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SCHARNSTEIN. Ein dreiviertel Jahr waren der frühere Scharnsteiner Gemeindearzt Leopold Bimminger (67) und sein Sohn Johannes (29) unterwegs, um mit dem Auto Afrika zu erkunden. Tips sprach mit einem der beiden Abenteurer.

  1 / 5   Johannes Bimminger (r.) und sein Vater Leopold legten auf ihrer 255-tägigen Reise 44.000 Autokilometer zurück. Ihr Ziel: das Kap der Guten Hoffnung Fotos: Bimminger

Tips: Mit dem Auto durch Afrika – wie ist diese Idee entstanden?

Johannes Bimminger: Früher war mein Vater immer wieder in Afrika unterwegs. Zu Weihnachten haben wir uns dann die Super 8-Filme angesehen. Ich war also schon früh „infiziert“. Als sich dann durch einen Berufswechsel bei mir die Gelegenheit ergeben hat, habe ich mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann? Mein Vater hat sich entschieden mitzufahren.

Tips: Wie geht man so eine große Fahrt an?

Bimminger: Es gab eine grobe Planung – aber dann kommt natürlich alles ganz anders (lacht). So wurden wir an der Grenze von Guinea zur Elfenbeinküste abgewiesen, aus Angst, dass Ebola eingeschleppt wird. Die Sperre war zwar inoffiziell, aber wir konnten trotzdem nicht weiter. Wir sind dann zurück in den Senegal und haben einen Flug nach Namibia genommen, das Auto kam per Schiff nach. Während der sechs Wochen, in denen wir auf das Auto gewartet haben, haben wir Angola und Namibia erkundet – ein Bekannter hat uns in dieser Zeit sein Auto zur Verfügung gestellt.

Tips: Das heißt, man muss ganz schön flexibel sein?

Bimminger: Ja, auch bei der Rückfahrt vom Kap der Guten Hoffnung gab es Überraschungen: In Ghana gab es Visa zum Beispiel nur auf dem Schwarzmarkt. Und an der Elfenbeinküste war auch bei der Rückfahrt wieder Schluss – diesmal sind wir dann über Mali gefahren, wo wir sehr schöne Erfahrungen gemacht haben.

Tips: Sie haben vorhin Ebola angesprochen – gab es da keine Angst?

Bimminger: Man ist sicher vorsichtig unterwegs, man muss sich halt an die Gegebenheiten anpassen, oft die Hände waschen. Auch in der Lebensweise muss man sich anpassen. Wir haben auch in kleinen Dörfern übernachtet – uns ist nie etwas passiert, und uns ist auch nie etwas gestohlen worden. Aber die Leute waren immer sehr neugierig. Ein Bürgermeister in Nigeria hat uns sogar extra begrüßt, weil er sich so gefreut hat, dass wir in seinem Dorf übernachten.

Tips: Apropos übernachten: Sie haben in einem Zelt auf dem Autodach geschlafen?

Bimminger: Es war ein richtiges „Zigeunerleben“, aber das ist das Einfachste. Der Vorteil auf dem Dach ist, dass man bei Regen nicht im Wasser liegt und dass man vor Schlangen sicher ist.

Tips: Was waren die Highlights Ihrer Reise?

Bimminger: Die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft der Menschen waren etwas Besonderes. Wir fuhren in die Dörfer teils mit mulmigem Gefühl – und wurden dann so freundlich empfangen, als hätten wir uns immer schon gekannt.

Für Interessierte: Ein erster Bildervortrag von Johannes und Leopold Bimminger in der Landesmusikschule Scharnstein war so gut besucht, dass er gleich im Anschluss ein zweites Mal gehalten wurde. Ein weiterer Vortrag ist geplant – der Termin steht aber noch nicht fest.

 

 


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