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BEZIRK SCHÄRDING. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Josef Hamedinger für das Rote Kreuz bei Einsätzen ganz vorne dabei – sei es im Notarztdienst oder an Bord des Notarzthubschraubers. Nun übernimmt der 55-jährige Schardenberger als neuer Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandant Verantwortung für die weitere Entwicklung des Roten Kreuzes im Bezirk. Er will auch andere motivieren, sich bei der Hilfsorganisation zu engagieren.

Bezirksstellenleiter Florian Kolmhofer (r.) freut sich, dass das Rote Kreuz Josef Hamedinger als neuen Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandanten gewinnen konnte. (Foto: Ulli Lehner)

Hamedinger übernahm die Funktionen von Florian Kurz, der knapp zehn Jahre das Rote Kreuz im Bezirk Schärding leitete. Auch die Leitung des Notarztdienstes wurde mit Stefan Penzinger neu besetzt. 

Der neue Bezirksgeschäftsleiter kann auf umfassende Erfahrung zurückgreifen. Sein Weg beim Roten Kreuz begann 1989 als Zivildiener, zuvor war er über die Jugendgruppe zur Organisation gekommen. Seit 1993 ist er beruflich beim Roten Kreuz tätig. 

Zu seinen Stationen zählen unter anderem der Notarztdienst und der Einsatz beim Notarzthubschrauber Europa 3. Besonders prägend war seine Aufgabe als Einsatzleiter, etwa während der großen Flüchtlingsbewegung 2015 oder während der Corona-Pandemie.

Arbeit als Trainer

Zusätzlich arbeitete Hamedinger viele Jahre selbstständig als Trainer und beschäftigte sich mit den Themen Führung, Zusammenarbeit und Organisationsentwicklung. Diese Erfahrungen möchte er nun in seine neue Aufgabe einbringen.

„Nach 33 Jahren als beruflicher Mitarbeiter darf ich sicherlich von einem gewissen Heimvorteil sprechen“, sagt er. „Ich kenne die Organisation, viele Menschen darin und weiß, welche hervorragende Arbeit hier tagtäglich geleistet wird.“

Stark gewachsen

In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Rote Kreuz im Bezirk stark. Als Hamedinger als Zivildiener begann, waren in der Mobilen Pflege und Betreuung vier Personen beschäftigt. Heute sind es rund 120. Bei Essen auf Rädern wurden aus wenigen Portionen inzwischen rund 167.000 Mahlzeiten pro Jahr. Das Rote Kreuz bietet im Bezirk heute 30 unterschiedliche Leistungsbereiche an.

Angebote anpassen

Das wesentlichste Ziel des neuen Leiters ist es zunächst, das hohe Niveau der bestehenden Angebote zu sichern. „Gleichzeitig müssen wir rechtzeitig erkennen, wo gesellschaftliche Veränderungen neue oder weiterentwickelte Angebote notwendig machen.“ Mit Blick auf die demografische Entwicklung müsse man sich besonders in den Gesundheits- und Sozialen Diensten bereits heute damit beschäftigen, welche Unterstützung Menschen in einigen Jahren benötigen werden.

Dabei will der Bezirksgeschäftsleiter verstärkt auf Zusammenarbeit setzen. „Viele Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen“, betont er. Kooperationen mit Gemeinden, dem Sozialhilfeverband und Initiativen wie der „Sorgenden Gemeinschaft“ sollen deshalb weitergeführt und ausgebaut werden. Auch innerhalb des Roten Kreuzes sei ein guter Austausch entscheidend. 

Freiwillige sind unverzichtbar

Eine besondere Herausforderung sieht Hamedinger darin, dass viele Leistungen des Roten Kreuzes mittlerweile als selbstverständlich wahrgenommen werden. „Wenn ein Rettungswagen gebraucht wird, kommt einer.“ 

Im Bezirk verfügt das Rote Kreuz über sechs Ortsstellen, den Notarztdienst und den Notarzthubschrauber. Um dieses flächendeckende Netzwerk auch künftig aufrechterhalten zu können, ist freiwilliges Engagement unverzichtbar. 

500 Sanitäter werden benötigt

Derzeit engagieren sich rund 1.780 Menschen freiwillig für das Rote Kreuz im Bezirk. Rund 60 Prozent der Dienste im Rettungsdienst werden von Freiwilligen abgedeckt. Dafür werden etwa 500 Sanitäter mit unterschiedlichen Qualifikationen benötigt.

Mitarbeiter gesucht

Neue Mitarbeiter werden daher laufend gesucht. Interessierte können zunächst einen Schnupperdienst absolvieren. Der nächste Sanitäterkurs startet am 6. Oktober in Kopfing. 

Auch bei den Begegnungscafés ist Unterstützung willkommen. Während diese in Kopfing und Schärding bereits etabliert sind, starten nun auch Öffnungstage in St. Marienkirchen und Freinberg.

Blutspende-Spitzenreiter

Sehr engagiert seien die Menschen in der Region auch beim Thema Blutspenden, seit 2014 ist der Bezirk Spitzenreiter in Oberösterreich. Gerade in den Sommermonaten werden Spenden benötigt, wie Hamedinger betont. 

Wie wichtig die Arbeit des Roten Kreuzes ist, erlebte er auch im eigenen familiären Umfeld. Seine Schwägerin, Mutter von vier jungen Kindern, erlitt einen Herzstillstand. Dank rascher Erster Hilfe, der weiteren Versorgung und eines Spenderherzens kann sie ihr Leben weiterführen. 

Menschen begeistern

„Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, auch in Zukunft Menschen dafür zu begeistern, Verantwortung füreinander zu übernehmen“, sagt Hamedinger. Die Gesellschaft verändere sich – und damit auch die Aufgaben des Roten Kreuzes. Dafür brauche es „ein starkes Miteinander – zwischen den Generationen, zwischen freiwilligem und beruflichem Engagement und gemeinsam mit unseren Partnern in den Gemeinden, Einsatzorganisationen und Ärzten. Genau dieses Miteinander ist für mich eine der großen Stärken des Roten Kreuzes im Bezirk und macht deutlich, wofür wir stehen: Wir sind da.“


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