Mit dem Fahrrad quer durch Europa, um notleidenden Familien zu helfen
ST. MARIENKIRCHEN, WIEN. Zwei Schicksale, so unterschiedlich sie sind, haben sie eines gemeinsam: kein Geld, um den Alltag zu bewältigen. Grund genug, dass sich am Samstag, 8. Juni neun Mitglieder und Freunde der Charity Cycling Challenge, einem Radsportverein zur Förderung karitativer Projekte, von Wien aufmachen, um sich in 13 Tagen über 17 Alpenpässe, 1.736 Kilometer und 30.000 Höhenmeter nach Nizza zu quälen.

Die 54-jährige Hilde aus St. Marienkirchen bei Schärding hat zwei Töchter. Die ältere Tochter Sabine leidet seit ihrer Geburt an einem seltenen Gendefekt mit schwerer körperlicher und auch geistiger Behinderung (Wolf-Hirschhorn-Syndrom). Sie sitzt im Rollstuhl mit einer angepassten Sitzschale und bedarf einer intensiven Pflege und Betreuung rund um die Uhr. Hildes jüngere Tochter Hannah ist mit einer an Taubheit grenzenden Innenohrschwerhörigkeit zur Welt gekommen. In dieser schwierigen Situation brach ihr Mann unter der Bürde des Alltags zusammen und leidet an einer schweren Depression, die ihn zum Frühpensionisten machte.
Schicksal schlug zu
Karin (44) aus Lockenhaus im Burgenland hat drei Kinder. Mitihrem Mann hat sie vor ein paar Jahren in ein kleines, renovierungsbedürftiges Haus investiert.Der Kredit läuft noch einige Jahre. Im November letzten Jahres schlug dann das Schicksal gnadenlos zu: Ihr Mann Michael verstirbt plötzlich und völlig unerwartet 48-jährig bei seiner Arbeit als Taxifahrer an einem Herzinfarkt.
Die Charity Challenge
Angespornt von bisher drei erfolgreich absolvierten Challenges von Wien nach Rom im Jahr2015, von Wien nach Barcelona im Jahr 2017 und von München nach Wien im Jahre 2018, hat es sich die Charity Cycling Challenge dieses Jahr wieder zum Ziel gesetzt, auf dem weiten Weg nach Nizza genug Spenden zu sammeln, um diesen zwei vom Schicksal hart getroffenen Müttern das Leben zumindest finanziell zu erleichtern. „Wir sind jedes Jahr auf der Suche nach Familien, die wir unterstützen können. Ich als Innviertlerin bin sehr froh, dass wir heuer einer Familie aus meiner Heimat helfen können“, berichtet Lisa Aichinger, gebürtig aus Taufkirchen an der Pram, dessen Mann einer der Teilnehmer ist.
Keine Profisportle
rAlle Teilnehmer sind allesamt im normalen Berufsalltag stehende Personen und keine Profisportler. Das Aufbautraining ist im vollen Gange, die Vorfreude ist sehr groß und alle sind sich einig: „Wir sind die letzten Male schon von einer Welle der Hilfsbereitschaft begleitet worden, das lässt so manche Anstrengung leichter ertragen. Wir haben vor dem einen oder anderen Pass großen Respekt, aber all die Strapazen und Mühen sind es wert, wenn man am Ende in strahlende und dankbare Augen schauen kann“, so die Teilnehmer. „Die Trauer, der Schmerz und die Schwierigkeiten des Alltags können den beiden Müttern nicht abgenommen werden. Durch die generierten Spenden können ihnen aber hoffentlich ein kleiner Teil der finanziellen Sorgen abgenommen und so ein Stück Freiheit und Raum zum Durchatmen zurückgegeben werden. Jeder gespendete Euro geht zu 100 Prozent an beide Familien“, berichtet Lisa Aichinger.


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