Plan für einen zweiten Adeg Markt in Spital am Pyhrn sorgt für Wirbel

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 19.11.2019 12:13 Uhr

SPITAL AM PYHRN. Eine Tafel auf dem Grundstück schräg gegenüber dem Adeg Edtbauer kündigt einen neuen Adeg Markt an. Jetzt häufen sich die Fragen und Spekulationen rund um den Nahversorger in Spital am Pyhrn.

Seit 2009 führen Josef und Sandra Edtbauer als Franchise-Partner den Adeg Markt in Spital am Pyhrn mit 550 Quadratmetern Verkaufsfläche. Von den Plänen für einen neuen Adeg auf der schräg gegenüberliegenden Grünfläche ist das Paar jedoch selbst überrascht. Der Gemeinderat hat bereits mehrheitlich einer Umwidmung des Grundstückes zugestimmt. „Nach langer Diskussion setzen wir jetzt auf einen moderneren Markt, um die Einkaufsqualität zu erhöhen und damit den weiteren Kaufkraftabfluss zu stoppen“, erklärt Bürgermeister Aegidius Exenberger (SPÖ). Um die Bürger in Spital am Pyhrn zu halten, nehme man deshalb auch die Verbauung der Grünfläche in Kauf. „Wir haben kein leerstehendes Gebäude, in dem ein Lebensmittelgeschäft Platz hätte. Derzeit warten wir auf die Rückmeldung des Landes OÖ bezüglich der Umwidmung“, so Exenberger. Laut dem Bürgermeister sollen im Gebäude zwei weitere Geschäfte Platz haben. Zudem ist auf dem Areal ein Gebäude mit Wohnungen geplant.

Adeg hat Zuschlag erhalten

Nächster Schritt sei ein Vertrag zwischen einem externen Immobilieninvestor und dem Rewe-Konzern, zu dem Adeg gehört. „Adeg hat hier den Zuschlag erhalten. Wir stehen selbstverständlich im Austausch mit dem bestehenden Adeg-Kaufmann vor Ort. Momentan stehen die Details für diesen Standort jedoch noch nicht fest und es gibt laufende Gespräche“, teilt Rewe-Pressesprecherin Susanne Moser-Guntschnig mit.

„Zwei Geschäfte können im Ort nicht überleben“

Bei einem Gespräch mit Adeg-Vertretern hat Josef Edtbauer erfahren: „Adeg wollte gar nicht bauen, das war eine Idee der Investoren gemeinsam mit der Gemeinde. Ursprünglich sollte es ein Billa werden, der ebenfalls zum Rewe-Konzern gehört, das wurde aber wieder abgesagt. Zwei Geschäfte können im Ort nicht überleben, das weiß auch der Konzern. Billa würde Adeg umbringen, denn das Angebot ist zu ähnlich.“

Alle Fakten auf den Tisch

Die Kaufleute Edtbauer bekommen das Vorrecht Franchise-Partner des neuen Adeg Marktes zu werden. „Wir haben bis heute noch keine Info, wie viel uns das kosten würde. Jetzt betreiben wir den Markt im eigenen Gebäude, dann müssten wir Miete zahlen. Bevor wir eine Enscheidung treffen, müssen wir alle Fakten kennen“, so Josef Edtbauer.

„Friss oder stirb“

Josef und Sandra Edtbauer fühlen sich vor vollendete Tatsachen gestellt, obwohl noch keine Fakten bekannt sind. Die Kaufleute sind enttäuscht: „Wir haben den Markt damals übernommen, weil ihn keiner haben wollte. Einigen im Gemeinderat ist es anscheinend egal, ob es unser Geschäft weiterhin gibt. Jetzt heißt es für uns ,Friss oder stirb'.“ Ihnen bleibe nur die Möglichkeit, in den neuen Markt zu übersiedeln oder zuzusperren, denn „wenn wir absagen, geben wir dem Konzern die Möglichkeit, einen Billa herzubauen. Wir hätten uns mehr Einbindung in die Pläne gewünscht, denn wir haben 2013 um fast 150.000 Euro umgebaut. Sogar heuer haben wir noch in neue Geräte investiert. In ein paar Jahren wollten wir auch wieder umbauen.“

Wochenend-Einkauf in Liezen

Den Kaufkraftabfluss bestätigt Josef Edtbauer: „20 bis 25 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Touristen. Alle Einwohner, die in einem anderen Ort arbeiten, kaufen auch dort ein. Große Firmen haben eigene Kantinen und vor allem am Wochenende kaufen viele in Windischgarsten oder Liezen ein, da gibt es mehr Geschäfte mit unterschiedlichem Angebot. Wir hätten uns einen Bipa im Ort gewünscht, doch das rentiere sich leider, laut Konzern, nicht.“

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Kommentare

  1. ADEG
    ADEG20.11.2019 20:24 Uhr

    ADEG Markt - Was passiert mit dem dann alten Adeg-Geschäft? Gibt es eine Nachhaltigkeit?

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