Caritas Schuhböck übergab Leitung offiziell an Ziselsberger
SANKT PÖLTEN/HERZOGENBURG. Seit 1. September ist der Herzogenburger Hannes Ziselsberger (46) Leiter der Caritas Sankt Pölten. Anlässlich einer feierlichen Amtsübergabe im Bildungshaus St. Hippolyt nahm sein Vorgänger Friedrich Schuhböck nach 20 Jahren Abschied.

„Not sehen und handeln“ war das Motto von Friedrich Schuhböck. Bei der offiziellen Amtsübergabe beschrieb Soziallandesrätin Barbara Schwarz den scheidenden Caritasdirektor in der Fußballersprache als „Libero mit Übersicht“, und „planbar, sehr sachlich, aber auch beharrlich“. „Nur alle heiligen Zeiten kam es bisher zu einem Wechsel an der Spitze der Caritas St. Pölten“, betonte der neue Caritasdirektor Hannes Ziselsberger.
Werner Scholz übernahm 1965
Caritasdirektor Werner Scholz, 83, der auch bei der Feier anwesend war, hat die Caritas St. Pölten als erster Laie österreichweit im Jahr 1965 übernommen. 1996 folgte der St. Pöltner Religionspädagoge und Diakon Friedrich Schuhböck, und am 1. September 2016 übernahm der Herzogenburger Hannes Ziselsberger, 46, die Funktion des Caritasdirektors.
Zahl der hautberuflichen Mitarbeiter
Die Zahl der hauptberuflichen Mitarbeiter ist in der Ära von Friedrich Schuhböck, 64, in den vergangenen 20 Jahren von 562 auf 2179 angestiegen. Große Wertschätzung bringt Diözesanbischof Klaus Küng der Caritas entgegen. Aber dieses Wachstum und die hohe Zahl der Caritas-Mitarbeiter habe ihm auch öfters Sorgen bereitet, bemerkte Bischof Küng. Der Jahresumsatz der Caritas St. Pölten betrug im Vorjahr 90 Millionen Euro.
Caritas-Dienstleistungsbereiche
Die Dienstleistungsbereiche der Caritas St. Pölten sind die Mobile Pflege (Hauskrankenhilfe)sowie Wohnen und Arbeit für Menschen mit Behinderungen sowie für Menschen mit psychischen Erkrankungen. „Hier nimmt die Caritas St. Pölten eine Vorreiterrolle ein“, so Caritaspräsident Michael Landau bei der Feier. In keiner anderen Diözese werden mehr psychisch kranke Menschen von der Caritas betreut – mehr als 3000 pro Jahr sind es in der Diözese St. Pölten.
Pfarrcaritas
Gabriele Wittmann, Pastoralassistentin und seit zehn Jahren Mitglied im Kuratorium der Caritas, dankte Schuhböck für die Unterstützung der Pfarrcaritas und für den Einsatz der vielen Freiwilligen in der Caritasarbeit. Derzeit sieht Wittmann verstärkten Unterstützungsbedarf bei der Integration von Asylwerbern und Asylberechtigten in den Gemeinden und Pfarren.
„Ein geordnetes Haus“
Bischofsvikar Franz Schrittwieser, der geistliche Assistent der Caritas St. Pölten, ist Direktor Schuhböck sehr dankbar: “Du übergibst ein geordnetes Haus“, meinte er bei der Feier. „In einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen gerät, ist die Caritas St. Pölten gut verwurzelt, glaubwürdig, nicht von Seufzern umgeben und legt auch die Finger auf die Wunden unserer Zeit“.
Hannes Ziselsberger
Der neue Caritasdirektor Hannes Ziselsberger studierte an der WU in Wien Betriebswirtschaft und an der FH St. Pölten Soziale Arbeit. Von 1995 bis 2001 arbeitete er bereits als wirtschaftlicher Assistent bei der Caritas St. Pölten. Danach leitete er sieben Jahre eine Einrichtung der Caritas Wien für Menschen mit Behinderungen in Retz. Seit 2008 war er in St. Pölten Geschäftsführer des „Vereines Wohnen“, einer landesweiten Sozialeinrichtung für von Wohnungslosigkeit bedrohter Menschen.
„Menschengerechte Gesellschaft“
„Ich hoffe, dass sich Fairness und Solidarität durchsetzen und sich eine menschengerechte Gesellschaft verwirklicht“, so Caritasdirektor Hannes Ziselsberger in seiner Antrittsrede. „Daran möchte ich als Direktor der Caritas mitwirken. Dazu zählt für mich, an einer sozialen Infrastruktur zu arbeiten, die wie alle anderen Infrastrukturen unabdingbar für eine menschengerechte Gesellschaft sind.“ Eine soziale Infrastruktur beinhalte, dass kein Mensch um seine Existenz fürchten müsse. Armut dürfe nicht dazu führen, dass Leben, Gesundheit oder gesellschaftliche Teilhabe gefährdet seien. Ziselsberger nannte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung von organisierten und professionellen Angeboten, die Menschen vom Rand der Gesellschaft zu holen und Begegnungen auf selber Augenhöhe zu ermöglichen sollen.
„Respekt, Wertschätzung, Menschenwürde“
„Bei allen gesellschaftlichen Unterschieden, es darf keinen Unterschied beim Respekt, bei der Wertschätzung, bei der Menschenwürde geben“, unterstrich Ziselsberger. Als drittes Element einer sozialen Infrastruktur hoffe er „auf das Engagement vieler Menschen als Freiwillige, im Ehrenamt oder einfach als Person in der Gesellschaft. Hier können wir als Caritas gemeinsam mit den Pfarren, Vereinen oder auch anderen Organisationen wirken und ich möchte mich auch für dieses freiwillige Engagement einsetzen. Dieses freiwillige Engagement ist auch ein wichtiger Teil meiner Hoffnung für eine menschengerechte Gesellschaft.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden