Es wurlt am Domplatz
ST. PÖLTEN. In den letzten Wochen stand der Domplatz im Zentrum heftiger öffentlicher Auseinandersetzungen (siehe: Artikelserie). Die Menschen die an Markttagen diesen zentralen Platz in St. Pölten besuchen, kümmert das Polit-Hick-Hack wenig.

An den Tagen des Wochenmarktes, als donnerstags und samstags wurlt es so richtig in der Innenstadt. Parkplätze sind zwar etwa in der Rathausplatzgarage knapp bzw. nicht vorhanden, dennoch finden sich immer genügend Stellplätze rund ums Zentrum.
Besonders eifrig - trotz Hitze - werken die Archäologen am Domplatz. Mit Akribie graben, kehren und sammeln sie die reichlich zu Tage tretenden Funde. Dazu werden natürlich neben schaufelähnlichem Werkzeug vorwiegend Beserl und Sauger verwendet. Derzeit werden wieder zahlreiche Skelette aus dem ehemalig, hier verorteten Friedhof freigelegt. Auch Sammelgrabstellen wurden immer wieder entdeckt (siehe Artikel). Staunend verfolgen zahlreiche Passanten an den Absperrungen das Geschehen und erkundigen sich interessiert über archäologischen Arbeitsvorgänge und die Geschichte St. Pöltens. Täglich werken am Domplatz zwischen 15 und 25 Forscher und Helfer im Archäologen-Team rund um den Stadtarchäologen Ronald Risy.
Bisher wurden über 7.000 einzelne Individuen aus dem Erdreich geborgen und in der Gerichtsmedizin bzw. dem anthropologischen Institut der Uni Wien einer Analyse unterzogen. Außerdem wurden Reste eines römischen Badegebäudes freigelegt, das wahrscheinlich im 4. Jahrhundert nach Christus einer teilweisen Nachnutzung als christliche Kirche genutzt wurde, sowie Teile eines mittelalterlichen Klosters und viele kleine, hochinteressante Einzelfunde.


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