Wie sich Gartentherapie auf Körper, Geist und soziales Verhalten auswirken kann
SCHÄRDING. 2014 wurde am Klinikum Schärding, unter anderem mit der Hilfe der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule Otterbach, ein Therapiegarten errichtet. Die kleine Gartenanlage, bestehend aus zwei Hochbeeten, Kräuterpyramiden und Nasch-Sträucher, werden sehr vielseitig genutzt.

Vom Durchatmen und Entspannen bis hin zur Gartentherapie beim Bepflanzen und Befüllen der Hochbeete ist alles dabei. Auch die ein oder anderen Mitarbeite verbringen hier im Sommer ihre Pausen. Die Gartentherapie ist eine gängige Therapieform bei der Behandlung erkrankter Menschen und deshalb auch für das Klinikum Schärding eine Bereicherung. Verschiedene Abteilungen, wie etwa die psychiatrische Tagesbehandlung oder das Department Akutgeriatrie und Remobilisation nutzen den Garten regelmäßig. Der therapeutische Nutzen liegt in der psychischen und körperlichen, als auch in der sozialen Ebene. Die Ergotherapeutinnen Andrea Himsl, Karina Pflanzl und Susanne Kaiser betreuen zusammen mit den Patienten die Gartenanlage.
Arbeiten im Garten
Im Frühling werden die Hochbeete, die zwei Kräuterpyramiden und die Nasch-Sträucher aktiviert, damit mit dem „Garteln“ gestartet werden kann. Den ganzen Sommer über wird bis in den Herbst hinein gemeinsam mit den Patienten der psychiatrischen Tagesbehandlung gepflanzt, gepflegt und geerntet - Gemüse und viele verschiedene Kräuter, die dann entweder in der Kochgruppe oder der Interaktionsgruppe weiterverarbeitet werden. Heuer soll mit der Nützlingsweide neben den Hochbeeten zusätzlich Farbe in den „Genuss-Garten“ einziehen. „Man bemerkt, dass über den Kontakt zur Natur und zu den Pflanzen leichter Gespräche entstehen, die für weitere Anknüpfungspunkte in der Gruppe sowie zwischen Patientin/Patient und Therapeutin/Therapeut sorgen“, erzählt Ergotherapeutin Andrea Himsl.
Was Gartentherapie bewirkt
Gartentherapie spiegelt den Kreislauf des Lebens wider. Die Arbeit mit Pflanzen bedarf besonderer Achtsamkeit und Geduld. Sie stärkt Fähigkeiten und schafft dadurch neue Ressourcen. Richtiges Handeln zum richtigen Zeitpunkt spielt ebenfalls eine große Rolle. „Die Gartentherapie beinhaltet in gewisser Weise auch ein Alltagstraining. Die verschiedenen Aufgaben werden aufgeteilt – vom Einkaufen bis hin zum täglichen Wässern“, schildert Andrea Himsl. Auch für Patienten des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation schafft der Weg in den Garten eine gelungene Abwechslung und wirkt sich positiv auf den Genesungsprozess aus.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden