Kultur trennt nicht, Kultur verbindet
SCHEIBBS. Vergangenen Freitag überreichte Bürgermeister Franz Aigner den mittlerweile 20. Kulturpreis im Rathaus der Bezirkshauptstadt.

Der Scheibbser Kulturpreis wird seit 1995 an Kulturschaffende in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur/Theater, Musik und Wissenschaft vergeben. Nach eingehenden Beratungen der aktuellen Kulturjury – bestehend aus Judith McGregor, Wolfgang Ellmauer, Franz Schaufler, DI Dr. Christoph Leditznig, Christoph Eckel und Alexandra Woller und einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss – wurde der Preis für das Jahr 2019 an den Verein „Willkommen - Verein zum Finden einer neuen Heimat“ vergeben.
Seit März 2014, besteht der Verein in Scheibbs, welcher sich zur Aufgabe gesetzt hat „die schwierigen Lebensumstände der in unserem Umfeld lebenden Asylwerberinnen und Asylwerber, anerkannten Flüchtlinge, subsidiären Schutzberechtigten sowie aller in Grundversorgung befindlicher Personen zu verbessern und diese Menschen dabei zu unterstützen, in unserer Kultur Fuß zu fassen.
Getreu nach dem Motto „Kultur trennt nicht, Kultur verbindet“ agieren die Verantwortlichen dabei mit viel Engagement und Idealismus, um die kulturelle Integration zu ermöglichen. Die Vereinsmitglieder helfen bei der Integration in das Erwerbsleben sowie beim Zugang zu Bildungseinrichtungen und lokalen Organisationen. Außerdem werden zum Beispiel Deutschkurse samt Lernbehelfe organisiert, Unterstützung bei Amtswegen angeboten, aber auch soziale Schwerpunkte gesetzt, wie z.B. Grillabende, gemeinsame Besuche von Kulturveranstaltungen, Konzerten und Sportveranstaltungen, gemeinsames Chorsingen bis hin zum gemeinsamen Kochen.
Verschiedene Initiativen zur Erleichterung der Integration
Es finden auch in regelmäßigen Abständen Benefizkonzerte und -veranstaltungen statt. Besonders nennenswert sind hier das „Fest der Kulturen“ gemeinsam mit den Lunzer Wellenklängen, ein Benefizkonzert des Ensembles „Vocafonia“ in der Scheibbser Klosterkirche sowie eine Lesung des international renommierten und bekannten österreichischen Schauspielers und Regisseurs Karl Markovics. Letzteres fand im Rahmen der Veranstaltung „Asüüül“ statt, welche aus dem Scheibbser Kulturkalender nicht mehr wegzudenken ist. Diese seit Bestehen des Vereins jährlich stattfindende Veranstaltung verbindet verschiedenste kulturelle Inhalte – von Musik bis zu Tanz, von der Lesung bis zum Gesang, von Interviews bis zum Kabarett.
Bürgermeister Franz Aigner lobte das Engagement des Vereins bei der Überreichung: „Der Kulturpreis geht verdient an den Verein Willkommen. Ich möchte dem gesamten Team Rund um Obmann Johann Pöcksteiner für die vielen Initiativen in den unterschiedlichen Bereichen danken, die eine Integration der Menschen, die in ein fremdes Land kommen, erleichtern. Ich hoffe die Arbeit wird auch in Zukunft so engagiert weitergeführt und der Verein bleibt das so wichtige verbindende Element zwischen den Kulturen in unserer Stadt und darüber hinaus.“
Auch bei den Grußworten von Pater Eisenbauer sowie bei der Laudatio von Gabriele und Franz Hofmarcher wurden viele lobende Worte dem Verein entgegengebracht. Das und auch die Besucheranzahl bei der Verleihung zeigten einmal mehr, wie sehr die Tätigkeiten dieses Vereins in unserer Region geschätzt werden.
Der Obmann des Vereins, Johann Pöcksteiner war bei seinen Dankesworten zu Tränen gerührt und machte in seiner Rede noch einmal deutlich, wie wichtig Integration in der heutigen Zeit ist. Abgerundet wurde die Verleihung mit Musikstücken von Asad Sarkhosh, der sichtlich die Besucher mit seiner Musik und seinem Gesang begeisterte. Anschließend wurde zu einem gemütlich Ausklang mit köstlichem Buffet vom Restaurant „Zum Schwarzen Elefanten“ und musikalischer Umrahmung durch Corinna Pöchhacker und Werner „Wawa“ Kladnik eingeladen.


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