Wildunfälle: Niederösterreich auf Platz eins
SANKT PÖLTEN/NÖ. Gut 30.000 Verkehrsunfälle mit Wildtieren ereignen sich in Niederösterreich pro Jahr - das ist Platz eins im Bundesländerranking, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark.

Acht Wildunfälle pro Stunde ereignen sich durchschnittlich in Österreich. Schlechte Fahrverhältnisse erhöhen die Unfallgefahr besonders in der Herbstzeit. Angepasste Geschwindigkeit und ein vergrößerter Sicherheitsabstand können das Risiko eines Unfalls mit Tieren deutlich verringern, so die Experten des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und des NÖLJV (Niederösterreichischer Landesjagdverband) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien.
Abends oder in der Morgendämmerung
„Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 20 und 22 Uhr abends oder in der Morgendämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind“, erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV die Ergebnisse der Detailauswertungen.
Gefahr wird unterschätzt
Oftmals wird laut Tann die Gefahr, die von Wildunfällen ausgeht, stark unterschätzt: „Trifft man mit 50 km/h auf ein 80 kg schweres Wildschwein, wirkt ein Aufprallgewicht von zwei Tonnen auf Fahrzeug und Fahrer!“, so der KFV-Direktor. Springt ein Tier auf die Straße, heiße es „Ruhe bewahren, kontrolliert bremsen, abblenden und hupen“. „Ist ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte man stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Riskante Ausweichmanöver sind zu vermeiden, sie bergen ein höheres Risiko als ein Zusammenstoß mit dem Tier“, rät Tann.
Wildwarnschilder ernst nehmen
Weil Wildtiere im Herbst oft größere Distanzen von den Ruheplätzen zu den attraktiven Nahrungsstellen zurücklegen, kommt es zu vermehrten Straßenquerungen durch Wildtiere. „Wildtiere folgen meist ihren gewohnten Routen zu Äsungsplätzen. Die Tiere nehmen instinktiv den kürzesten Weg zu ihrem Ziel und unterscheiden nicht, ob sie Straßen oder Feldwege queren“, erklärt Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. „Umso wichtiger ist es daher, Wildwarnschilder auch ernst zu nehmen, die Geschwindigkeit zu reduzieren und die Aufmerksamkeit zu erhöhen, denn Wildtiere sind nicht berechenbar“.
Exekutive verständigen
Ist ein Unfall passiert, muss die Gefahrenstelle laut Lebersorger so schnell wie möglich abgesichert und anschließend die Exekutive verständigt werden. Wer keine Meldung vornimmt, macht sich wegen Nichtmeldens eines Sachschadens strafbar. „Noch ein wichtiger Tipp, der viel Ärger und Kosten ersparen kann: Getötetes oder verletztes Wild darf auf keinen Fall vom Fahrer mitgenommen werden, auch nicht zum Tierarzt! Auch das kann als Wild-Diebstahl gewertet und empfindlich bestraft werden“, so Lebersorger abschließend.
Weitere Informationen: Kuratorium für VerkehrssicherheitNiederösterreichischer Landesjagdverband








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