Schärdinger Zukunftsmesse zeigt heuer mehr als 85 Lehrberufe
SCHÄRDING. Mehr als 85 Lehrberufe und viel Gelegenheit zum Ausprobieren: Die Zukunftsmesse in Schärding bringt Jugendliche, Eltern und regionale Betriebe zusammen. Im Tips-Interview spricht Gabriel Gruber, Leiter der WKO-Schärding, über neue Schwerpunkte, die Bedeutung von KI und Digitalisierung – und warum der persönliche Kontakt durch keine Website zu ersetzen ist.

Tips: Was wird bei der diesjährigen Zukunftsmesse geboten?
Gabriel Gruber: Die Zukunftsmesse bringt auch heuer wieder die ganze Vielfalt der regionalen Ausbildungs- und Berufswelt an einem Ort zusammen. Jugendliche können zahlreiche Unternehmen und Berufsbilder kennenlernen, mit Lehrlingen, Ausbildern und Unternehmern ins Gespräch kommen und sich vor Ort ein Bild von den Möglichkeiten in unserer Region machen. Dabei geht es nicht nur darum, Informationen zu sammeln.
Die Jugendlichen sollen Berufe erleben, Fragen stellen, Dinge ausprobieren und herausfinden: Was interessiert mich eigentlich? Was liegt mir? Und welche Möglichkeiten gibt es direkt vor meiner Haustüre?
Auch für Eltern ist die Messe eine wichtige Orientierung. Sie bekommen die Möglichkeit, sich aus erster Hand über Ausbildung, Karrierewege und Zukunftsperspektiven zu informieren.
Was sind die Besonderheiten und Neuheiten?
Wir haben uns im Vorfeld gemeinsam mit unseren Ausstellern und einem externen Experten intensiv mit der Weiterentwicklung der Zukunftsmesse beschäftigt. Dabei sind viele Ideen entstanden, von denen wir bereits heuer einige umsetzen. Ein wesentlicher Punkt ist für uns, die Messe noch stärker auf die Bedürfnisse der Jugendlichen auszurichten. Es geht um mehr als klassische Informationsstände – die Unternehmen sollen ihre Berufe und ihre Ausbildungsmöglichkeiten möglichst greifbar und erlebbar machen.
Eine weitere Besonderheit ist die große Vielfalt: Von modernen Hightech-Berufen und Digitalisierung bis zum traditionellen Handwerk ist alles dabei. Auf der Messe können Jugendliche in mehr als 85 verschiedene Lehrberufe eintauchen.
Neu ist außerdem der stärkere Fokus auf die Ausbildungsqualität und den Austausch zwischen den Ausbildern. Mit dem neuen Netzwerk „Wir gestalten Zukunft“ schaffen wir dafür auch über die Messe hinaus eine Plattform für Austausch, Vernetzung und gegenseitiges Lernen.
Was können Jugendliche auf der Messe erfahren, was ihnen eine Website nicht vermitteln kann?
Vor allem den persönlichen Kontakt. Eine Website kann Informationen über einen Lehrberuf oder ein Unternehmen liefern – aber sie kann kein persönliches Gespräch ersetzen. Auf der Messe können Jugendliche einen Lehrling fragen: „Wie schaut dein Arbeitstag wirklich aus?“ Sie können mit Ausbildern sprechen, praktische Dinge ausprobieren und erleben, wie ein Unternehmen tickt. Und sie bekommen unmittelbar mit, welche Menschen hinter den Berufen und Betrieben stehen.
Genau diese Begegnungen sind aus meiner Sicht besonders wertvoll. Manchmal reicht ein zehnminütiges Gespräch, um Interesse an einem Beruf zu wecken, den man vorher überhaupt nicht am Radar hatte. Aus einem ersten Kontakt kann später ein Praktikum oder sogar ein Lehrverhältnis entstehen.
Welche Zukunftsthemen spielen eine besondere Rolle?
Natürlich beschäftigen Digitalisierung und künstliche Intelligenz auch die Arbeitswelt und damit die Frage, welche Kompetenzen junge Menschen künftig brauchen werden. Gleichzeitig zeigt die Zukunftsmesse sehr deutlich, dass Zukunft nicht nur aus Digitalisierung und KI besteht. Es braucht weiterhin Menschen mit handwerklichem Können, technischem Verständnis, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und vielen anderen Kompetenzen.
Gerade deshalb ist es wichtig, jungen Menschen ein möglichst breites Bild zu vermitteln. Die Arbeitswelt verändert sich – und gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten. Entscheidend wird sein, dass Jugendliche ihre eigenen Stärken kennen und bereit sind, laufend Neues zu lernen.
Welche Rolle hat die Messe für die Region und Unternehmen?
Die Messe ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Jugendlichen, Schulen und der regionalen Wirtschaft. Für die Unternehmen ist sie eine Möglichkeit, sich als Ausbildungsbetrieb zu präsentieren, mit potenziellen Lehrlingen und deren Eltern in Kontakt zu kommen und zu zeigen, welche interessanten Arbeitsplätze und Karrierewege es in der Region gibt.
Für den Wirtschaftsstandort ist das Thema Fachkräfte von großer Bedeutung. Die Fachkräfte von morgen werden heute ausgebildet. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass junge Menschen die Chancen unserer regionalen Unternehmen kennen und unsere Betriebe gute Ausbildungsbedingungen bieten.
Mit welchen Erwartungen haben Sie?
Die Messe ist keine Veranstaltung, bei der Jugendliche bereits wissen müssen, welchen Beruf sie später einmal ausüben wollen. Im Gegenteil. Sie ist eine Einladung, neugierig zu sein und sich einmal umzuschauen.
Ich wünsche mir daher vor allem viele neugierige Jugendliche, die sich wirklich auf die Messe einlassen und offen dafür sind, auch einmal etwas Neues kennenzulernen. Sie sollen mit Fragen kommen, Gespräche führen, Dinge ausprobieren und am Ende vielleicht mit zwei oder drei Berufen nach Hause gehen, die sie vorher noch gar nicht auf ihrer Liste hatten.
Und natürlich hoffen wir auch, dass möglichst viele Eltern die Gelegenheit nutzen, mit ihren Kindern auf die Messe zu kommen. Die Entscheidung für den weiteren Bildungs- und Berufsweg ist eine wichtige Entscheidung. Je besser man informiert ist, desto leichter fällt sie.








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