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SCHÄRDING. Die Corona-Krise dauert nun schon zwei Jahre an. Tips sprach mit dem Ärztlichen Leiter des Klinikums Schärding, Thomas Meindl, über den aktuellen Stand der Pandemie-Bekämpfung.

Thomas Meindl, ärztlicher Leiter des Klinikums Schärding, stand Tips zum Thema Corona Rede und Antwort. (Foto: OÖG)

Tips: Wie ist die aktuelle Lage im Klinikum Schärding? Reichen die Kapazitäten?

Thomas Meindl: Aufgrund der Disziplin der Bevölkerung im Lockdown kam es zu einer deutlichen Entspannung der Situation im Klinikum Schärding, sodass unsere Kapazitäten derzeit ausreichen. Inwieweit es zu dramatischen Änderungen in der Zukunft kommt, kann natürlich noch nicht abgeschätzt werden.

Tips: Wie ist das Verhältnis von geimpften zu ungeimpften Patienten?

Meindl: Tendenziell waren etwas mehr ungeimpfte Patienten bei uns in Behandlung. Diese waren insgesamt jünger und kaum mit Vorerkrankungen belastet, während Geimpfte älter waren und schwere Vorerkrankungen hatten. Nicht auszudenken, was wäre, wenn sich die Älteren nicht hätten impfen lassen.

Tips: Wie ist die Stimmung beim ärztlichen und Pflegepersonal?

Meindl: Durch die Erfahrungen der dritten Welle konnten wir die „Lessons Learned“ umsetzen, wodurch es beim Personal zwar zu Anspannung und Mehrbelastung führte, aber nicht zu einer Eskalation oder Erschöpfung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in dieser vierten Welle hervorragend gearbeitet und sich nicht unterkriegen lassen, wofür ich meinen aufrichtigen Dank aussprechen möchte.

Tips: Was halten Sie und Ihre Kollegen von den Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen?

Meindl: In einem demokratischen Land steht es jedem Bürger frei, seine Standpunkte öffentlich zu äußern, dies wird auch von uns im Krankenhaus akzeptiert. Wir hatten niemals Probleme mit Personen, die mit den Maßnahmen der Bundesregierung nicht einverstanden sind. Die Demonstranten, die in der Nähe unseres Krankenhauses vorbeigezogen sind, haben sich sehr diszipliniert verhalten, was ich als sehr positiv bemerken möchte.

Tips: Kann man Impfskeptiker doch von der Impfung überzeugen? Oder ist dies ein unmögliches Unterfangen?

Meindl: Wichtig ist in jedem Fall, aufzuklären und das Gespräch zu suchen und nicht in Konfrontation zu gehen. So hat man die besten Chancen, über Aufklärung und Wissensvermittlung Überzeugungsarbeit leisten zu können.

Tips: Viele Impfskeptiker legitimieren ihre Meinung auch dadurch, dass es auch unter Wissenschaftlern und bei Ärzten und anderem medizinischen Personal Ungeimpfte gibt. Wie ist das zu erklären?

Meindl: Nach zwei Jahren Covid-Infektionen ist die Wissenschaft auf einem sehr hohen Niveau und weiß sehr gut über diese Krankheit Bescheid, sodass man den wissenschaftlichen Erkenntnissen voll vertrauen kann.

Tips: Ist es sinnvoll, auf einen Totimpfstoff zu warten? Was ist der Unterschied zu den mRNA-Impfstoffen?

Meindl: Prinzipiell ist es nicht sinnvoll, auf einen Totimpfstoff zu warten, wenn es in ausreichenden Mengen anderen Impfstoff gibt, auch der mRNA-Impfstoff ist kein Lebendimpfstoff.

Tips: Was sagen Sie Leuten, die sich nicht impfen lassen wollen und stattdessen auf Medikamente warten?

Meindl: Diese Medikamente sind noch nicht auf dem Markt, die Impfung hingegen schon millionenfach angewendet – und hilft! Personen, die auf Medikamente, z.B. Tabletten, warten, tragen nicht nur für sich selber die Verantwortung, an einer schweren Covid-19-Infektion zu erkranken, dies ist ihr persönliches Risiko. Zudem sind mit jeder Erkrankung auch gesundheitliche, persönliche und soziale Einschnitte zu bedenken, z.B. an Personen, die entweder im selben Haushalt wohnen oder an Arbeitskollegen, welche die Arbeit übernehmen müssen usw.

Tips: Wie sollen sich Frauen mit Kinderwunsch verhalten?

Meindl: Eine Impfung mit mRNA-Impfstoff soll im 2. oder 3. Trimenon erfolgen. Bei Schwangeren besteht ein erhöhtes Risiko, bei einer Covid-19-Infektion intensivpflichtig zu werden.

Tips: Die mRNA-Impfstoffe können laut den Herstellern in sechs bis acht Wochen auf neue Virus-Varianten umgestellt werden. Können wir davon ausgehen, dass Impfungen im Frühjahr dann auch an Omikron angepasst sind?

Meindl: Ich gehe davon aus, dass die Hersteller ehest möglich auf die neuen Bedingungen reagieren, um die weitere Verbreitung der Omikron-Variante einzudämmen.

Tips: Gibt es noch etwas, was Sie den Leuten mitteilen wollen?

Meindl: Noch immer gelten die Abstandsregel, das Tragen der Maske, Lüften des Raumes als hervorragende Möglichkeiten, Covid-Infektionen zu verhindern. Ich kann jedem auch nur eine Vollimmunisierung mit einem Impfstoff und die ehestmögliche Boosterung mit der 3. Impfung empfehlen.<


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