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Asylwerber und deren Integration in den Gemeinden

Ariane Zeilinger, 04.08.2015 13:21

BEZIRK. Aufnahmestopp im Flüchtlingslager in Traiskirchen, Zeltlager und Asylwerber-Höchststände. Es vergeht kaum ein Tag ohne eine Schlagzeile zur aktuelle Flüchtlingsdebatte in den Medien.von ARIANE ZEILINGER

In der Gemeinde Puchenstuben sind derzeit 47 Asylwerber untergebracht und das Zusammenleben mit den rund 330 Einwohnern funktioniert gut. Foto: Gemeinde Puchenstuben

Kaum ein anderes Thema erhitzt diesen Sommer die Gemüter der Menschen so sehr wie jenes über die Asylwerber und deren Unterbringung in Österreich. Ein sehr sensibles Thema, das die Geister der Bevölkerung – nicht nur in Gaming – scheidet. Vergangene Woche wurden insgesamt 21 Asylwerbende aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen in der Gemeinde untergebracht. Betreut werden die Asylsuchenden von der ORS Service Gmbh. „Im Ort geht man unterschiedlich mit der Aufnahme der Asylwerber um“, so Bürgermeisterin Renate Gruber (SPÖ), „vorige Woche habe ich die unmittelbaren Anrainer darüber informiert. Natürlich haben sich bei diesem Gespräch auch Ängste herauskristallisiert. Auf der anderen Seite habe ich auch sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Im Hinblick auf die Integration merkt sie an, dass sich die Asylwerber eigenständig versorgen müssen und beispielsweise auch selbst einkaufen gehen. „Das sorgt für helle – nicht nur negative – Aufregung im Ort. Die Menschen werden von den Einheimischen begutachtet, wenn sie mit ihnen in Kontakt treten, sei es beim Einkaufen oder in der Apotheke“, erzählt die Bürgermeisterin weiter. Bei Sprachbarrieren, bei Amtsgeschäften oder im Krankenhaus wird auf Dolmetscher zurückgegriffen.

Integration funktioniertÖsterreichweit hat die kleine Gemeinde Puchenstuben die meisten Asylwerber pro Kopf. Hier leben derzeit 47 Asylwerber mit den rund 330 Einwohnern der Gemeinde zusammen. „Das Zusammenleben im Ort funktioniert gut“, so Puchenstubens Bürgermeister Christian Kogler (SPÖ), „die Gemeinde hält auch Kontakt zu den Asylwerbern, die im Alpenhof untergebracht sind. Beispielsweise spricht Gemeinderätin Eva Derkits (SPÖ) einmal pro Woche mit den Menschen im Haus und auch der pensionierte Gemeindearzt Dr. Frühmann steht den Asylwerbenden einmal pro Woche zur Verfügung. Er behandelt sie zwar nicht, rät ihnen aber, an welchen Arzt sie sich mir ihren Beschwerden am besten wenden“, erzählt Christian Kogler weiter. Bezüglich Unterbringung im Alpenhof schildert der Bürgermeister die Situation: „Die Zimmer sind sauber und mit Waschgelegenheiten ausgestattet. Es gibt auch ein offenes WLan, das die untergebrachten Menschen nutzen können, um den Kontakt nach Hause zu halten. Im Haus ist es schon relativ eng. Und die Privatsphäre ist auch eingeschränkt. Die Räumlichkeiten erfüllen den vorgegebenen Standard, jedoch würde ich selbst nicht gerne ein Jahr dort leben.“ In der Gemeinde haben die Asylwerber auch die Möglichkeit, sich gemeinnützig zu engagieren. Sie helfen beispielsweise beim Zurückschneiden von Sträuchern im öffentlichen Bereich und auch beim Sanieren öffentlicher Anlagen. Seit Christian Koglers Interview in der ZIB vor rund einem Monat hat sich viel getan. „Ich bin in nahezu allen Bundesländern unterwegs und berate Gemeinderäte dabei, wenn es um die Aufnahme von Asylwerbern geht. Die Bereitschaft in den Gemeinden – Asylwerber aufzunehmen – wird immer größer“, so Kogler.

Willkommen – Verein zum Finden einer neuen HeimatDer Verein rund um Obmann Johann Pöggsteiner hat es sich zum Ziel gesetzt, Asylwerbern dabei zu helfen, sich in unsere Kultur einzugliedern. Neben der Unterstützung bei der Wohnungssuche werden Deutschkurse für Asylwerber angeboten. Ebenso veranstaltet der Verein Aktionen und Ausflüge mit Asylwerbern und Einwohnern aus den Gemeinden. Im vergangenen Mai veranstaltete der Verein das „Asylcafé“ in Puchenstuben, welches ab September monatlich geplant ist. Weitere Infos unter www.willkommen-in-oesterreich.at

Auch die neue „Willkommen Mensch“-Website informiert über Flüchtlingsbegleitung. Unter www.willkommen-mensch.at werden zudem häufig gestellte Fragen rund um dieses Thema beantwortet.


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