Konkret gelebte Nächstenliebe durch Fasten - Fastenaktion der Diözese St. Pölten
BEZIRK. Die Pfarrer bitten, die gefüllten Fastenwürfel für Menschen in Not zurückzubringen. Infos unter: www.fastenaktion.at

Die traditionelle Fastenaktion der Diözese ruft wieder zur Unterstützung von kirchlichen Hilfsprojekten in Österreich, Afrika, Asien und Lateinamerika auf. 175.000 Fastenwürfel wurden von vielen Ehrenamtlichen in den Pfarren ausgetragen oder lagen in der Kirche auf, Zehntausende auch im Bezirk Scheibbs.
Fasten, Spenden und Beten sind wesentliche Elemente der Fastenzeit
„Durch das Fasten wird auch Nächstenliebe konkret gelebt. Fasten, Spenden und Beten waren immer schon die wesentlichen Elemente der Fastenzeit“, betont Karin Hintersteiner, Geschäftsführerin der Fastenaktion. Der Erlös aus der Aktion, die heuer unter dem Motto „Solidarisch leben“ steht, ist für knapp 40 Projekte vorgesehen, die in Afrika, Asien, Lateinamerika und Österreich mitfinanziert werden. Mit dem Ende der Fastenzeit werden die gefüllten Fastenwürfel zurückgeholt oder in den Kirchen eingesammelt.
Für die Diözese St. Pölten ist die Fastenaktion eine „Solidaritätsmanifestion“. Die Fastenaktion sei heute so aktuell wie vor 50 Jahren. „Unser Land ist reicher geworden, manche Länder dagegen wurden ärmer. In Missionsländern sind neue Diözesen entstanden, die geistig vital sind und sich im Wachsen befinden, materiell jedoch arm sind. Wir dagegen haben materiell zwar viele Gebäude und Einrichtungen, sind aber leider momentan nicht so vital.“ Sicher sei: „Wir lieben die Armen und das was wir haben, teilen wir auch mit den Diözesen, die nicht so viel haben“, so die Vertreter der Diözese. Die Fastenaktion sei ein sichtbares Zeichen von Weltkirche. Aber es schaffe auch hierzulande „hunderttausendfache Begegnung“. Die Diözese St. Pölten macht seit vielen Jahren selbst die Erfahrung, dass Kirche mit den Menschen ins Gespräch komme, wenn am Anfang der Fastenaktion die Fastenwürfel persönlich in die Haushalte getragen werden und rund um Ostern wieder abgeholt werden. Das ist auch die Bitte der Diözese St. Pölten: „Die Würfel wieder gefüllt zurück in die Pfarren zu bringen.“
Bescheidene Mittel bringen große, positive Veränderungen
Die Fastenaktion habe mit bescheidenen Mitteln sehr große, positive Veränderungen im Leben vieler Menschen bewirkt, so Initiatorin Karin Hintersteiner. „Wir sind zwar eine relativ kleine Organisation, aber wir können auf vorhandene Strukturen vor Ort zurückgreifen. Daher kommen alle Spenden direkt bei den Bedürftigen an.“ So werden etwa Binnenflüchtlinge in Burundi unterstützt, Priesterseminaristen in Brasilien oder der Arbeitslosenfonds der Diözese St. Pölten.
Teilen für eine lebenswertere Welt
Projekte werden nicht einfach durch eine Geldüberweisung unterstützt. Projektarbeit sei eine Begleitung dessen, was Partner und Zielgruppen vor Ort umsetzen. „Durch den regelmäßigen Kontakt mit unseren Projekpartnern erlebe ich, wie wichtig jede einzelne Ihrer Spenden an die Fastenaktion ist“, sagt Hintersteiner. Sie ruft auf: „Setzen wir ein Zeichen und teilen unseren Überfluss mit denen, die weniger haben - damit unsere Welt lebenswert für alle ist!“ Übrigens: Viele Haushalte stellen die Fastenwürfel in den „Herrgottswinkel“ in der Stube oder in der Küche.
Fastenaktion läuft seit 1963
1963 rief die Diözese St. Pölten die Fastenaktion ins Leben, was laut „Konzilsbischof“ Franz Žak ein wichtiges Anliegen war. Was damals mit drei Projekten begonnen hat, ist mittlerweile zu einer richtigen „Institution“ geworden. In der Fastenaktion sind Projekte aller diözesanen Organisationen in einer einzigen Aktion zusammengefasst, bisher spendeten die Most- und Waldviertler dafür fast 30 Millionen Euro.


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