im Hotel Wesenufer fand die Klausur zur Bewerbung für die neue LEADER Periode statt. Wie fällt Ihr Fazit darüber aus?
Karrer: Sehr gut! Alle Teilnehmer waren sehr engagiert und haben sich sehr aktiv eingebracht. Für uns ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur neuen LEADER-Periode ab 2023, für die wir uns als Region bewerben müssen. Die nächsten Schritte folgen schon Ende November. Wir laden Experten aus der Region zu vier Themenfeldern ein: Am 23. November zu Wertschöpfung (Landwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft) in Andorf. Ebenfalls am 23. November in Andorf zu Gemeinwohl (Daseinsvorsorge, Zusammenleben, Mobilität, Demografischer Wandel). Mit den Themen Klima und Kultur befassen wir uns am 25. November in Kopfing. Zu Beginn des Jahres 2022 geht es weiter mit Bürger-Gesprächen.
Tips: Für einige Bürgermeister war es die erste Klausur? Wie war ihr Feedback?
Karrer: Eingeladen zur Klausur waren das Projektauswahlgremium und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Ich habe mich sehr gefreut, auch viele neue Gesichter begrüßen zu dürfen. Einige waren noch nicht so stark mit LEADER vertraut – das Feedback war aber durchwegs positiv, weil man sich über gemeinsame Ziele und Aktivitäten in der Region auch persönlich besser kennenlernen kann. Das Nachdenken und Besprechen der Zusammenarbeit in der Region und die Zukunftsthemen wurden als sehr positiv und motivierend empfunden.
Tips: Welche Themen wurden im Zuge der Klausur besprochen?
Karrer: Nach Impulsen zur LEADER Entwicklung in Österreich und dem Fahrplan der Strategieentwicklung stand eine Reflexion über die bisherige Arbeit in der ablaufenden Periode und wie wir uns weiterentwickeln können. Hauptteil waren intensive Überlegungen zu Stärken, Schwächen sowie Chancen und Risiken in der Region Sauwald-Pramtal entlang der Themen Wertschöpfung, Kultur, Demographie, Daseinsvorsorge sowie Klima & Natur.
Tips: Worauf will LEADER in Zukunft den Fokus legen?
Karrer: Wir sind noch am Beginn der Strategieentwicklung, es ist noch nichts fixiert. Wesentlich wird sein, dass wir unsere Stärkefelder beibehalten aber dazu mehr Gewicht in Themenfelder legen, die bisher weniger im Fokus waren. Dazu gehören aus meiner Sicht auch die Themen Klima und Bioökonomie.
Tips: Welche Projekte sollen in der nächsten Zeit umgesetzt werden?
Karrer: „Wie’s Innviertel schmeckt“ wird demnächst eine neue Phase starten, um sich noch weiter entwickeln zu können und die Direktvermarktung im ganzen Innviertel besser und schlagkräftiger werden zu lassen. Ich freue mich auf das Projekt „Theater INNklusiv“ des Vereins innvita & St.Bernhard. Ein inklusives Projekt, dass Menschen Mut machen soll, sich von eigenen oder anderen Beeinträchtigungen nicht aufhalten zu lassen. Die Proben dazu sind in vollem Gange, im Frühjahr 2022 finden die Auftritte statt.


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