Pleiten: Junge Unternehmen besonders betroffen
ST.PÖLTEN/NÖ. 32,7 Prozent der Insolvenzen 2014 in Niederösterreich gehen auf Jungunternehmen zurück. Insgesamt gab es im größten österreichischen Bundesland 841 Insolvenzen. 7.590 Unternehmen wurden hingegen gegründet.

Im Vorjahr wurden in Österreich 37.054 Unternehmen gegründet – das ist ein Plus von 0,3 Prozent, so der Kreditschutzverband KSV1870. Damit habe sich der 2011 begonnene Trend der langsam, aber dafür kontinuierlich wachsenden Gründerzahlen auch 2014 bestätigt. 7.321 haben sich für ein „protokolliertes“ Unternehmen (+7,9 %), etwa eine Gesellschaft, entschieden, mit 29.733 geht der Löwenanteil (-1,4 %) jedoch als Einzelunternehmer an den Start.
34,3 Prozent der 5.423 Pleiten des Vorjahres gehen leider auf das Konto von Jungunternehmern – eine Steigerung von 1,9 Prozent im Vergleich zu 2013. Besonders stark gefährdet sind junge Betriebe in Wien (39,5 %) und Vorarlberg (36,8 %), während das Insolvenzrisiko für diese Gruppe in Kärnten (28,7 %) und der Steiermark ( 28,2%) am niedrigsten ist.
“Analysiert man die Pleiten des Vorjahres und erhebt ihr Alter, so ist das Ergebnis für die Gründerszene leider wenig ermunternd“, erklärt Hans-Georg Kantner, Leiter Insolvenz beim KSV1870. Zwar sei die Zahl der Gründer in Österreich 2014 etwas gestiegen, jedoch nicht in einem Maß, das die Pleiten zu kompensieren vermag.
Insgesamt habe das Land nach wie vor Aufholbedarf was die Zahl der aktiven Unternehmen betrifft, die darüber hinaus auch noch Arbeitsplätze schaffen. Bei Neugründungen fehlten aber leider aber oft ein solider Businessplan, eine gesicherte Finanzierung, Branchenkenntnisse und auch profundes wirtschaftliches Knowhow.


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