Csárdásfürstin Eva Kumpfmüller lädt zu "einem Abend voller Inspiration"
ZELL AN DER PRAM. „Bei aller Achtsamkeit: Das Leben ist zu kurz, um sich nur Sorgen zu machen!“ - mit diesen Worten lädt die Sopranistin Eva Kumpfmüller ein, sich bei der „Die Csárdásfürstin“ im Schlosshof in Zell in eine Traumwelt mit wunderbaren Melodien zu begeben.

Die in Schärding geborene Sopranistin Eva Kumpfmüller steht heuer zum siebten Mal auf der Pramtaler Sommeroperetten-Bühne. Beim „Wiener Blut“, der ersten Produktion im Jahr 2013 sang und spielte sie die Gräfin Zedlau. Heuer schlüpft sie in die Rolle der Csárdásfürstin Sylva Varescu.
Tips: Was sagen Sie, gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und der Csárdásfürstin?
Eva Kumpfmüller: Jeder Mensch kennt das, abgelehnt zu werden für etwas, wofür man nichts kann beziehungsweise abgelehnt zu werden, weil man sich für irgendetwas entschieden hat. Und dafür verurteilt oder nicht anerkannt zu werden. Das kennen wahrscheinlich auch Menschen, die aus anderen Ländern kommen. Das Thema „Chancengleichheit“ ist sehr aktuell.
Was uns auch sehr verbindet: Die Sylva Varescu und ich, wir lieben das Singen, das Auftreten, das Auf-der-Bühne-Stehen, Menschen gute Momente zu bereiten, sie einzuladen, sich in eine neue Welt zu begeben, ein bisschen Urlaub vom Alltag zu nehmen.
Tips:Mit „Die Csardasfürstin“ kommt bereits das zweite Stück von Emmerich Kálmán in den Schlosshof in Zell. Was macht die Aktualität dieser Operette aus?
Kumpfmüller: Standesgemäß heiraten zu müssen, ist zum Glück bei uns nicht mehr so. Es gibt aber nach wie vor das Thema, die Erwartungen der Familie oder der Gesellschaft erfüllen zu müssen. Der Fürstensohn Edwin ist hin- und hergerissen. Und das ist sicher etwas Aktuelles: sich zu trauen, seinem Bauchgefühl zu folgen und Mut zu haben, etwas Neues zu tun und diese Spannungen auszuhalten. Und es gibt natürlich immer die Spannungen, einerseits die Erwartungen der Gesellschaft erfüllen zu müssen oder die Kraft zu haben, um auszubrechen.
Zudem, nehmen Sie „Jay, Maman, Bruderherz“: „Ich kauft mir die Welt, was krieg ich für das lumpige Geld. Weißt du wie lange noch der Globus sich dreht? Ist es morgen nicht schon zu spät?“ Also, diese Aussage ist momentan einfach sehr passend: einfach den Augenblick, das Schöne genießen, nicht nur die Krisen und die Probleme der Welt zu sehen. Neben dem, natürlich, dass man achtsam ist und sich um die Welt kümmert und dass wir für unsere Kinder noch einen Planeten hinterlassen: Es ist immer wichtig, das Positive im Auge zu behalten und das Schöne zu genießen. Ich glaube, das sind wir uns alle schuldig. Das Leben ist zu kurz, um sich nur Sorgen zu machen.
Tips:Welche Entwicklung der Pramtaler Sommeroperette, dieses kulturellen Highlights in der Region, nehmen Sie wahr?
Kumpfmüller:Das Orchester, mittlerweile ein Theaterorchester in Eggenfelden, hat sehr viel Erfahrung gesammelt in den letzten Jahren. Dass mit der Sommeroperette ein Möglichkeit geschaffen wird, dass die Menschen Kultur genießen können, ohne weit wegfahren zu müssen, das ist unverändert wichtig.
Tips:Worauf darf sich das Publikum heuer im Speziellen freuen?
Kumpfmüller: Das Publikum darf sich wieder auf einen Abend voll toller Musik freuen. Kálmán ist ein toller Komponist, die Musik ist so mitreißend. Es gibt viel bekannte Melodien wie „Tanzen möcht' ich“ oder „Jay, Maman, Bruderherz“. Es gibt fantastische Sängerinnen und Sänger. Es gibt super Tänzerinnen, den Chor, das Orchester.
Ich möcht' einladen auf einen Abend voller Ideen und Inspiration, um dort Kraft zu finden und sich einmal zwei Stunden in eine Traumwelt zu begeben.
Tips:Ihr Csárdásfürstin-Moment?
Kumpfmüller: Sylva Varescu und ich haben gemeinsam - und das möch' ich auch dem Publikum mitgeben - dass wir aus der Musik positive Energie und Kraft und Trost schöpfen können. Das gilt für alle Kunst- und Kultur-Sparten. Deswegen ist es so wichtig, dass man sie hegt und pflegt.


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