Historisch niedrige Grundwasserstände im Innviertel
INNVIERTEL. Die anhaltende Trockenheit verschärft die Wassersituation in Oberösterreich. Auch im Innviertel ist die Lage angespannt: Die Grundwasserstände sind teils historisch niedrig. Zudem werden aus der Region fast trockene Brunnen, stark zurückgehende Quellen und erste Versorgungsengpässe gemeldet.

Im südlichen Innviertel, etwa in Munderfing, Lengau, Braunau und Wappeltsham (Gemeinde Eberschwang), wurden laut dem Land Oberösterreich stellenweise die bisher niedrigsten gemessenen Werte unterschritten. Ähnlich kritisch ist die Lage im nördlichen Innviertel rund um Münzkirchen und Wallensham (Gemeinde Brunnenthal).
Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) warnt vor einer weiteren Zuspitzung: „Bei der Trinkwasseraufsicht des Landes gehen laufend Meldungen über sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen und notwendige Notversorgungen ein. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.“
Deutlich zu wenig Regen
Im Juli fielen in Oberösterreich bislang nur 38 Millimeter Niederschlag. Üblich wären rund 129 Millimeter. Somit wurden nicht einmal 30 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge erreicht.
Auch die Jahresbilanz ist deutlich zu trocken: Statt durchschnittlich 624 Millimetern wurden bisher lediglich 381 Millimeter gemessen.
Rund 30 Prozent der Grundwassermessstellen weisen sehr niedrige, weitere 60 Prozent niedrige Wasserstände auf. Ursache ist laut dem Land Oberösterreich die geringe Grundwasserneubildung der vergangenen Monate, nicht eine Übernutzung der Vorräte.
Auch die Flüsse führen außergewöhnlich wenig Wasser. Rund 60 Prozent der Oberflächengewässer liegen bereits unter dem Niederwasserwert.
Trinkwasser sparen
Kaineder ruft die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Wasser auf. „Trinkwasser muss jetzt vor allem zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege da sein. Ein grüner Rasen ist zweitrangig.“ Einen Pool zu befüllen sei „aktuell ein absolutes No-Go“.
Notversorgung vorbereiten
Gemeinden und Wasserversorger sollen dem Landesrat zufolge ihre Notfallpläne prüfen. Zusätzliche Brunnen, zweite Quellen oder Notleitungen zu benachbarten Versorgern können bei langen Trockenperioden entscheidend sein.
„Eine sichere Wasserversorgung braucht ein zweites Standbein. Notleitungen, vernetzte Wasserversorger und geschützte Quellen werden immer wichtiger. Sie entscheiden im Ernstfall darüber, ob auch morgen noch sauberes Wasser aus der Leitung kommt“, betont Kaineder.


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