Paten gesucht: Wertvolle Hilfe für Kinder und Jugendliche in Not
MOSTVIERTEL. Der Wiener Verein „PatInnen für alle“ vermittelt unterstützungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen eine ehrenamtliche Bezugsperson. Jetzt weitet der Verein seine Arbeit auf das Mostviertel aus. Die Scheibbserin Eva Hottenroth hat hier die Organisation übernommen und ist auf der Suche nach verantwortungsbewussten Menschen, die einen jungen Menschen über längere Zeit begleiten möchten.

Eva Hottenroth ist in ihrer Heimatstadt Scheibbs als vielseitige Aktivistin bekannt. Seit etlichen Jahren bereits engagiert sich die selbstständige Restauratorin mit viel Herzblut in der Flüchtlingshilfe. Als Gründerin und Obfrau des Vereins „Die Badretter“ sorgt die zweifache Mutter seit über vier Jahren mit knapp 60 ehrenamtlichen Helfern dafür, dass das Scheibbser Allwetterbad erhalten bleiben kann. Nun hat die rührige 49-Jährige eine weitere verantwortungsvolle Aufgabe übernommen: Als neue Organisatorin des Vereins „PatInnen für alle“ sucht und vermittelt sie im Mostviertel Paten für bedürftige Kinder und Jugendliche.
Flüchtlingskinder als Auslöser
Der Wiener Verein hatte es sich zunächst zur Aufgabe gemacht, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich zu betreuen. Im Laufe der Jahre wurde die Vereinstätigkeit immer weiter ausgebaut. Es wurden schließlich auch Paten für Flüchtlingskinder vermittelt, die zusammen mit ihren Eltern nach Österreich gekommen sind, sowie für Kinder von Migranten. Mittlerweile unterstützt man alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft.
Schwere Schicksale
Die Gründe für eine solche Patenschaft sind vielfältig, berichtet Eva Hottenroth. Neben Flucht- oder Migrationserfahrung können auch die Trennung oder Scheidung der Eltern ein Kind schwer belasten. Manche Kinder müssen mit dem Tod oder der schweren Erkrankung eines Familienmitglieds umgehen. Und nicht zuletzt hat Corona Kindern und Jugendlichen viel abverlangt. In all diesen Fällen ist es für die jungen Menschen eine große Hilfe, wenn sie sich an eine Bezugsperson außerhalb der eigenen Familie wenden können.
Ansprechpartner für Schulen
Der Bedarf ist gegeben. Allein in ihrer Heimatstadt Scheibbs weiß Hottenroth von sieben Kindern, die von einer ehrenamtlichen Begleitung profitieren würden. Aktuell ist die 49-Jährige damit beschäftigt, Kontakte zu den Schulen in der Region herzustellen, um ihr Angebot vorzustellen. Denn meistens seien es die Schulen, die sich an den Verein wenden, um Unterstützung für ein bedürftiges Kind zu bekommen. „Das Einverständnis der Eltern wird natürlich immer vorausgesetzt“, betont die Organisatorin.
Sinnstiftende Tätigkeit
Hottenroths erklärtes Ziel ist es, in den Bezirken Scheibbs, Melk und Amstetten interessierte Paten mit bedürftigen Kindern und Jugendlichen zusammenzubringen. Sie selbst kümmert sich dabei um die Auswahl und Vermittlung aller Beteiligten. „Das Engagement der Patinnen und Paten unterstützt die Patenkinder durch Vertrauen, Sicherheit und Stabilität“, erläutert die Mostviertlerin. Aber auch für die Paten selbst sei es eine bereichernde und sinnstiftende Tätigkeit.
Langfristige Beziehung
„Die wichtigste Voraussetzung, die ein künftiger Pate mitbringen muss, ist natürlich eine Liebe zu Kindern“, erklärt Hottenroth. Erfahrung mit (eigenen) Kindern sei nicht zwingend erforderlich. Angehende Paten müssten bereit sein, ihr Patenkind im Schnitt einmal pro Woche zu treffen und Zeit mit ihm zu verbringen – das könne durchaus auch am Wochenende sein. Außerdem sollten sie daran interessiert sein, eine langfristige Beziehung zu dem Kind oder Jugendlichen aufzubauen.
Angebote für Paten
Die Paten selbst werden anhand mehrerer Module auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Aktive Paten unterstützt der Verein mit regelmäßigen Reflexionsrunden, Beratung und Weiterbildungsangeboten. Außerdem soll es gemeinsame Aktivitäten zur Vernetzung von Paten und Patenkindern geben. Aktuell verfügt der Verein über rund 60 aktive Paten, hauptsächlich in Wien und Wien-Umgebung sowie in Villach. Hottenroth hofft, dass bald zahlreiche Interessenten aus dem Mostviertel dazukommen, die sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache stellen möchten.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden