Modulare Teilausbildung als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit
ST. PÖLTEN. Die Arbeitslosenzahlen steigen. Vor allem die Zahl der Arbeitslosen ohne Ausbildung nimmt zu, über 40 Prozent aller Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Daher haben Landeshauptmann Stellvertreter Wolfgang Sobotka (VP), Wirt-schaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl, Arbeiterkammer-Präsident Markus Wieser und AMS-NÖ-Geschäftsführer Karl Fakler das neue Pilotprojekt „Modulare Teilausbildung“ ins Leben gerufen.

Ein Detailblick zeigt: Vor allem die Zahl der Arbeitslosen ohne Ausbildung steigt. Lag in den 90er Jahren die Arbeitslosenquote unter jenen Personen, die nur die Pflichtschule vorweisen können bei rund neun Prozent, beträgt diese heute rund 25 Prozent. Über 40 Prozent aller Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Vor diesem Hintergrund präsentieren Landeshauptstellvertreter Wolfgang Sobotka (VP), Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl, Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser und AMS-NÖ Geschäftsführer Karl Fakler das neue gemeinsam ausgearbeitete Pilotprojekt „Modulare Teilausbildung“. Die modulare Teilausbildung wird in einem ersten Schritt in zwei Berufsgruppen – Metallverarbeitung und Betriebslogistik – und in drei Regionen – Industrieviertel, Zentralraum sowie Amstetten – erprobt. Zentral ist, dass die Möglichkeit einer Teilqualifizierung geschaffen wird, sollten Teilbereiche nicht positiv abgeschlossen worden sein. „Wir wissen heute, dass jeder fünfte Lehrling den Abschluss nicht beim ersten Anlauf schafft - viele haben Schwächen, die trotz großartiger Begabungen in Teilbereichen, einen Abschluss verunmöglichen. Mit diesem Projekt eröffnen wir Menschen in einer Ausbildungs-Sackgasse neue Wege und heben Potential ohne das Niveau zu senken“, so Sobotka.
„Jeder Schritt zu mehr Qualifikation ist ein Schritt zu mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Jeder Schritt zu einem zusätzlichen Bildungsabschluss ist ein Schritt zu mehr Arbeitsplatzsicherheit. Unser Ziel ist es, die modulare Teilausbildung bis Herbst auf weitere Bereiche auszuweiten, nämlich Holzbearbeitung sowie Maler- und Funktionsbeschichtungstechnik sowie eine rasche flächendeckende Umsetzung“, betont Wirtschaftskammerpräsidentin Zwazl. Auch AK-Chef Markus Wieser ist von diesem Projekt überzeugt: „Davon profitieren die Arbeitnehmer in hohem Maße. Die Höherqualifizierung bringt den Beschäftigten ein besseres Einkommen und einen besseren Schutz vor Arbeitslosigkeit“, so Arbeiterkammerpräsident Wieser. Denn begleitet wird die modulare Teilausbildung durch 2 Umsetzungsschienen. „Das Projekt „Du kannst was“ für jene die bereits eine Beschäftigung haben und das Projekt „Kompetenz mit System“ für jene die keiner Beschäftigung nachgehen. „Nach Feststellung der erforderlichen Kompetenzen erfolgt eine berufsbegleitende dreistufige Ausbildung bei entsprechenden Trägern mit abschließender Prüfung. Beruflich erworbene Vorkenntnisse werden dazu zertifiziert und angerechnet.“ AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler sieht in der modularen Teilausbildung Chancen: „Das AMS sorgt mit seinen Qualifizierungen im Rahmen der modularen Teilausbildung ab April diesen Jahres für eine rasche und bedarfsgerechte Ausbildung von Arbeitsuchenden und versorgt so heimische Unternehmen mit gefragten Fachkräften. Um die Qualifizierungen im Rahmen des Programms professionell und am letzten Stand der Kenntnisse umzusetzen, wird der Verein Jugend und Arbeit mit der Koordination der individuellen Ausbildungsprogramme für die Teilnehmer beauftragt werden. Die Qualifizierungen für die Jobsuchenden werden über das AMS NÖ gefördert.“


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