In Scharnstein ist derzeit Vieles in Bewegung
SCHARNSTEIN. Insgesamt 350 Bürger engagieren sich im Agenda 21-Projekt von Scharnstein. Im Tips-Gespräch erzählt Bürgermeister Rudolf Raffelsberger, wie er sich den großen Erfolg des Projektes erklärt und was sich sonst noch in seiner Gemeinde tut.

Tips: Das Agenda 21-Projekt von Scharnstein wird als Vorzeigemodell gehandelt. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?
Bürgermeister Rudolf Raffelsberger: Aus meiner Sicht ist es wesentlich, dass es eine Bürgerbeteiligung ist – ohne Einmischung der Parteipolitik. Man muss zeigen, dass man das ernst meint, was gemacht wird – und auch in die Umsetzung kommen. Früher ist oft viel Papier entstanden, ohne dass etwas passiert ist. Deshalb war das von vorn herein unser Ziel, dass die Bürger sofort sehen: Die Ideen, die wir haben, an denen wird gearbeitet. Ich bin sehr stolz, dass sich auch engagierte Leute gefunden haben, die als Kernteam zusammenarbeiten, die die Projekte leiten und auch Verantwortung übernehmen.
Tips: Wo gibt es Beispiele für Projekte, bei denen man schon Auswirkungen spürt?
Raffelsberger: Ein sehr erfolgreiches Projekt ist der Almro – unser regionaler Einkaufsgutschein, mit dem man in rund 90 Geschäften und Dienstleistungsbetrieben in Scharnstein, Grünau und St. Konrad einkaufen kann. Seit der Einführung im November 2015 wurden über 400.000 Euro umgesetzt. Besonders freuen wir uns, dass es hier einen kontinuierlichen Anstieg gibt. Auch wir als Marktgemeinde unterstützen den Almro, indem wir bei Geschenken gern darauf zurückgreifen. Aber auch in den Bereichen Natur, Jugend, Kultur, Ortsbildgestaltung und Ortskernbelebung tut sich vieles.
Tips: Das derzeit größte Projekt in Scharnstein ist die Schulsanierung. Was passiert da gerade?
Raffelsberger: Die Innenarbeiten haben schon begonnen, sie sollen bis Ende der Sommerferien abgeschlossen sein. Am Turnsaal wird schon jetzt intensiv gearbeitet. Er soll künftig auch als multifunktionaler Mehrzwecksaal verwendbar sein. Hier haben sich vor allem die Musikvereine gut eingebracht. Aber auch alle anderen Vereine werden den Saal gut nutzen können. Es ist also eine Investition für alle Generationen. Über den Sommer werden dann sämtliche Innenarbeiten durchgeführt. Was mich sehr freut ist, dass von Seiten der Direktorin und der Lehrer hier sehr konstruktiv mitgearbeitet wird. Aus der Schule wird eine offene Schule, die allen Anforderungen der heutigen Zeit und der modernen Pädagogik entspricht. Künftig wird auch der Innenhof zwischen Schule und Musikschule besser nutzbar sein: Die dort aufgebaute Bühne, die bisher aus akustischen Gründen eigentlich nicht bespielt wurde, wird künftig ebenfalls nutzbar sein. Den Abschluss der Schulsanierung bildet dann die Außengestaltung.
Tips: Die auch wesentlichen Einfluss auf die Ortsbildgestaltung nehmen wird.
Raffelsberger: Selbstverständlich, auch wenn sie nicht Teil des Agenda 21-Prozesses ist, der sich derzeit intensiv mit diesem Thema befasst. Was derzeit ebenfalls in Bezug auf die Ortskernbelebung passiert, ist eine Änderung im Bebauungsplan, damit ein Mehrzweckgebäude im Ortskern errichtet werden kann – mit Platz für eine Arztpraxis, Büros und Geschäfte. Das ist eine reine Privatinitiative, die den Ortskern sicher beleben wird. Die Marktgemeinde unterstützt das Projekt, indem sie Parkplätze zur Verfügung stellt.


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