"Ich will einen sozialen Beitrag für die Menschheit leisten"
Ried/St. Johann am Walde. Das Rote Kreuz sucht für den Besuchsdienst immer wieder nach ehrenamtlichen Mitarbeitern. Seit September 2016 ist auch Marianna Wurzrainer-Steindl aus St. Johann am Walde im Besuchsdienst des Roten Kreuzes im Bezirk Ried tätig. Eine Entscheidung, die sie glücklich macht und die sie, wie sie selbst sagt, von Herzen weiterempfehlen kann. Tips sprach mit der rüstigen Pensionistin über ihre Erfahrung und ihre bisherigen Erlebnisse, die sie im Besuchsdienst machen durfte.

Tips: Wie kam es, dass Sie sich für den Besuchsdienst entschieden haben?
Wurzrainer-Steindl Marianna: Ich will einen sozialen Beitrag leisten. Es war so, dass ich erst einen Informationsabend besucht habe und mich danach für den Besuchsdienst entschieden habe. Es ist eine sehr zufriedenstellende Beziehungsarbeit. Es ist nicht nur so, dass man selbst Zeit schenkt – man wird auch beschenkt.
Tips: Wie kann man sich einen Besuchsdienst ungefähr vorstellen?
Wurzrainer-Steindl: Wir führen Gespräche über frühere Erfahrungen, besprechen Familiengeschichten, schauen uns gemeinsam Fotos an und lassen Erinnerungen aufleben. Ein ganz wichtiger Bestandteil ist auch das gemeinsame Spazierengehen. Oft spielen wir auch Karten. Wir haben es sehr lustig miteinander, lachen und sind heiter.
Tips: Wie würden Sie die Beziehung zueinander beschreiben? Ist es eine richtige Freundschaft, die dabei entsteht?
Wurzrainer-Steindl: Als Freundschaft würde ich das nicht bezeichnen, aber auf jeden Fall als eine sehr wichtige Beziehung. Ich orientiere mich immer nach dem, was die Person braucht und lasse auch eigene Erfahrungen mit einfließen. Der Fokus liegt immer auf der Person und ihren Bedürfnissen.
Tips: Warum machen Sie das alles und nehmen sich die Zeit?
Wurzrainer-Steindl: Aus Interesse und Liebe zum Menschen. Mir gefällt der Leitsatz des Roten Kreuzes „Aus Liebe zum Menschen“. Ich finde es befriedigend, Kontakte zu pflegen.
Tips: Wie viel Zeit investieren Sie für den Besuchsdienst?
Wurzrainer-Steindl: Ich betreue einmal in der Woche eine Dame im Bezirk Ried. Die Zeit, die wir zusammen verbringen, ist ganz unterschiedlich. Meist bin ich drei Stunden bei ihr. Das wird aber individuell vereinbart und es kann auch Veränderungen geben. Ein Besuchsdienst kann einmal die Woche sein oder alle zwei Wochen. Es kann auch verabredet werden, dass der Besuchsdienst nur dann benötigt wird, wenn die Person anruft. Das wird gemeinsam mit der Person, die man besucht, gestaltet. Die Kontinuität und Verbindlichkeit ist aber sehr kostbar. Und wenn es passt, dann geht so ein Besuchsdienst bis ans Lebensende.
Tips: Kann jeder im Besuchsdienst tätig sein?
Wurzrainer-Steindl: Man braucht die Bereitschaft zur Kontaktgestaltung. Wichtig ist auch der Respekt und die Achtung vor dem Menschen und vor dem Alter. Die Liebe zum Menschen ist auch ein ganz wesentlicher Punkt. Man sollte sich schon berühren lassen und Mitgefühl zeigen und versuchen, mitzufühlen. Es ist wichtig, dass man auch die Unterschiedlichkeit toleriert und versucht, immer wieder aus der Bewertung zu kommen.
Tips: Hatten Sie schon besonders schöne Momente im Besuchsdienst?
Wurzrainer-Steindl: Ich kann sagen, dass ich bisher nur schöne Erlebnisse hatte – befriedigende und interessante Erlebnisse. Ich bin sehr dankbar und berührt über das Vertrauen der Person.
Kontaktaufnahme:
Theresia Bangerl
Rotes Kreuz – Besuchsdienst
0664/4555638
theresia.bangerl@o.roteskreuz.at


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