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Familienministerin Karmasin in St. Pölten. Foto: Pelz
Familienministerin Karmasin in St. Pölten. Foto: Pelz
„Ich bereue nicht, dass ich das Ministeramt angenommen habe“, erklärt Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin (ÖVP) am Rande des Neujahrsempfangs der Bezirk-VP St. Pölten gegenüber Tips NÖ. Sie sei im Dezember 2013 vom damaligen Bundeskanzler Michael Spindlegger telefonisch angefragt worden und hätte sich innerhalb eines Tages für oder gegen das Amt entscheiden müssen. Sie entschied sich rasch und in Rücksprache mit ihrer Familie für den neuen Schritt in ihrem Leben. Eine Schlangengrube sei die Politik zwar keine, „aber man muss schon sehr genau aufpassen, was man macht und muss vor allem Allianzen bilden. Das ist in der Wirtschaft aus der ich ja komme, aber auch so. Allerdings ist mir noch nichts Negatives passiert. Aber man beobachtet“.   Viele Rücksichten in der Politik Es nerve sie allerdings zeitweise, dass manche Dinge in der Politik zu lange brauchen, bis man sie umsetzen könne, es gehe Vieles zu langsam. „Der Unterschied zur Wirtschaft ist, es gibt so viele Ebenen, und so viele Dinge die man bedenken muss. Man muss die Parteien, die Länder, die Gemeinden, den Koalitionspartner, die Kollegen, die Beamten, das Kabinett und sich selbst auch im Blick behalten, Wünsche und Vorstellungen berücksichtigen. Es gilt auf vielen Klaviaturen zu spielen. Das ist nicht leicht.“ Trotzdem sei es unberechtigt zu sagen, man könne in der Bundespolitik nichts umsetzen.   Beste Werte  Karmasin habe ausgezeichnete Umfragewerte, komme bei der Bevölkerung gut an, habe sich als Ministerin bislang keine größeren Fehler geleistet und spreche heikle Themen relativ tabulos an, analysieren Politexperten immer wieder. Auch in Niederösterreich sei die ehemalige Motivforscherin bereits vor ihrer Ministertätigkeit gut vernetzt gewesen. Ob sie auch eine potenzielle Anwärterin als Nachfolgerin von Landeshauptmann Erwin Pröll sei? Karmasin weicht aus:  “Ich bin Wienerin“, betont sie mehrfach.  “Außerdem steht da schon der Wolfgang Sobotka als jetziger Landeshauptmannstellvertreter bereit. Ich muss erst Erfahrung sammeln.“   Einiges in Gang gebracht  Wielange es für jemand, der als Quereinsteiger aus der Wirtschaft in die Politik wechselt, zuträglich ist, dort zu blieben? „Naja, ich denke fünf, maximal zehn Jahre.“ Ob dafür allerdings die Zeit ausreiche, um Dinge langfristig auf Schiene zu bringen? „Ja“, antwortet Karmasin, „da kann man schon einiges in Gang bringen.“ Sie habe den Eindruck, dass ihr in ihrer Tätigkeit auch schon einiges gelungen sei.   „Zu wenig Bewegung“  Was sie zum Ausgleich ihres Arbeitsalltags mache? „Ich ziehe mich zu meiner Familie zurück. Für Sport bleibt leider nicht viel Zeit. Das geht mir voll ab. Ich mache viel zu wenig Bewegung seit ich Ministerin bin und esse im Verhältnis viel zu viel“. Das Leben als Ministerin sei nicht gesund. Trotzdem achte sie auf ihr Wohlbefinden. Vor allem sei ihr das Privat- und Familienleben sehr wichtig. Ob sie sich die Politik so schwierig vorgestellt hätte? „Naja, das Tagesgeschäft der Politik ist vor allem wahnsinnig schnelllebig. Dafür ist auch der Ärger über etwas schneller verflogen als früher.“   SP-Mehrheit bestimmt Blickwinkel St. Pölten assoziere sie mit einer Industriestadt. „Wahrscheinlich wegen der SP-Mehrheit in der Stadt,“ ergänzt die Spitzenpolitikerin.   Vorbilder Zum niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll meint die Ministerin: „Ich schätze ihn wirklich sehr. Er ist ein Vollprofi. Man kann sehr viel von ihm lernen.“ Als Vorbild sehe sie für sich vor allem die deutsche Politikerin Ursula von der Leyen (CDU), die einst wie sie als Familienministerin werkte und seit Dezember 2013 für das Kabinett Merkel III als Verteidigungsministerin tätig ist.   Fotoserie hier klicken    Weitere Artikel:Terrorverdächtiger bei Nickerchen gefasst   NÖ-Bäuerinnen wollen mehr mitreden (mit Fotoserie)   „Come a lot“ mit Minister Sebastian Kurz (Fotoserie)   TTIP: Bürger in Gefahr   Schelling bei Weintaufe: Vermögenssteuer überfordert mich (mit Fotoserie)   KONTAKT: Redaktion Tips St. Pölten Kontakt: Werner Pelz, Mobil: 0676 700 11 75 // Mail: w.pelz@tips.at od. we_pe@gmx.at

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