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SCHARNSTEIN/GRÜNAU. Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurde die erneuerte Kläranlage in Scharnstein offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Bei Regenfall werden dort bis zu 1600 Kubikmeter Wasser täglich behandelt.

Dank der neuen Kläranlage gibt es in Scharnstein und Grünau auch künftig „klare Verhältnisse“.

Rund 150 Interessierte feierten mit – und nutzten die Gelegenheit, bei einer Führung einen Blick hinter die Kulissen machen zu können. Besonders interessant war dabei – neben den technischen Neuerungen – auch die lange Geschichte der Abwasserreinigung in Scharnstein, die bereits vor mehr als 50 Jahren begann: Schon in den Jahren 1962/63 wurde mit der Errichtung von Abwasserkanälen begonnen und 1971 die erste Kompaktkläranlage wasserrechtlich kollaudiert – zu einer Zeit also, als es im ländlichen Raum noch kaum Kläranlagen gab. Die damals errichtete Kläranlage entspricht ziemlich genau dem heutigen kreisrunden Regenüberlaufbecken, das nach wie vor in Betrieb ist. Mitte der 1980er-Jahre wurde die Kläranlage zu einer mechanisch-biologischen Anlage erweitert, weil seit dieser Zeit auch die Abwässer der Gemeinde Grünau eingeleitet werden.

Täglich 600 bis 900 Kubikmeter Abwasser

Nach 25 Jahren Betriebszeit war – einerseits durch die Beanspruchung und Abnützung von Maschinen und Anlageteilen, andererseits durch die gestiegenen Anforderungen an die Abwasserreinigung und die gesetzlichen Vorgaben – eine Anpassung an den Stand der Technik notwendig. Zudem stieg auch die Menge des zu bearbeitenden Abwassers an: Insgesamt werden pro Tag 600 bis 900 Kubikmeter behandelt. Bei Regenfall erhöht sich diese Menge auf bis zu 1600 Kubikmeter täglich.

Großinvestition für die Gemeinden

Im Oktober 2013 starteten die Arbeiten für das neue Betriebsgebäude. Da das gesamte Gelände bei Hochwasser bis zu einem dreiviertel Meter unter Wasser steht, wurde großer Wert auf den Hochwasserschutz durch mobile Dammbalken und Situierung der Herzstücke (zum Beispiel Labor und Steuerungstechnik) im Obergeschoß gelegt. Nun, nach knapp drei Jahren, ist das 2,5 Millionen Euro teure Großprojekt abgeschlossen. Von den Baukosten werden 320.000 Euro durch Förderungen abgedeckt, mehr als zwei Millionen müssen die Gemeinden Scharnstein und Grünau selbst aufbringen.

 


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