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Mühlviertler in Berlin: „Man hat damit gerechnet, dass irgendwann was passieren kann.“

Leserartikel Christian Hartl, 21.12.2016 08:38

ST. JOHANN/ZWETTL/BERLIN. Dass es in der deutschen Hauptstadt irgendwann einen Anschlag geben kann, war eine Frage der Zeit, sagen Andreas Rehberger (St. Johann) und Jochen Fuchs (Zwettl), die seit längerem in Berlin leben. Trotz der tragischen Tat überwiegt dort der Optimismus.

In der deutschen Bundeshauptstadt rechnete man immer damit, dass irgendwann was passieren kann. © Wodicka

Schauplatz Berlin-Tiergarten: Nur etwa einen Kilometer entfernt vom Anschlagsort - dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, neben der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche - steht Andreas Rehberger (36) in der Küche des Designhotels „Das Stue“ und bereitet die Arbeiten für das Abendgeschäft vor. Dass einen Tag vorher ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt in der Nähe der Touristenmeile Kurfürstendamm gefahren ist und zwölf Menschen getötet hat, ist das allgemeine Thema.

Besorgte Anrufe

„Ich habe davon erfahren, als meine Frau und ich zu Abend gegessen haben – da hat das Telefon geläutet und wir bekamen die Frage gestellt ob eh alles in Ordnung mit uns ist“, berichtet der in St. Johann am Wimberg geborene Küchenchef des Hotels. Als sie dann den Fernseher aufdrehten, verfolgten sie die Berichte über den Anschlag. Dass man jetzt in Angst ausbreche, sei aber kein Thema. „Wir müssen uns einstellen, dass so was immer wieder passieren kann.“

Anschlag in Berlin: Frage der Zeit

Ähnlich sieht das auch Jochen Fuchs, der aus Zwettl stammt und seit Mai dieses Jahres in Berlin Englischlehrer an einer freien Grundschule ist. „Es war immer die Rede davon, dass vielleicht irgendwann was passieren kann“, meint er und erinnert an die Anschläge in großen europäischen Städten wie Paris oder Brüssel. Dass es in Berlin kracht war für ihn und viele andere sozusagen nur eine Frage der Zeit.

Das Leben geht weiter

Dennoch überwiegt der Optimismus. Die U-Bahnen sind voll, die Leute sind auf der Straße und auch Fuchs war gestern wieder auf einer Weihnachtsfeier. Dass der Anschlag vielen sehr nahe ging weiß der Zwettler ebenfalls zu berichten: Ein Arbeitskollege von ihm ist in einer Firma in Sichtweite des Tatorts beschäftigt. „Als er und seine Mitarbeiter ins Büro kamen, versammelten sie sich am Fenster und betrachteten 30 Minuten lang das Chaos, dass der Attentäter hinterlassen hat, ohne irgendwelche Worte zu finden“, schildert Fuchs die Erzählungen seines Freundes.


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