Landestheater: Marie Rötzer neue Leiterin ab 2016
ST. PÖLTEN/NÖ. 68 Bewerber gab es um die Stelle der künstlerischen Leitung des niederösterreichischen Landestheaters am St. Pöltner Rathausplatz, die nach dem Abgang von Bettina Hering zu den Salzburger Festspielen im Sommer 2016 frei wird. Weniger als die Hälfte, nämlich 28 kamen aus Österreich, 40 aus internationalen Gefilden. R

Geworden ist es nun Marie Rötzer, die Dramaturgin und aktuell persönliche Referentin des Intendanten des Thalia Theaters Hamburgs. Die 47-Jährige ist darüber hinaus auch eine waschechte Niederösterreicherin. Immerhin kommt sie aus dem tiefsten Weinviertel, wo ihre Wiege in Mistelbach stand.
Ihr Vertrag beginnt im Sommer 2016 und läuft mit einer Option auf Verlängerung bis Sommer 2020. Somit ist die Spielzeit 2016/17 die erste, die Marie Rötzer als Künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich gestalten wird.
Rötzer will Kurs von Hering fortführen
Rötzer streut ihrer Vorgängerin Rosen: Bettina Hering habe das Landestheater regional und überregional stark positioniert. „Daran möchte ich anknüpfen. Meine Arbeit an Theatern, wie dem Gorki Theater in Berlin, dem Schauspielhaus Graz, dem Staatstheater Mainz und jetzt dem Thalia Theater in Hamburg, meine Begegnung mit den KünstlerInnen, die Erfahrungen mit Stadtvernetzung, mit Kooperationen und Gastspielen werde ich sehr gerne am Landestheater Niederösterreich wirksam werden lassen“. Und dieses Haus werde sie weiter „für neue Ideen öffnen, um mit einem hochmotivierten Ensemble, mit unverwechselbaren Regiehandschriften, internationalen Koproduktionen und Gastspielen sowie partizipativen Projekten eine Strahlkraft über Grenzen hinweg zu entwickeln. Ich möchte das Landestheater Niederösterreich als einen künstlerischen Erlebnis-Ort gestalten, als ein Theater für alle, in dem ein lebendiger Austausch darüber stattfindet, was uns heute bewegt.“
Das Landestheater Niederösterreich habe sich in den letzten Jahren künstlerisch mit neuen Inhalten und Formaten signifikant weiterentwickelt und in der österreichischen und deutschsprachigen Theaterlandschaft als spannendes Haus mit einem starken künstlerischen Profil positioniert, erklärt Paul Gessl, zuständiger Geschäftsführer der NÖ-Kulturwirtschaft. “Sechs Nestroypreis-Nominierungen in den letzten zwei Jahren sind ein äußeres Zeichen der überregionalen Anerkennung.
Gessl: Dynamische Weiterentwicklung gewährleistet
Marie Rötzers Konzept für das Landestheater Niederösterreich, ihre künstlerische Biografie mit Stationen in wichtigen Theatern im deutschsprachigen Raum und ihre daraus resultierenden internationalen Kontakte, ihr dramaturgisches Wissen, aber auch ihre Kenntnis der regionalen Gegebenheiten in der österreichischen Theaterlandschaft, hätten die Jury überzeugt und gewährleisteten eine dynamische Weiterentwicklung des erfolgreichen Hauses auf Grundlage der bewährten Schwerpunkte: Eigenproduktionen mit hochkarätigen Gästen, internationale Koproduktionen und Gastspiele, Kindertheater, partizipatorische Projekte, wie z.B. dem Bürgertheater und ein eigenes künstlerisch starkes Ensemble, so Gessl. “Marie Rötzer war immer wieder mit dem Haus verbunden, nicht zuletzt durch zahlreiche Gastspiele des Thalia Theaters Hamburg im Landestheater Niederösterreich.“
Heute wird Rötzer offiziell im Landestheater der Öffentlichkeit vorgestellt.


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