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BEZIRK SCHÄRDING/NATTERNBACH. 3.320 Kilometer vom Nordkap bis nach Natternbach legten der Schärdinger Paralympics-Sieger Walter Ablinger nur mit der Kraft seiner Hände sowie die beiden Hobbysportler Gerald Bischof und Mario Großfurtner auf dem Rad für einen guten Zweck zurück: Mit der Aktion konnten sie bereits 40.000 Euro Spenden für zwei Familien aus Andorf und Natternbach sammeln, deren beeinträchtigte Kinder auf Unterstützung angewiesen sind.

Bei der Ankunft in Natternbach war die Freude groß. (Foto: N2N powered by Biogena)
  1 / 2   Bei der Ankunft in Natternbach war die Freude groß. (Foto: N2N powered by Biogena)

Eine Reise voller körperlicher Strapazen, mentaler Stärke und gelebter Solidarität ist zu Ende gegangen: Unter dem Titel „N2N – Nordkapp to Natternbach“ waren Walter Ablinger aus Rainbach, Gerald Bischof aus Andorf und Mario Großfurtner aus Raab 32 Tage lang unterwegs.

Gestartet waren die drei Sportler Ende Mai am Nordkap und wurden dabei von drei Betreuern begleitet. Insgesamt verbrachten sie rund 160 Stunden auf dem Rad sowie im Handbike und bewältigten 24.000 Höhenmeter – das entspricht etwa drei Besteigungen des Mount Everest.

Die Strecke führte das Team durch sechs Länder: Norwegen, Finnland, Schweden, Deutschland, Tschechien und Österreich. Die Bedingungen waren dabei alles andere als einfach. Viel Regen, laut den Sportlern teils katastrophales Wetter, schwer befahrbare Untergründe und Temperaturunterschiede von bis zu 39 Grad machten die Tour zu einer enormen Herausforderung. Innerhalb eines Monats durchquerten die Teilnehmer nach eigenen Angaben vier Jahreszeiten und alle europäischen Vegetationszonen – und hatten dabei keinen Ruhetag.

Mit dem Handbike unterwegs

Für Ablinger, der als Handbiker bereits an drei Paralympics teilgenommen hat und insgesamt fünf paralympische Medaillen gewann, war die Tour weit mehr als eine sportliche Leistung. Sie war: „Eine unglaubliche Lebenserfahrung mit extremer körperlicher und mentaler Anstrengung. Als querschnittgelähmter Rollstuhlfahrer erlebte ich die Reise als gelebte Inklusion mit großartigen, hilfsbereiten Menschen und vielen Unterstützern, die soziale Verantwortung mittragen.“

40.000 Euro gesammelt

Die Motivation blieb aber trotz aller Strapazen klar: zwei Familien zu helfen, die täglich an ihre Grenzen gehen. Schon 40.000 Euro konnten inzwischen durch die Aktion gesammelt werden.

Unterstützung kam dabei auch von Biogena, dem Hauptsponsor der Aktion. Das Unternehmen übernahm die Fixkosten der Reise – darunter Wohnwagen, Wohnmobil, Sprit, Verpflegung und Fähre – sowie die Radbekleidung. Dadurch können die Spendengelder zu 100 Prozent weitergegeben werden. Im Ikuna Naturresort in Natternbach wurde zudem der Platz für die Ankunftsfeier zur Verfügung gestellt.

Emotionaler Höhepunkt

Für die Teilnehmer war der Zieleinlauf ein emotionaler Höhepunkt. Auf die Frage, was dieser Moment für sie bedeute, fiel die Antwort kurz, aber deutlich aus: „Kann man nicht in Worte fassen.“

Im Team hinterließ die Reise große Spuren: „Die Reise hat unsere Freundschaft extrem vertieft. Der Zusammenhalt im Team war grandios. Wir bewegten uns, um zu helfen und das haben wir geschafft.“

Veranstalter der Spendenaktion ist der Verein „Engal gibt’s wiakle“ aus Raab. Gerald Bischof, der Obmann des Vereins, zieht ein positives Resümee: „Es hat mir wieder einmal gezeigt, dass alle Träume in Erfüllung gehen können. Man muss nur ganz stark daran glauben und fest daran arbeiten. Für mich war es die gewaltigste Reise in meinem Leben. Es ist das Beste, wenn man durch sein eigenes Tun anderen so viel helfen kann.“

Zeigen, was alles möglich ist

Mit „N2N – Nordkapp to Natternbach“ wollten die Beteiligten Grenzen verschieben und zeigen, dass vieles möglich ist. Ihr Appell: Die Welt wäre besser, wenn jeder ein wenig mehr auf seine Mitmenschen schauen würde.

Noch zwei Monate bleibt das Spendenkonto des Vereins „Engal gibt’s wiakle“ geöffnet. Die gesammelten Spenden sollen den beiden Familien zugutekommen, deren Kinder auf Unterstützung angewiesen sind. Spezielle Therapien könnten bei ihnen laut den Sportlern noch viel bewirken.


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