Josef Winkler liest in Schlierbach
SCHLIERBACH. Sein Ziel, literarische Spuren in der Welt zu hinterlassen, hat der Kärntner Autor und Träger des renommierten Georg-Büchner-Preises Josef Winkler längst erreicht.

Seit seinem Debüt 1979 mit dem Roman „Menschenkind“ arbeitet er sich an den Gespenstern und Schrecken der Kindheit ab.Immer wieder kehrt er zurück in seinen Heimatort Kamering, der ihm Beispiel ist für eine Welt, in der Verdrängung, Schweigen und Brutalität die Bewältigung der Vergangenheit ersetzen, so auch in seinem 2018 erschienenen Roman „Lass dich heimgeigen, Vater oder Den Tod ins Herz mir schreibe“. Wieder ist es die Auseinandersetzung mit der Vaterfigur, die ihn antreibt, aber diesmal erweitert um den SS-Massenmörder Odilo Globocnik. Nach dessen Zyankali-Freitod wurde dieser auf einem Feld in Kamering verscharrt, auf dem Winklers Familie Getreide anbaute. Außerordentlich mächtige Sprachbilder treffen auf eine ungemein genaue Beschreibung und die Gewalttätigkeit der Vätergeneration auf den Verlust der Sprache und ihre Wiederentdeckung. Schmerz und Wut liegen der langen Anklagerede zugrunde. Der Roman basiert auf einem Theaterstück, das im Herbst 2017 im Burgtheater-Kasino uraufgeführt worden ist. Josef Winkler liest am 15. November auf Einladung der Literarischen Nahversorger aus seinem neuen Roman im Panoramacafé des Stiftes Schlierbach wie immer um 20 Uhr. Einstimmen kann man sich bei Käse und Wein bereits ab 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 10 Euro, Schüler und Studenten erhalten ermäßigten Eintritt um 4 Euro.


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