Esternberger Biobauer möchte ein Prozent der Grundfläche an die Natur zurückgeben
ESTERNBERG. Lebensraum geschaffen für Vögel, Niederwild, Käfer oder Schmetterlinge hat Johann Breit aus Esternberg. Mit Unterstützung der Naturschutzbundgruppe Schärding und der Naturschutzgruppe Haibach/Donau hat der Biobauer auf 700 Quadratmetern seiner Grundflächen im Zuge einer Heckenpflanzaktion verschiedene Sträucher gepflanzt. Sein Ziel für die nächsten fünf Jahre: „Ich werde ein Prozent meiner Eigentumsfläche aus der Produktion nehmen und für Trittsteinbiotope zur Verfügung stellen.“

Zum ersten Mal von der Wichtigkeit halbhoher Hecken für die Insekten- und Vogelwelt gehört hat Johann Breit vor rund fünf Jahren, als er bei einem Projekt teilnahm, bei dem es um abgestuften Wiesenbau ging. Seitdem fiel ihm immer wieder auf, dass solche Heckenzüge in der Landschaft kaum mehr vorhanden sind. So wuchs in ihm der Gedanke, auch auf seinen Grundflächen Heckenzüge zu pflanzen. Auch seine Familie war von dieser Idee überzeugt. Im Vorjahr kam er ins Gespräch mit Franz Kohlbauer vom Naturschutzbund Schärding, der sofort hellhörig wurde. Die beiden zogen Naturschutz-Kollegen Franz Exenschläger (Naturschutzgruppe Haibach ob der Donau) zurate. „Zu Beginn der Beratung hat Johann gesagt, 'Ich will ein Prozent meiner Grundfläche an die Natur zurückgeben'. Damit war natürlich Tür und Tor offen für eine umfassende Aktion“, erzählt Franz Kohlbauer im Gespäch mit Tips.
Hecke bereits gepflanzt
Seit der Erstberatung und Begehung durch Exenschläger und Experten, bei denen Themen besprochen wurden wie Heckenpflanzung, Öko-Teichanlage, Straßenböschungs-Extensivierung oder Förderung von Nasswiesen, ist viel passiert. Im November 2020 wurden bereits die ersten Schritte umgesetzt, Förderanträge gestellt und die Hecken-Pflanzaktion durchgeführt. Dabei haben 15 Leute, darunter auch die Naturschutzgruppe Haibach ob der Donau mit Franz Exenschläger, auf 120 Metern Länge und sechs Metern Breite über 200 unterschiedliche Pflanzen und Sträucher, geeignet speziell für verschiedenste Arten von Vögeln, Insekten und Niederwild, gepflanzt. „Die Unterstützung durch Franz Exenschläger war sehr umfassend. Er hat mir die Hürden auf dem Weg zur Heckenpflanzung zur Gänze abgenommen. Auch der Naturschutzbund war mir hier wirklich eine große Hilfe“, erklärt Johann Breit. Als nächstes Projekt möchte der Biobauer einen Ökoteich anlegen, um weitere Lebensräume zu schaffen, damit, wie Breit sagt, „die Biodiversität überlebt“.
Kontakt für Interessenten
Landwirte oder Grundbesitzer, die ebenfalls Interesse an einer Heckenpflanzung oder einer ähnlichen Aktion haben, können sich jederzeit beim Naturschutzbund Schärding (Kontaktdaten siehe Infobox) melden.


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