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ST. PÖLTEN/TULLN/WIEN. Bioblos sind gerade einmal 12 Zentimeter lang, 2,4 Zentimeter breit und 0,8 Zentimeter hoch. Dennoch kann man mit den vom St. Pöltner Hannes Frech erfundenen Bausteinen sehr große Dinge bauen, wie der „Turmbau zu Bioblo“ im Kunsthistorischen Museum Wien beweist.

Die Bioblo-Gründer (v.l.) Didi Kreil, Stefan Friedrich und Hannes Frech vor ihrem 2,60 Meter hohen Turm.Foto: Bioblo

Als Frech vor einigen Jahren seine Tochter beim Spielen beobachtete, dachte er sich, dass es etwas Spannenderes und Dynamischeres geben müsse als herkömmliche Holzbauklötze. Gemeinsam mit Stefan Friedrich und Dietmar Kreil gründete er 2015 Bioblo mit Firmensitz in Tulln. Als Vertriebspartner für Europa wurde das österreichische Traditionsunternehmen Piatnik gefunden. Erhältlich sind die Bausteine aber auch in Ländern wie Korea, Japan oder Kanada.

Preise eingeheimst

Frech, der als Technikumsleiter am Interuniversitären Department für Agrarbiotechnologie (IFA) Tulln angestellt ist, entschloss sich, für seine Erfindung den vom an der IFA beheimateten Institut für Naturstofftechnik entwickelten Baustoff „Fasal“ zu verwenden. Dieser besteht zu 60 Prozent aus feinen Holzspänen von heimischen Fichten und Tannen und aus hochwertigem Recyclingkunststoff, der von Mehrwegbechern von Festivals und Events stammt. Die typische Wadenform der Bioblo-Bausteine ermöglicht es, wenig Material zu verwenden und trotzdem stabil bauen zu können. Aufgrund der nachhaltigen Bauweise bekam Bioblo neben dem Green Product Award, dem Toy Award sowie dem German Design Award auch das Österreichische Umweltzeichen und erst kürzlich das deutsche Umweltzeichen „Blauer Engel“ verliehen.

Zweite Chance

„Wir hatten schon vor zwei Jahren die verrückte Idee, einen Weltrekordversuch im Kunsthistorischen Museum zu machen“, erzählt Frech. Aus diversen Sicherheitsgründen konnte aber das Vorhaben, einen zwanzig Meter hohen Bioblo-Turm vom Erdgeschoss bis in die oberste Kuppel zu bauen, nicht umgesetzt werden. Als zu Beginn des Jahres damalige Gesprächspartner auf Frech und seine Mitbegründer zukamen, ob sie nicht Lust hätten, für die aktuelle Ausstellung das berühmte Werk „Großer Turmbau zu Babel“ des niederländischen Malers Pieter Bruegel nachzubauen, ließen sich die Drei diese Gelegenheit nicht entgehen.

Ein Monat Bauzeit

Der fertige Turm ist 2,80 Meter breit, 2,60 Meter hoch und besteht aus 30.000 Bioblo-Bausteinen. „Allein die Planung und die Konstruktion in 3D dauerte rund zwei Monate“, erzählt Frech. Die Bauzeit selbst betrug ungefähr einen Monat. Der Turm wurde in mehreren Modulen in Tulln vorgefertigt und im Kunsthistorischen Museum zusammengebaut. Um ihn besser transportieren zu können, wurden die Steine zusammengeklebt. Besonders schwierig war es, die Fenster, Türen und Details der Fassade herauszuarbeiten. Der Bioblo-Turm wurde als ständige Leihgabe an das Museum übergeben. Wie seine Zukunft aussieht, ist noch ungewiss.


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