Zukunftsmesse Schärding eröffnet: 70 Aussteller werben um Lehrlinge
SCHÄRDING. Was kann ich, was interessiert mich – und welcher Beruf passt zu mir? Die Zukunftsmesse in Schärding gibt Jugendlichen Gelegenheit, Antworten zu finden. 70 Aussteller stellen Ausbildungswege vor und zeigen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten im Bezirk sind.

Vom regionalen Handwerksbetrieb bis zum internationalen Konzern: Bei der zweitägigen Zukunftsmesse in der Bezirkssporthalle Schärding steht die berufliche Zukunft junger Menschen im Mittelpunkt. Auf 630 Quadratmetern präsentieren sich 70 Aussteller. Damit zählt die Veranstaltung laut WKO-Schärding-Obmann Florian Grünberger zu den größten Bildungsmessen Oberösterreichs.
Bei der Eröffnung verwies Grünberger auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die auch die Gewinnung der Aussteller herausfordernd gemacht hätten. Umso erfreulicher sei die volle Sporthalle. „Wir beweisen, dass der Bezirk zusammenhält“, betonte er.
Über 200 Jugendliche starten eine Lehre
Wie stark die Lehre im Bezirk verankert ist, zeigen die Zahlen: 790 Lehrlinge werden im Bezirk ausgebildet. Jährlich beginnen rund 200 Jugendliche eine Lehre – heuer sind es 232.
Für Grünberger spielen dabei die Ausbilder eine entscheidende Rolle. Ein neues, kostenloses Ausbildnernetzwerk bietet ihnen ein Forum für gezielten Erfahrungsaustausch. 20 Betriebe nutzen das Angebot bereits.
Auch die Stadtgemeinde Schärding bildet aus: Vier Lehrlinge gehören zum Team, berichtete Bürgermeister Günter Streicher bei der Eröffnung. Die Messe gebe Jugendlichen zwei Tage lang Gelegenheit, sich umzusehen und mögliche Ausbildungswege kennenzulernen.
Bundesrätin Barbara Prügl hob das Engagement der Unternehmer und Aussteller hervor. Oberösterreichs wirtschaftliche Stärke sei keine Selbstverständlichkeit, sondern brauche Einsatz und Herzblut. Gerade angesichts großer wirtschaftlicher Herausforderungen komme es auf ein gutes Zusammenspiel an.
Karriereweg nach der Matura
Dass eine praxisnahe Ausbildung auch nach der Matura eine Perspektive bietet, war Thema einer Gesprächsrunde mit Brigitte Reisinger, Direktorin des Schärdinger Gymnasiums, Christine Weyland-Breyer und Anna, die derzeit die Duale Akademie absolviert.
Die Duale Akademie verbindet eine abgeschlossene Matura mit einer verkürzten, praxisnahen Berufsausbildung im Unternehmen. Ergänzt wird diese durch zusätzliche Qualifizierungen und ein Auslandspraktikum.
Reisinger sieht darin eine wertvolle Karrierealternative für die Schüler. Auch bei Weyland habe sich dieser Bildungsweg bereits etabliert, berichtete Weyland-Breyer. Die Teilnehmer würden im Unternehmen von Beginn an vollständig in den Betrieb eingebunden und könnten künftig auch Führungsaufgaben übernehmen. Seminare, WIFI-Kurse und ein Auslandspraktikum ergänzen die praktische Ausbildung. Unter Maturanten sei diese Möglichkeit allerdings noch zu wenig bekannt.
Beginn der beruflichen Zukunft
Wie aus einem Messebesuch ein Ausbildungsplatz werden kann, zeigten schließlich zwei Lehrlinge, die ihren Ausbilder bei der Zukunftsmesse kennengelernt hatten. Beide gewannen einen Führerschein. Für die Jugendlichen, die sich diesmal auf der Messe umsehen, könnte ebenfalls jedes Gespräch der Beginn ihrer beruflichen Zukunft sein, betonte Grünberger, bevor er die Messe offiziell eröffnete.








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