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BEZIRK SCHÄRDING. Globalisierung, demografischer Wandel und Digitalisierung verändern nicht nur den Alltag, sondern auch die Arbeitswelt. „Um die Wettbewerbsfähigkeit des Bezirks Schärding zu erhalten, ist es dringend nötig, die Rahmenbedingungen an die Veränderungen anzupassen und dadurch weiterhin Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern“, weiß Waltraud Guschlbauer, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Schärding.

Einige Stolpersteine müssen abgebaut werden um Frauen den Berufalltag zu erleichtern und ihnen die Möglichkeit zu bieten, die Karriereleiter zu erklimmen. Foto: Wodicka

Eine Unternehmensgründung schafft im Schnitt 2,4 Arbeitsplätze. Alleine im Bezirk Schärding wurden bis September dieses Jahres 47 Unternehmen von Frauen gegründet. „Das weibliche Potenzial ist unverzichtbar für den Wirtschaftsraum Schärding. Auch wenn bereits einiges getan wird, stehen Frauen heutzutage noch immer vor großen Herausforderungen. Neben dem Aufbruch von traditionellen Rollenbildern sind überbordende Bürokratie, starre Arbeitszeiten und unzureichende Kinderbetreuung die wesentlichen Stolpersteine, die es aus dem Weg zu räumen gilt“, kritisiert Guschlbauer.

Arbeitszeit unflexibel, Bürokratie abbauen

Wer als Unternehmerin bzw. Unternehmer wettbewerbsfähig bleiben will, braucht vor allem eins: mehr Flexibilität – insbesondere im Bereich der Arbeitszeiten. „In dieser Hinsicht ist es wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gemeinsame Sicht der Dinge entwickeln und somit zu gemeinsamen Lösungen kommen, denn Wirtschaft sind wir alle. Flexibilisierung und Individualisierung sind gesellschaftliche Trends, die sich bereits deutlich auf dem Arbeitsmarkt abzeichnen“, so Guschlbauer. Das belegen auch zwei aktuelle Umfragen unter Arbeitnehmern vom market Institut und von spectra Marktforschung. Fast 90 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass flexible Arbeitszeiten immer wichtiger werden und mehr betriebliche Flexibilität in der Verteilung der Arbeitszeit ermöglicht werden soll. „Die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Arbeitnehmer nach flexiblerem Arbeiten gehen also weitgehend in die gleiche Richtung“, erklärt die Bezirksvorsitzende von Frau in der Wirtschaft.

Ebenfalls stark kritisiert wird von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite die Bürokratie am Arbeitsplatz. Weniger Vorschriften und mehr Normen werden von 89 Prozent der Befragten als wünschenswert erachtet. Denn Arbeitnehmer erleben jeden Tag hautnah, wie bürokratisch und wenig nutzbringend manche Arbeitnehmerschutzvorschriften für alle Beteiligten sind.

Kinderbetreuung ausbauen

Sowohl die täglichen Öffnungszeiten als auch die Ferienzeiten entsprechen noch immer nicht den Erfordernissen einer modernen Arbeitswelt. Wie aktuelle Zahlen der Kindertagesheimstatistik 2015/2016 zeigen, schließen Oberösterreichs Krippen als auch Kindergärten durchschnittlich mehr als fünf Wochen (27,1 und 27,3 Betriebstage) pro Jahr, wobei die meisten Schließtage in die Sommerferien fallen (durchschnittlich 17,5 bei den Krippen und 16,8 bei den Kindergärten). „Das geht eindeutig am Bedarf der österreichischen Familien vorbei“, ist sich Waltraud Guschlbauer sicher. Für die Zukunft sei es wünschenswert, ein leistungsförderndes Umfeld für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu schaffen, das zur Entlastung für beide Seiten führt. Darüber hinaus sei es wichtig, die oben angeführten Stolpersteine zu beseitigen, um das arbeitsmarktpolitische Potenzial von Frauen ausschöpfen zu können.


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