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Bauernkammer: Blaue lösen Rote ab - Bauernbund verliert leicht

Wo gibt es für eine politische Kraft noch Mehrheiten jenseits der 80 Prozent? Eine von wenigen Antworten: In der Landwirtschaftskammer, wo der Bauernbund heute satte 83,72 Prozent (2010: 90,55 Prozent) an Zustimmung durch die Bauernschaft erhielt. Auch wenn das Minus von 6,83 an anderer Stelle heftig wäre, ist es bei dieser Mehrheit fast vernachlässigbar. Dennoch hat sich in der Zusammensetzung des Bauerngremiums Wesentliches verändert, denn die SP-Bauern flogen in hohem Bogen raus, und das bei einem Verlust von nur 0,3 Prozent. Eindeutig eine Frage der Verhältnisse, denn die 5-Prozentlatte hatten die roten Bauernvertreter 2010 nur ganz knapp geschafft. Jetzt war also Endstation. Ihre Stelle nehmen andere ein, allerdings durchaus in etwas gewichtigerer Form. Dafür sorgten nämlich die blauen Bauern - natürlich wieder im Blickwinkel der Verhältnismäßigkeit - für ein doch beachtliches Ergebnis. Die FP-Bauern waren in der letzten Periode mit keinem Mandat in der Landwirtschaftskammer vertreten, da sie bei der vorletzten Wahl die 5-Prozenthürde nicht überwunden hatten. Nun kommen sie mit einem Gewinn von 4,6 Prozent auf insgesamt 8,93 Prozent der Stimmen und sind mit sechs Mandaten im Parlament der niederösterreichischen Bauern vertreten. Die Grünen entschlossen sich ganz kurzfristig vor Fristablauf für die Kandidatur und landeten bei 2,5 Prozent, womit sie auch weiterhin nicht im Bauern-Gremium vertreten sind. Mandatsverteilung der 36 zu vergebenden Sitze: VP 30 (2010: 32), FP 6 (0) Gesunkene Wahlbeteiligung 90.072 der 160.667 Wahlberechtigten in Niederösterreich haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 59,03 Prozent und damit unter den 65,93 Prozent von 2010 lag. Bauernbund in Bezirksbauernkammer stärkerBei den Wahlen in den Bezirksbauernkammern erreichte der NÖ Bauernbund sogar 85,54 Prozent (- 4,96 Prozent) beziehungsweise 659 von 751 Mandaten. >> Reaktionen <<Bauernbund „Mit 83,72 Prozent der Stimmen haben Niederösterreichs Bäuerinnen und Bauern Landesobmann und Spitzenkandidat. Hermann Schultes ganz klar ihr volles Vertrauen ausgesprochen und bei der heutigen LK-Wahl zum Ausdruck gebracht, dass sie sehr wohl die konsequente Arbeit des Niederösterreichischen Bauernbunds in der Landwirtschaftskammer schätzen“, erklärte NÖ Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner zum Wahlergebnis. „Angesichts der enormen Herausforderungen, mit denen die Bauernschaft konfrontiert ist, stellt das Ergebnis der Niederösterreich-Wahl für uns Landwirtschaftskammern Auftrag und Verpflichtung gleichzeitig dar, die konsequente Arbeit für unsere Bauernfamilien mit großem Engagement weiter zu führen“, meint Hermann Schultes. FPNÖ „Der Wiedereinzug in die Landeslandwirtschaftskammer und durchwegs gute Bezirksergebnisse zeigen, dass die Kooperation von Freiheitlichen Bauern und Unabhängigem Bauernverband vollkommen richtig war. Nach der heutigen Wahl sind der Bauernbund und die Freiheitliche Bauernschaft die einzigen zwei Fraktionen in der Landeslandwirtschaftskammer. Es wird nun hinkünftig also wieder möglich sein, die Bauern Niederösterreichs auch auf Landesebene in der Kammer zu vertreten. Ich gratuliere daher Peter Schmiedlechner, Manfred Mitmasser, Hubert Buchinger und den weiteren Kandidaten des Landeswahlvorschlages zu diesem tollen Erfolg!“, erklärt NR Walter Rosenkranz in einer Aussendung der FPNÖ. SPNÖ„Wir werten dieses Ergebnis als Zeichen, dass wir unsere Inhalte nicht gut genug vermitteln konnten. Daran werden wir arbeiten und uns weiterhin für die Bäuerinnen und Bauern in NÖ engagieren“, erklärt SPNÖ-Geschäftsführer Robert Laimer in einer OTS-Aussendung. Trotz des Gesamtverlustes sei das Ergebnis in Lengenfeld, der Heimatgemeinde von Josef Etzenberger, hervorzuheben, so Laimer, der sich Zweckoptimismus übt: „Dort haben die Sozialdemokrat 11,3 Prozent dazugewonnen, während der ÖVP Bauernbund ein Minus von 14,76 Prozent hinnehmen musste“. Grüne „2,5%! Bei einem minderheitenfreundlicheren Wahlrecht (40 Kammerräte werden gewählt) hätten wir bereits Anspruch auf einen Kammerrat. Die grünen Bäuerinnen und Bauern werden die Aufbauarbeit fortsetzen und auch eine Wahlrechtsreform für die Landwirtschaftskammerwahlen in Niederösterreich vorschlagen,“ so die grüne Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger. Zur Sache: Die Mitglieder der Vollversammlungen der Landes-Landwirtschaftskammer und der Bezirksbauernkammern werden alle fünf Jahre neu gewählt. Zu vergeben sind 36 Mandate auf Landesebene und 751 Mandate in den 21 Bezirksbauernkammern. Weitere Artikel:St. Pölten St. Pölten Land ----------------------------------------------------------------------------------- Kontakt: REDAKTION TIPS ST. PÖLTEN Werner Pelz (Postfach 39, 3101 St. Pölten)Mobil: 0676/700 11 75Mail: w.pelz@tips.at (oder alternativ we_pe@gmx.at)


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