Tausend tote Hühner: Für Huhn Lisl ein Glücksfall
LINZ-LAND/ST. FLORIAN. Vergangene Woche machten rund 7500 Hühner die A1 Westautobahn unsicher (Tips berichtete), nachdem ein Tiertransporter auf Höhe St. Florian seine Ladung nach einem Unfall verloren hatte. Beinahe alle Hühner mussten notgeschlachtet werden, doch gibt es auch Überlebende

Ein 52-jähriger Kraftfahrer aus dem Bezirk Amstetten fuhr mit einem Kraftwagenzug auf dem rechten Fahrstreifen der A1 von Linz kommend in Richtung Wien. Aufgrund eines „Sekundenschlafes“ kam er im Gemeindegebiet von St. Florian nach eigenen Angaben rechts von der Fahrbahn ab und touchierte den dortigen Brückenpfeiler. Dann waren die Hühner los. Nachdem die erschrockene Fracht für mächtig Chaos sorgte, konnten die Tiere Stunden später eingefangen werden, dann mussten sie zum Schlachter. Für manche entpuppte sich der Unfall des Transporters allerdings als Glücksfall.
Huhn Lisl
So griff eines der Hühner zu einer List, indem es in ein Feuerwehrauto hüpfte und sich dort versteckt hielt. Als die Arbeiten an der Unfallstelle beendet waren, fuhr Lisl, wie das Huhn später getauft wurde, als blinder Passagier mit den Kameraden der Feuerwehr mit. Georg Windtner, ein bekannter St. Florianer Mesner, nahm sich um das Tier an und schenkte ihm ein neues Zuhause, sowie den Namen Lisl.
Weitere Überlebende
Alice Kitzberger aus Leonding war auf dem Weg in die Arbeit, als sie von der Facebookgruppe „Veggies Linz“ über den Unfall informiert worden war. „Dort wurde ein Aufruf gestartet, bei Gelegenheit überlebende Hühner aufzulesen. Ich hab dann gleich eine Transportbox eingepackt und bin zu der Unfallstelle gefahren, ein verschrecktes Huhn habe ich dann im Gebüsch gefunden und es behutsam mitgenommen. Zu Hause haben mein Freund Flo und ich einen kleinen Käfig aus einer alten Kommode gebastelt.
Im Hühnerstall
Da wir auf einem alten Hof mit einem großem Gemeinschaftsgarten leben und bereits ein Hühnerstall neun Hühner beherbergt, kann sie, wenn sie dann laufen kann und es ihr besser geht, bei uns bleiben“, erzählt Kitzberger von ihrer Rettungsaktion.
Selina's Tierhilfe
Auch Selina Myhre, Gründerin der Facebook-Gruppe „Selina“s Tierhilfe“ machte sich sofort auf den Weg. „Der Anblick war grauenhaft., die Hühner waren allgemein in einem ganz schlechten Zustand. Es gelang mir – nachdem ich bis in die Nacht gesucht habe – fünf von ihnen zu retten, danach war ich beim Tierarzt. Sobald sich die Hühner erholt haben, dürfen sie die Quarantänebox verlassen und auf einem etwa 3000 Quadratmeter großen Grundstück nach Körnern picken“, so Myhre.
Polizei und Asfinag
Fast täglich gehen Meldungen von weiteren Hühnerfunden nähe der Autobahn ein. Auch die Polizei und die Asfinag sollen noch einige Vögel eingesammelt haben. Sie wurden – wie schon Huhn Lisl – an Georg Windtner übergeben, der sich nun wohl noch einige weitere Namen mehr für seine Hühner einfallen lassen wird. Die Tiere werden sich freuen.


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