Innviertler Hilfsorganisation zu Gast in Uganda
ANDORF. Zwei Mitarbeiterinnen und zwei Vorstandsmitglieder der Andorfer Hilfsorganisation ORA erlebten bei ihrer Projektreise in Uganda die erste Ziegenübergabe aus der alljährlichen „Määärry-Christmas“-Spendenaktion live vor Ort.

Die Schärdinger Reisegruppe mit Markus Leßky, Johannes Brait, Julia Odereder und Sandra Zebisch besuchte den ORA-Projektpartner „Project 2-5“ in Arua im Nordwesten von Uganda, um sich ein Bild vom spendenfinanzierten Projektfortschritt der vergangenen drei Jahre zu machen. Project 2-5 betreibt ein Nachbarschaftszentrum als Anlaufstelle in verschiedensten Notlagen, ermöglicht benachteiligten Menschen Berufsausbildungen und fördert landwirtschaftliche Aktivitäten zur Ernährungssicherung. Auch die Määärry-Christmas Ziegen dienen der Hilfe zur Selbsthilfe. „Ziegen sind anspruchslos und finden auch auf kargem Grund genügend Nahrung,“ erläutert ORA-Mitarbeiterin Zebisch. „Sie lassen sich gut züchten und weiterverkaufen. Zudem geben sie Milch und werten die tägliche Ernährung ihrer Besitzer erheblich auf. Am Ende eines hoffentlich langen Lebens liefern sie dann sogar noch hochwertiges Fleisch und beschließen so ihren Lebenszyklus.“
Bei der Ziegenvergabe verfolgt ORA einen multiply-Ansatz: jedes erste Ziegenbaby wird an Project 2-5 zurückgegeben und kann wiederum an eine bedürftige Person oder Familie weiterverschenkt werden. So profitieren immer mehr Menschen und die Kampagne hat einen langanhaltend nachhaltigen Effekt.
In den meisten Fällen kümmern sich die Kinder der Familie um die Ziegen und lernen dadurch bereits früh, Verantwortung zu übernehmen. Während ihres Aufenthaltes übergaben die ORA-Kollegen auch Ziegen an die 30 ORA-Patenkinder, die im Nachbarschaftszentrum „Nazareth House“ von Project 2-5 Mitarbeiter liebevoll umsorgt und betreut werden. Bei Hausbesuchen an den darauffolgenden Tagen zeigte sich, dass viele der Kinder den Ziegen bereits Kosenamen gaben und eine persönliche Beziehung zu den Tieren aufgebaut hatten.
Neben der ortsansässigen Bevölkerung unterstützt Project 2-5 im „Rhino Camp“ Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Südsudan. „Auch hier war die Freude über die Ziegengeschenke riesengroß“ berichtet Zebisch. „Die Menschen hier haben großteils Furchtbares erlebt. Umso kostbarer ist eine Ziege als Hoffnungsversprechen für die Zukunft.“
ORA-Kassier und Obmann-Stellvertreter Johannes Brait zieht ein durchweg positives Fazit aus der Projektreise: „Es war beeindruckend zu sehen, mit wieviel Herzblut, Enthusiasmus und Sachverstand unsere Projektpartner ihre Vorhaben vorantreiben und weiterentwickeln“ erzählt der afrikaerfahrene Landwirt aus St. Florian. „Dieser Lokalaugenschein hat die vertrauensvolle Zusammenarbeit weiter gefestigt. Zudem haben wir weitere kreative Ideen entwickelt, wie wir notleidende Menschen unterstützen können, sich in ihrer Heimat die Grundlagen für ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben aufzubauen.“


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