Führungswechsel im Vocalensemble: Auf Neuböck folgt Gahbauer
ST FLORIAN/INN. Das Vocalensemble Innpuls ist aus der regionalen Chorlandschaft nicht mehr wegzudenken. Seit beinahe 20 Jahren erklingen die Stimmen der Sänger zu verschiedenen Veranstaltungen. Kürzlich erfolgte ein großer und besonderer Wechsel in der Führungsriege des Ensembles. Ein neuer organisatorischer Leiter wurde gewählt. Auf Daniel Neuböck folgt Manuel Gahbauer. Tips bat die beiden zum Doppelinterview.

Tips: Herr Gahbauer, Sie sind Gründungsobmann des Vocalensemble Innpuls: Wie waren die Anfänge und wo hat sich das Ensemble hin entwickelt?
Manuel Gahbauer: Los ging es 1998, damals im Pfarrheim in St. Florian/Inn. Etwas über eine Handvoll Sänger haben sich zur ersten Probe des Jugendchores St. Florian eingefunden. Mittlerweile sind nahezu 20 Jahre vergangen. Von der „Erstbesetzung“ sind noch der Chorleiter Florian Hutterer und ich übrig. Die Entwicklung des Vereines hat einen äußerst positiven Verlauf genommen. Die Sängerzahl hat sich in etwa vervierfacht, manche Konzerte sind zu Konzertreihen geworden und es gibt kaum ein Genre, das das Ensemble nicht schon bearbeitet hat. Mit dem Namen Vocalensemble Innpuls können auch viele Menschen im Bezirk und darüber hinaus etwas anfangen, gerade wenn es um A Capella-Musik geht.
Tips: Sie übernehmen die organisatorische Leitung des Vocalensembles von Daniel Neuböck: Sind es große Fußstapfen, in die Sie treten?
Gahbauer: Daniel Neuböck hat den Verein viele Jahre lang bravourös geführt. Er hat auf dem Gebiet der Kommunikation und Organisation eine große Expertise. Das schlägt sich natürlich auch auf den Verein und seine Strukturen sowie dessen Bild nach innen und außen nieder. Ich habe großen Respekt davor, einen so professionell geführten Verein als organisatorischer Leiter zu übernehmen.
Tips: Herr Neuböck, übergeben Sie die Leitung des Ensembles mit einem lachenden oder mit einem weinenden Auge?
Daniel Neuböck: Mit der Gewissheit, dass es gut weitergehen wird, freue ich mich, dass ich die organisatorische Leitung unseres Vocalensembles an Manuel übergeben darf. Manuel war 1998 selbst Gründungsobmann und umso mehr freut es mich, dass er den Verein nun ins 20-Jahr-Jubiläum führt. Weinendes Auge – nein – schön, dass ich über Jahre hinweg Menschen führen und begleiten durfte, die sich mit mir gemeinsam um das Wohl des Vereins sorgten, sich auf unkonventionelle Wege einließen und die stetige Entwicklung förderten.
Tips: Was würden Sie, wenn Sie zurückblicken, als Leiter heute anders machen?
Neuböck: Wenn es mal rumort im Gemeinschaftsgebälk des Vereins die Beteiligten zu einem Pirschgang oder einer Bergwanderung einladen.
Tips: Herr Gahbauer, gibt es Dinge, die Sie als Leiter anders machen würden bzw. werden?
Gahbauer: Es geht mir nicht darum, den Stil von Daniel zu kopieren, das wäre schlichtweg auch gar nicht möglich. Jeder bringt individuelle Fähigkeiten mit und somit werden einige Dinge sicherlich auch anders werden. Eine gewisse persönliche Handschrift lässt sich ja in jeder Tätigkeit finden, die von verschiedenen Personen ausgeübt wird.
Tips: Worin sehen Sie die größte Herausforderung bei Ihrer neuen Aufgabe?
Gahbauer: Viele Vereine haben Nachwuchsprobleme. Das Angebot an Freizeitgestaltung ist nahezu unüberschaubar. Menschen zum Singen zu bewegen ist aktuell sicher eine große Herausforderung. Die Qualität eines Vereines musikalisch, organisatorisch und zwischenmenschlich hoch zu halten, sowohl im Verein intern als auch mit den Schnittstellen wie zum Beispiel den Sponsoren ist harte Team-Arbeit. Aber dadurch ist man dann auch wiederum attraktiv als Verein für neue Sänger, Sponsoren, usw., da ein Zahnrad hier ins andere greift.
Tips: Was können Sie vom scheidenden Leiter für sich mitnehmen?
Gahbauer: Dinge geduldig aus einer weiten Perspektive zu betrachten, einen USB-Stick mit allen für mich relevanten Daten und die Aussicht auf ein gutes Glas Wein bei der Übergabe.
Tips: Herr Neuböck, und was geben Sie dem neuen Leiter mit auf den Weg?
Neuböck: Ein wirklich innovativer Verein existiert in Wahrheit nur dort, wo viele spannungsgeladene Momente entstehen dürfen. Und diese gilt es auszuhalten. Oder wie Margaret Wheatley zu sagen pflegt „Wenn wir der Meinung sind, dass vertrauensvolles Handeln Kontrolle heißt, indem wir überall unsere Hände drin haben, können wir nicht hoffen etwas anderes zu erhalten als das bereits Bekannte…“
Tips: Wo wird das Vocalensemble das nächste Mal zu hören sein?
Gahbauer: Derzeit arbeiten wir gerade an unserem Projekt „Neuer Proberaum“. In der Heimatgemeinde des Vocalensemble Innpuls, St. Florian/Inn, wird gerade unser neues Zuhause unter viel Aufwand aller Beteiligten fertiggestellt. Das wollen wir natürlich entsprechend musikalisch feiern und in diesem Zuge auch unserem Publikum Einblick in unsere „heiligen Hallen“ geben. Und wer es einmal bis in einen Proberaum geschafft hat, ist von der aktiven Sängerschaft nicht weit. Zum Jahresende steht ja wieder ein weiterer Teil einer etablierten Konzertreihe an.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden