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Quo vadis: Stift Engelszell steht weiter vor einer ungewissen Zukunft

Alexander Kobler, 15.12.2023 10:38

ENGELHARTSZELL. Das letzte Trappistenkloster im deutschsprachigen Raum, der Stift Engelszell in der Gemeinde Engelhartszell, wird aufgelöst, diese Nachricht wurde schon im Mai diesen Jahres bekannt. Seitdem wird nach einer Zukunftslösung für den Standort gesucht. Eine Einigung mit zwei Interessenten kam nun nicht zustande. Bei einem Pressegespräch berichtete die Ordenskommision nun über den Status Quo und das weitere Vorgehen.

Dom Samuel (v.l.), Winfried Hinzen, Pater Hubert und Dom Dominique vor der Stiftskirche (Foto: Tips/Kobler)
photo_library Dom Samuel (v.l.), Winfried Hinzen, Pater Hubert und Dom Dominique vor der Stiftskirche (Foto: Tips/Kobler)

Seit dem Bekanntwerden der Auflösung des Trappistenklosters sucht die Ordenskommision unter der Leitung von Dom Samuel Lauras fieberhaft nach einer geeigneten Zukunftslösung. Die Wichtigkeit des Stifts Engelszell für die Region betonten Dom Lauras und der Kommunikationsbeauftragte des Stifts, Winfried Hinzen, beim Pressegespräch unisono. Rund 100 Jahre lebten Mönche in Engelszell, doch schon seit längerem war ihre Gemeinschaft nur mehr sehr schwach besetzt. Auch die Bevölkerung sei an einer Weiterführung, vor allem auch der Läden des Stiftes, sehr interessiert. Dom Samuel betonte, Engelszell solle ein christlicher Ort bleiben.

Bis zuletzt hatte man gehofft, mit der Caritas Oberösterreich und dem Institut Österreichischer Orden eine Einigung zu erzielen, diese frohe Botschaft kurz vor Weihnachten hat sich nun aber nicht erfüllt und der Standort steht damit mehr denn je vor einer ungewissen Zukunft. Die Gründe für die Absage der beiden Interessenten lagen vor allem an Management-Fragen, wirtschaftlichen Gründen sowie der Konzentration auf deren Kernauftrag. Interessenten gibt es weiter nach wie vor, aber diese seien häufig auch von unseriöser Natur und dadurch ungeeignet. Die Grundbedingung, dass es sich um eine kirchliche Institution handeln muss, wurde nun aber fallengelassen, ebenso wie die Unverletzlichkeit der Einheit des Stifts.

Suche geht 2024 weiter

Hinzen machte auch deutlich, dass der Orden auch keinerlei finanzielles Interessen verfolge. „Wir sind bestrebt nun schnell nach neuen Lösungen zu suchen“, erklärte der Kommunikationsbeauftragte. Derzeit sind in Engelszell noch rund 15 Mitarbeiter tätig, die in der Likörproduktion, der Gastronomie, der Brauerei, dem Heizkraftwerk sowie in der Landwirtschaft arbeiten. Alle diese Sparten seien für sich erfolgreich geführt, betonte Dom Samuel. Was den weiteren Zeitplan angeht, so will man sich nun noch das ganze Jahr 2024 Zeit geben, um nach einer geeigneten Alternativlösung zu suchen. Wie Winfried Hinzen erläuterte, sei man dabei auch in enger Abstimmung mit der Marktgemeinde Engelhartszell und dem Land OÖ. Im kommenden Jahr soll das Leben im Stift erstmal ganz normal weitergehen, so soll beispielsweise auch auf etwaige Kündigungen verzichtet werden. Auch touristisch und dabei vor allem die Stiftskirche soll der Standort weiter genutzt werden. 

Derzeit leben noch drei Mönche im Stift

Aktuell leben noch drei Mönche in Engelszell. Altabt Marianus lebt seit einigen Monaten im von den Franziskanerinnen geführten Heim, der letzte Obere, Pater Hubert, ist nach einem längeren Krankenhausaufenthalt wieder zurückgekehrt und Bruder Reinhard produziert die begehrten Klosterliköre. Sie sollen 2024 im Stift bleiben und ihre Arbeit fortführen. Ex-Bürgermeister und Tourismusobmann Friedrich Bernhofer wünscht sich für Engelszell „keine schnelle, sondern eine gute Lösung“. Dafür gibt sich die Ordenskommision nun noch einmal ein Jahr Zeit.


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