Rotes Kreuz stellt das Gewinnen und Halten von Mitarbeitern ins Zentrum
SCHÄRDING. Fast 170.000 ehrenamtliche Stunden im Dienst der Menschlichkeit: Um die 1.889 Mitarbeiter des Roten Kreuz im Bezirk Schärding halten und neue gewinnen zu können, brauche es attraktive Arbeitsbedingungen. Der Neubau der Ortsstelle Engelhartszell und Riedau seien dafür erst der Anfang.

2023 leisteten 1.673 freiwillige Rotes Kreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bezirk Schärding mehr als 169.000 Stunden im Dienst der Menschlichkeit. Das entspricht etwa 100 Vollzeitstellen, die durch Freiwillige ersetzt wurden. Gemeinsam mit 177 beruflichen Mitarbeitern und 39 Zivildienern legten die Ehrenamtlichen dabei 2,5 Millionen Kilometer in allen 30 Leistungsbereichen, die das Rote Kreuz im Bezirk anbietet, zurück. 17.432 Einsätze im Rettungs- und Krankentransport wurden durchgeführt, 168.000 Portionen Essen-auf-Rädern im ganzen Bezirk ausgeliefert.
Damit Gesundheitsversorgung und soziale Absicherung durch das Rote Kreuz auch in Zukunft gewährleistet werden können, gelte es, Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Attraktive Arbeitsbedingungen und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten sollen dabei helfen, erklärt Rotes Kreuz-Bezirksstellenleiter Florian Kolmhofer.
Herausforderung: Überalterung
Der demographische Wandel sei auch in Schärding stark zu spüren. Immer mehr ältere Bewohner seien eine Herausforderung auch für das Rote Kreuz. Im Bezirk Schärding ist das Rote Kreuz in jeder Gemeinde zumindest mit einem Leistungsbereich vertreten. Die Verantwortlichen engagieren sich aktiv, um das dichte Netz an Unterstützung auch zukünftig bieten zu können: Bei einer Mitarbeiterbefragung mit anschließender Strategie-Klausur habe sich herauskristallisiert, dass die „entsprechende Infrastruktur“ für die Mitarbeiterbindung wichtig sei, berichtet Kolmhofer. Der Neubau der Orststelle Engelhartszell, der im Herbst 2023 begonnen wurde, wie auch eine neue Ortsstelle in Riedau, die ab diesem Jahr gebaut werden soll, zeigten, dass das Rote Kreuz den Dienst attraktiv halten wolle.
Mit gezielten Maßnahmen, regelmäßigen Feedback-Gesprächen und einem offenen, wertschätzenden Umfeld wolle man - vor allem für den Rettungsdienst - neue Mitarbeiter gewinnen. „Durch unsere vielfältigen Leistungen findet sich für nahezu jeden Lebensabschnitt ein richtiges Betätigungsfeld“, unterstreicht Kolmhofer.
Entlastung des Rettungsdienstes durch weniger Krankentransporte
Erstmalig seit mehreren Jahren konnte 2023 der Krankentransportdienst durch das Rote Kreuz reduziert werden, berichtet Bezirksrettungskommandant Florian Kurz vom Erfolg intensiver Bemühungen. Die Appelle, „die Rettung“ nur zu rufen, wenn es sich um einen ernsten Notfall handle, seien enorm wichtig. Nur so könne der Rettungsdienst bestmöglich Leben retten.
Der Notarztstützpunkt in Schärding feierte 2023 sein 30-jähriges Jubiläum. Fünf speziell ausgebildete Notfallsanitäter unterstützen die rund 1.600 Rettungssanitäter im Bezirk. Bei einer Großübung in Esternberg wurde 2023 die Kooperation mit der Feuerwehr trainiert - inklusive Einsatzkräften aus Bayern, um im Ernstfall bestmöglich qualitativ hochwertige Hilfe bieten zu können, schildert Kurz.
Schärdinger sind Blutspender-Champions
Mit 4.210 Blutspenden wurde Schärding zum oberösterreichischen Bezirk mit den meisten Blutspenden pro Einwohner. Diese Spitzenposition habe Schärding seit mehr als zehn Jahren inne, betonen Kolmhofer und Kurz und bedanken sich bei Spendern, Helfern und Unterstützern.
2023 wurden mehr als 1.800 Ersthelfer ausgebildet. 315 Kinder und Jugendliche engagierten sich in neun Jugendrotkreuz-Gruppen. 122 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmerten sich um die Mobile Pflege und Betreuung.


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